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Unternehmerin, Studentin, Mutter und Ehrenamtlerin

„Es läuft einfach“

28.09.2020 | München

Janine Altendorfer führt ein Leben, das sich die meisten Menschen selbst niemals zutrauen würden. Wie sie das schafft? „Das lässt sich antrainieren.“

Was ist Entspannung? Die einen lesen. Die anderen joggen oder gehen in die Sauna. Janine Altendorfer (Foto rechts) bekommt ihren Kopf bei ganz anderen Aktivitäten frei: beim Abendstudium an der FOM Hochschule in München. Neben ihrem Fulltime-Job als geschäftsführende Gesellschafterin einer Unternehmensberatung und ihren zwei kleinen Kindern sowie ihrem wöchentlichen Einsatz als Jugendbetreuerin beim Technischen Hilfswerk. „Ich wollte schon immer alles unter einen Hut bringen“, erklärt die 31-jährige Pfaffenhofenerin, „aber das bedarf einer guten Planung“. Diese Fähigkeit ist bei ihr schon früh gefördert worden. Als Schülerin arbeitete sie bereits in der Unternehmensberatung der Mutter mit. „Im Office konnte ich das Fach Buchführung praxisnah üben“, schmunzelt sie. Heute führt sie als Marketingleiterin neben ihrer Mutter, die für Finanzen und Human Resources zuständig ist, das Familienunternehmen ARCA Consult.

„So kommen wir uns nicht in die Quere“

In der auf IT- und Informationssicherheit spezialisierten Beratung arbeiten neben zwölf Mitarbeitern auch ihr Vater (Vertrieb) und ihr Ehemann (IT-Consultant) mit. Für viele Menschen eine schwierige Vorstellung. Doch Janine Altendorfer hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. „Das ist eine ideale Kombination, denn jeder arbeitet bei uns in seinem eigenen Bereich und so kommen wir uns nicht in die Quere. Da wir gleich denken und uns blind verstehen, werden auch keine folgenschweren Entscheidungen von Einzelnen getroffen – das ist wahre Authentizität“, erklärt sie. Dass das Ineinandergreifen von Beruf und Privatsphäre viele Vorteile hat, beginnt für die engagierte Geschäftsführerin bei der Wohnsituation. Ihr Zuhause liegt direkt neben dem Büro. „Optimal für mich als junge Mutter, da ich keine An- und Abfahrtswege habe.“

In ihrer Freizeit macht Janine Altendorfer Jugendliche mit den Herausforderungen des Katastrophenschutzes vertraut. Foto: privat
Mit gutem Zeitmanagement bekommt Janine Altendorfer Führungsposition, berufsbegleitendes Studium, Familie und Ehrenamt unter einen Hut. Foto: privat

Punktgenaue Konzentration

Ihr ältester Sohn kam vor vier Jahren zur Welt, zum Beginn ihrer Bachelor-Arbeit. Damals studierte sie an der FOM Hochschule für Berufstätige in München den Bachelor-Studiengang Business Administration. „Mit dem Baby habe ich gelernt, mich punktgenau zu konzentrieren und effektiv zu arbeiten. Ich wusste, ich kann nur schreiben, wenn er schläft. Also habe ich ihn nach dem Stillen in die Wiege gelegt und sofort losgeschrieben – bis er aufwachte“, berichtet sie. „Schnelles Umswitchen, das kann man sich antrainieren“, bekräftigt sie. Ein zusätzlicher Antrieb war die rasche Entwicklung des Säuglings, der mit jeder Woche mehr die Aufmerksamkeit der Mutter brauchte. „Da mir aber beides wichtig war, empfand ich es nie als Druck oder Stress – es lief einfach“, so Janine Altendorfer. Gleiches gilt für ihr großes Hobby, die Arbeit mit Jugendlichen im Katastrophenschutz, 500 Stunden im Jahr.

Motivation aus dem Hörsaal

Diese positive Einstellung führte sie auch zum anschließenden Master-Studium „Marketing & Communication“ an der FOM. „Das Studieren hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich gleich weitermachen wollte. Denn mit Marketing kann ich unsere Firma in ganz anderen Belangen voranbringen.“ Ein wichtiger Punkt war auch die Feststellung, dass sie vieles aus dem Studium sofort im Unternehmen umsetzen konnte. „Die Motivation ist eine ganz andere, wenn man die Theorie gleich in der Praxis anwenden kann. Da machen sogar das Drinnensitzen und der Diskurs im Hörsaal Spaß“, erklärt sie. Zwar musste die FOM ihren Lehrbetrieb aufgrund der Corona-Pandemie auf digital umstellen, doch das gerade begonnene Wintersemester läuft zumindest wieder mit einem Mix aus virtueller Lehre und Vorlesungen im Hörsaal. Für Janine Altendorfer steht jetzt ihre Master-Thesis an. Druck verspürt die Frau mit dem guten Zeitmanagement dennoch nicht. „Ich studiere ja nur für mich. Ob ich ein Semester früher oder später fertig werde, ist nicht so wichtig. Aber ich habe mir das Ende des Wintersemesters zum Ziel gesetzt.“

Klingt ganz nach Entspannung à la Janine Altendorfer.