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Cosma Bothe studiert „Soziale Arbeit“ im dualen Modell

„Das Verständnis für Wissenschaft und Praxis ist dadurch sehr gut“

Die Zusammenarbeit des Kreisjugendrings (KJR) München-Land mit der FOM Hochschule in München hat sich weiterentwickelt: Nach guten Erfahrungen bei der gegenseitigen Einbindung von Dozenten und Fachreferenten ermöglicht der KJR jetzt einer jungen Frau, ein praxisintegriertes Duales Studium zu absolvieren. An drei Tagen pro Woche arbeitet Cosma Bothe beim KJR in Ismaning, an zwei Tagen studiert sie Soziale Arbeit an der FOM in München. „Genau das Richtige für mich“, so die 20-Jährige.

21.10.2020 | München

Ihre Schulzeit verbrachte Cosma auf der Bavarian International School (BIS) im Haimhausen, machte dort ihr internationales Abitur. „Schon vor dem Abi beteiligte ich mich an sozialen Projekten meiner Schule. Zudem war ich bei den Pfadfindern und im Tierschutz aktiv. Irgendwie stand für mich immer fest, dass ich mich auch beruflich in diese Richtung orientieren würde.“

Duales Studium statt Langzeitpraktikum

Zum Wintersemester 2019 schrieb sich Cosma für das FOM Tagesstudium ein, arbeitete parallel dazu bei der Caritas. „Diesen Sommer habe ich mich dann beim KJR beworben, eigentlich für ein Langzeitpraktikum parallel zu meinem Studium. Daraus ist dann offiziell ein Duales Studium geworden, was mir unheimlich gut gefällt.“

Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit

Von Montag bis Mittwoch arbeitet Cosma beim KJR, donnerstags und freitags studiert sie weiter an der FOM. „Die Arbeit beim KJR ist sehr facettenreich. Hier kann ich Erfahrungen mit Grundschulkindern und im Gebundenen Ganztag sowie in der Ferienbetreuung und in der offenen Jugendarbeit sammeln. An der Grundschule, an der ich eingesetzt bin, ist außerdem eine neue Einrichtung der Jungen Integration in Trägerschaft des KJRs. All das macht das Duale Studium so spannend für mich.“ Sorgt der ständige Wechsel zwischen Theorie und Praxis nicht für Unruhe? „Ganz im Gegenteil“, zeigt sich Cosma überzeugt, „dieser Wechsel war der Grund, warum ich mich für dieses Studienmodell entschieden habe. Soziale Arbeit nur in der Theorie an der Uni zu lernen, finde ich schwierig. In Verbindung mit der Berufserfahrung weiß ich direkt, wozu ich den wissenschaftlichen Input brauche bzw. wie ich professionell an Dinge herangehen kann. Das Verständnis für beide Seiten, also die Wissenschaft und die Praxis, ist dadurch sehr gut.“

Zeit für Boogie-Woogie-Turniertanz

Besondere Freude macht ihr aktuell die Arbeit an einer Grundschule. „Seit Beginn des Schuljahres unterstütze ich dort die Sozialarbeiterinnen und den Gebundenen Ganztag. Wir helfen den Kleinen, mit Konflikten umzugehen und befähigen sie, sich auch in unschönen Situationen selbst zu helfen. Das ist so wichtig!“ Ihre Zeit muss sich die Dual-Studentin gut einteilen. „Auch das habe ich schnell gelernt“, sagt sie lachend. Nach der Arbeit entspannt sie beim Leistungssport – zweimal wöchentlich trainiert sie selbst als Boogie-Woogie-Turniertänzerin, zusätzlich ist sie als Trainerin im Einsatz. Zeit fürs Lernen nimmt sie sich vor allem an den Wochenenden. „Wenn Klausuren oder andere Prüfungsleistungen anstehen, setze ich mich aber auch nach den Vorlesungen noch hin.“

Voneinander lernen – sich gegenseitig unterstützen

Für ihre berufliche Zukunft kann sich die 20-Jährige sehr gut vorstellen, weiterhin mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Selbst vor problematischen Situationen hat sie keine Scheu. „In meiner Praktikumsstelle gibt es je nach Situation klare Vorgaben oder Handlungsleitfäden, wie wir vorgehen sollen. Das hilft bei Entscheidungen ungemein. Außerdem ist man in der Sozialen Arbeit nie allein, es gibt immer Kolleginnen oder Kollegen, mit denen man sich austauschen kann. Unsere Verantwortung ist also auf mehrere Schultern verteilt.“ Auch beim Studium profitiert sie von den Erfahrungen ihrer Kommilitoninnen und Kommilitonen. „Unser Kurs ist bunt gemischt, sowohl beim Alter und bei der Lebenserfahrung als auch in beruflicher Hinsicht. Wir lernen unglaublich viel voneinander.“

Für sie die perfekte Symbiose aus Praxis und Wissenschaft: Cosma Bothe arbeitet beim Kreisjugendring München-Land und studiert "Soziale Arbeit" an der FOM Hochschule (Foto: privat)

„Passgenaue Möglichkeit zur praxisnahen Qualifikation“

Ihr Arbeitgeber möchte auch künftig jungen Menschen das Duale Studium an der FOM ermöglichen, ab 2021 stünde in Oberhaching ein entsprechender Platz zur Verfügung. „Durch unsere sehr gute und enge Zusammenarbeit mit der Münchner FOM bei Vorträgen oder bei der Vermittlung von Lehraufträgen lag es auf der Hand, auch beim Dualen Studium zu kooperieren. Das Konzept der FOM bietet eine passgenaue Möglichkeit zur praxisnahen Qualifikation junger Kolleginnen und Kollegen“, so Marcus Fink, Geschäftsführer Kreisjugendring München-Land.