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Berufstätige Mutter studiert parallel zwei Master an der FOM

„Ein bisschen Wahnsinn gehört dazu“

Sie arbeitet als Seniorcontroller in einem DAX-Unternehmen, ist Mutter von drei Kindern und lernt parallel in zwei Master-Studiengängen, wie Unternehmensberatung im Hinblick auf Digitalisierung funktioniert und welche Rolle die Psychologie im wirtschaftlichen Kontext spielt. Wenn es um Zeitmanagement geht, ist Ina Erovic, 46, ein Profi. Selbst als die Schulen aufgrund des Corona-Lockdown dicht waren und ihre Kinder im Home-Schooling, hielt sie ihre Motivation und ihre Tatkraft hoch. „Beruf, Studium und Familie unter einen Hut zu bekommen, war im Sommersemester sehr fordernd, zumal ich insgesamt 14 Prüfungsleistungen zu erbringen hatte. Aber ich habe diesen Weg bewusst gewählt und ziehe das durch“, sagt sie. Um schmunzelnd hinzuzufügen: „Ein bisschen Wahnsinn gehört definitiv dazu.“

14.09.2020 | Nürnberg

Dabei begann ihre Karriere zunächst mit einer Ausbildung als Köchin. Nach zehnjähriger Berufserfahrung in der Gastronomie und Hotellerie absolvierte Ina Erovic eine Weiterbildung zur staatlichen Betriebswirtin. Als sie später dann ihr Bachelor-Studium an der FOM Hochschule in Nürnberg begann, waren ihre Tochter sechs und ihre beiden Söhne zehn Jahre alt. „Nachdem sich viele Jahre alles um die Kinder gedreht hatte, war es an der Zeit, auch mal wieder etwas für mich zu tun“, sagt sie über ihre Motivation, wissenschaftlich dort weiterzumachen, wo sie mit dem Start der Familienplanung aufgehört hatte.

Technisches und Menschliches verbinden

Da sie sich als Betriebswirtin umfangreiche Vorkenntnisse anrechnen lassen konnte, hielt die Fürtherin bereits nach zwei Jahren ihre Bachelor-Urkunde in den Händen. „Ich hatte damals das Glück, über ein Stipendium gefördert zu werden. Dann kam das Angebot einer weiteren Förderung für einen anschließenden Master-Studiengang, der thematisch dazu passte.“ Ina Erovic fackelte nicht lang und schrieb sich für den Master-Studiengang Business Consulting & Digital Management ein, der 2018 erstmalig an der Nürnberger FOM angeboten wurde. „Die Inhalte passten sowohl zum Bachelor-Studium als auch zu meinem Job“, sagt sie, „dennoch hatte ich nach dem ersten Studienjahr das Gefühl, zu viel Technisches und zu wenig Menschliches zu lernen.“ Bei einem FOM Forschungsforum lernte sie eine Kommilitonin kennen, die zwei Master-Studiengänge parallel belegt hatte und fragte sie aus – die Idee, zusätzlich „Wirtschaftspsychologie“ zu studieren, um auch die menschliche Komponente der Wirtschaft besser zu verstehen, hatte sich da schon längst in ihrem Kopf festgesetzt. „Ich erfuhr, dass man in Nürnberg durchaus parallel Vorlesungen für zwei Studiengänge besuchen kann, dass das auch zeitlich hinhaut. Zudem konnte ich mir einige Master-Module aus den ersten beiden Semestern anrechnen lassen.“ Also schrieb sie sich im Wintersemester 2019 auch für Wirtschaftspsychologie ein.

Hervorragende Ergänzung

„Anfangs haben mich vor allem die jüngeren Master-Studierenden skeptisch beäugt, dann haben sie aber festgestellt, dass ich sehr strukturiert arbeite und immer am Ball bleibe. Ihre Herangehensweise an Themen ist zum Teil ganz anders als meine, aber wir profitieren gegenseitig von dieser Heterogenität“, zeigt sich die 46-jährige Studentin überzeugt. Das neue Wissen, das sie sich in beiden Studiengängen aneigne, ergänze sich hervorragend, betont sie. „Einerseits muss Technik strukturiert werden, um vernünftig Prozesse abbilden oder unterstützen zu können. Andererseits sind es immer Menschen, die mit dieser Technik umgehen müssen. Sie abzuholen und in die Entwicklungen einzubinden, ist ungemein wichtig. Blockadehaltungen bei Mitarbeitenden sind für jedes Unternehmen schlecht.“

Ina Erovic ist Mutter von drei Kindern, arbeitet 34 Wochenstunden bei einem DAX-Unternehmen und studiert zwei Master an der FOM in Nürnberg (Foto: privat)

"Studium fordert und fördert mich"

Wie ihr Leben in fünf Jahren aussehen wird, vermag Ina Erovic trotz aller Organisationsstärke nicht zu sagen. „Erst einmal möchte ich die Studiengänge vernünftig abschließen, nächstes Jahr den ersten, 2022 dann den zweiten. Dann sehe ich weiter. Zu große Ziele habe ich mir noch nie gesetzt, mache lieber alles step by step.“ Auf die Frage, wie sich das berufsbegleitende Studium auf sie persönlich auswirkt, antwortet sie lächelnd: „Das Studium fordert mich, aber es fördert mich auch. Durch das wissenschaftliche Arbeiten entwickle ich immer noch komplett neue Denkmuster, das empfinde ich als spannend und hilfreich. Zum Lernen ist man schließlich nie zu alt.“