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  • 2019
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Drei Fragen an Psychologin Bea Engelmann

„Resilienz ist für das Studium extrem wichtig“

Diplom-Psychologin und Unternehmensberaterin Bea Engelmann war zu Besuch an der FOM Hochschule in Bremen und brachte in einem interaktiven Vortrag Interessierten das Thema Resilienz näher. Im Interview erklärt sie, was es mit Resilienzfähigkeit auf sich hat.

17.06.2019 | Bremen

Was bedeutet Resilienz?
Resilienz bezeichnet die Fähigkeit zu innerer Stärke und beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Menschen. Sie ist auch als „Stehaufmännchen-Prinzip“ bekannt. Im Vordergrund steht dabei, auch in schwierigen Situationen optimistisch zu bleiben, dem Druck stand zu halten und nicht gleich die Flinte ins Korn zu werfen. Resilienz beugt zudem psychischen Erkrankungen wie Depressionen vor. Nichtsdestotrotz sollte man Situationen realistisch einschätzen können und nicht zu stolz sein, bei einem Tief Hilfe anzufordern, sei es von nahestehenden Personen oder einem Psychologen. Sie können einem Wege aus der Krise aufzeigen – auch das stärkt die eigene Resilienz.

Ist Resilienz angeboren oder erlernbar?
Resilienz wird einem nicht bei der Geburt in die Wiege gelegt und kann trainiert werden. Risikofaktoren wie andauernde psychische Belastung und Stress wirken sich negativ auf die Gesundheit und die Resilienz eines Menschen aus. Verschiedene Schutzfaktoren, wie eine positive Selbstwahrnehmung und Optimismus, begünstigen sie hingegen. Auch eine gute Problemlösefähigkeit und kleinere Krisen, die bereits bewältigt wurden, steigern die Resilienz. Mit bestimmten Übungen kann jeder seine Widerstandskraft stärken. Nicht hilfreich sind hingegen „Helikopter-Eltern“, die ihre Kinder vor jeglicher unangenehmer Erfahrung bewahren wollen. Hier ist ein gesundes Mittelmaß wichtig. Eltern sollten nicht bei jeder Kleinigkeit eingreifen, sondern ihre Kinder ermutigen, beispielsweise Konflikte mit Freunden selbst zu lösen. Nur so kann bereits in der Kindheit die Resilienzfähigkeit trainiert werden.

Wie wichtig ist Resilienz im Studium?
Resilienz ist für das Studium extrem wichtig, um schwierige Phasen leichter zu bewältigen. Wenn ich durch eine Prüfung falle und nur noch einen Versuch habe, um zu bestehen, ist meine mentale Stärke extrem wichtig und hat einen großen Einfluss auf meine Motivation. Zudem sind pessimistisch denkende Menschen weniger leistungsfähig. Albert Einstein fing beispielsweise erst mit vier Jahren an zu sprechen, konnte erst Jahre später fehlerfrei kommunizieren und wurde als nicht schultauglich eingestuft – trotzdem ist er seinen Weg gegangen und hat nicht aufgegeben. Seine Widerstandsfähigkeit war stark – so stark, dass er es am Ende allen Zweiflern gezeigt hat.

Bea Engelmann sprach an der FOM Hochschule in Bremen über das „Stehaufmännchen-Prinzip“ (Foto: FOM).
Bea Engelmann sprach an der FOM Hochschule in Bremen über das „Stehaufmännchen-Prinzip“ (Foto: FOM).