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  • 2021
  • Mai
  • Vielfalt in Forschung und Praxis beim „FOM Diversity Forum“: Unbewusste Vorurteile & Diskriminierung im Alltag

Vielfalt in Forschung und Praxis beim „FOM Diversity Forum“

Unbewusste Vorurteile & Diskriminierung im Alltag

Denken in Mustern ist nicht etwa ein Zeichen von Dummheit oder Bösartigkeit – vielmehr ist es ein prähistorisches Erbe unserer Vorfahren, die darauf angewiesen waren, Gefahren schnell zu erkennen, um zu überleben. Doch ist ein Musterdenken fehleranfällig, denn das Gehirn will Zusammenhänge erkennen, auch wenn es keine gibt. „Vorurteile bzw. Stereotypen wirken sich beispielsweise auch auf die Teamleistung aus: Wenn Führungskräfte ihren Mitarbeitenden unbewusst unterstellen, unbegabt oder faul zu sein, bekommen sie das, was sie fürchten: Eine Negativ-Spirale, die auf Dauer zu verminderten Leistungen der Mitarbeitenden führen kann“, so Prof. Dr. Anja Seng, Rektoratsbeauftragte für Chancengerechtigkeit der FOM Hochschule. Auslöser für solche Stereotypen können die Haar- oder Hautfarbe sein, das Geschlecht, Alter oder die soziale Herkunft. Beim „FOM Diversity Forum“, einer Veranstaltung der FOM Hochschule im Rahmen des Deutschen Diversity Tages der Charta der Vielfalt, ging es um genau diese Assoziationsketten ganz nach dem Motto: „Unsere Gesellschaft ist bunt und vielfältig. Unsere Arbeitswelt auch! Wie können wir richtig mit Stereotypen und Diskriminierung umgehen?“ Über 150 Teilnehmende nahmen virtuell aus ganz Deutschland teil.

18.05.2021 | Aachen, Augsburg, Berlin, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Gütersloh, Hagen, Hamburg, Hannover, Herne, Karlsruhe, Kassel, Köln, Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Münster, Neuss, Nürnberg, Oberhausen, Saarbrücken, Siegen, Stuttgart, Virtuell, Wesel und Wuppertal

Vielfalt unter der Wirkung von Corona

Professorinnen und Proforessoren der FOM mit verschiedensten fachlichen Hintergründen hielten beim FOM Diversity Forum virtuelle Vorträge rund um Vielfalt. Wie wirkt sich die Diversität auf organisationales Handeln aus? Was bewirken die unterschiedlichen Perspektiven? Und inwiefern verändern gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen unsere Arbeitswelt? In virtuellen Räumen ging es um Interkulturalität, Weltanschauung, Geschlecht, Alter sowie ethnische und soziale Herkunft. Prof. Dr. Ingrid Eumann, Prorektorin für Qualität, Internationales und Diversity der FOM Hochschule, hielt einen Impulsvortrag zum Umgang mit Vielfalt unter der besonderen Wirkung von Corona und wagte dabei einen Blick in die Zukunft: „Es gilt, Vielfalt immer wieder zu aktivieren sowohl in Lehre und Studium als auch im ‚Unternehmen‘ Hochschule – auch und gerade während der starken Eingriffe in unser persönliches Leben, die Wirtschaft, die Gesellschaft.“ Außerdem stelle sich die Frage, ob Corona den Umgang mit Vielfalt in Deutschland verändern wird. Professorin Eumann meint: „Die Pandemie lehrt uns den Umgang mit Widersprüchen – und damit Diversity-Kompetenz. Der These folgend, dass die Corona-Pandemie uns als Individuen, Kleingruppen und als Gesellschaft in Sachen Kompetenzen weitergebracht hat, bin ich da positiv gestimmt. Ich setze darauf, dass das bewiesene Durchhaltevermögen uns im Umgang mit Vielfalt nach der Krise einen großen Schritt weiterbringt.“

Unbewusste Vorurteile

Was sich wie ein unsichtbarer roter Faden durch sämtliche Beiträge des FOM Diversity Forums zog, waren die Aspekte unbewusste Vorurteile, Diskriminierung und die Notwendigkeiten zur Reflexion, sodass die abschließende Podiumsrunde unter der Überschrift „Bedeutung unbewusster Stereotypen“ einen logischen Abschluss darstellte. Prof. Dr. habil Sandra Sülzenbrück führte aus Sicht der Wirtschaftspsychologie kurz in das Konstrukt der Vorurteile ein: „Wichtig ist, ein Bewusstsein über das Vorhandensein der unbewussten Vorurteile zu entwickeln und über Strategien zum Umgang nachzudenken.“

Die Aspekte unbewusste Vorurteile, Diskriminierung und die Notwendigkeiten zur Reflexion zogen sich durch das gesamte FOM Diversity Forum (Foto: AdobeStock/Good Studio)

Was Unternehmen tun können

Auf die Publikumsfrage, was Unternehmen tun können, um einen anderen Umgang mit Stereotypen zu gestalten, brachte das Podium mit Prof. Manuel Pietzonka, Prof. Dr. Nicolai Scherle und Prof. Dr. Sandra Sülzenbrück den Ansatz des Perspektivwechsels ein – beispielsweise in Form von Jobrotation. Außerdem sei es wichtig, einen Austausch und eine Vertrauensbeziehung unter den Beschäftigten zu fördern – als Baustein der Unternehmenskultur – und „den Menschen hinter der Rolle“, so Prof. Dr. Sülzenbrück, sichtbar zu machen, beispielsweise in kurzen „Check-In-Runden“, in denen z.B. die eigenen aktuellen Emotionen zum Auftakt von Meetings benannt werden. Die Teilnehmenden nahmen neben Inspiration und wichtiger Impulse einiges für sich mit. Eine Teilnehmerin: „Es gibt noch viel zu lernen – für Unternehmen, für die Gesellschaft und mich persönlich. Vielfalt ist ein spannendes Thema, mit dem ich mich zukünftig noch mehr beschäftigen werde.“ Ein anderer Teilnehmer sieht ebenfalls noch Potential und wird sich an einer stetigen Verbesserung beteiligen: „Ich werde aktiv mitwirken, dass auch in meiner Umwelt sensibel mit Diversität umgegangen wird und statt der Probleme die Chancen gesehen werden.“