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  • 2019
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Studienprojekt zu „Führung & Nachhaltigkeit“

Master-Studierende arbeiten mit Schülerpaten Dortmund zusammen

Gelebter Theorie-Praxis-Transfer an der FOM Hochschule in Dortmund. Mehr als 100 Master-Studierende erstellten im Modul „Führung & Nachhaltigkeit“ Konzepte für soziale Einrichtungen oder Vereine in Dortmund und Umgebung. Ziel der Projektarbeit sollte es sein, die Studierenden über ihren ökonomischen Tellerrand schauen zu lassen. Deshalb sollten sie soziale Einrichtungen zum Thema Nachhaltigkeit unter ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten analysieren. Die Konzepte werden teilweise bereits von den Unternehmen umgesetzt, z. B. die Ergebnisse der Gruppe, die mit „Schülerpaten“ zusammengearbeitet hat.

17.06.2019 | Dortmund

Laut Aufgabenstellung sollten sie eine Managemententscheidung darstellen und diese unter Führungs- und Nachhaltigkeitsaspekten untersuchen und bewerten. Dabei galt es, die Themen aus den Vorlesungen möglichst praxisnah einzubeziehen. „Uns hat bei den „Schülerpaten“ vor allem die Verknüpfung von Bildung und Kultur begeistert und überzeugt“, so Studentin Karima Kasper. Im Zuge der Analyse fokussierten sich die Studierenden unter Führungs- und Nachhaltigkeitsaspekten auf die Bereiche Führungsebene, Personalbeschaffung und -vermittlung, Social Media sowie Finanzen. Dabei galt es, die Themen aus den Vorlesungen möglichst praxisnah einzubeziehen.

Das Team von „Schülerpaten“ war schnell von der Idee der Studierenden überzeugt. „Die Studierenden der FOM Dortmund haben unsere Arbeit analysiert, beraten und unterstützt. Wir von Schülerpaten Dortmund vermitteln ehrenamtliche 1:1 Bildungspatenschaften zwischen Pat*innen (meist Studierende) und Schüler*innen mit Migrationshintergrund, um damit einen Teil zur Chancengerechtigkeit beizusteuern. Die größte Herausforderung liegt für uns in der Gewinnung von Freiwilligen, die ehrenamtlich Nachhilfe geben möchten“, so Kevin Lunge, Vorsitzender der Organisation. „Durch die Zusammenarbeit mit der FOM konnten Verbesserungspotentiale identifiziert und Stärken herausgearbeitet werden, sodass wir als Team auf den Ergebnissen weiter aufbauen können, um uns als Verein und auch unsere Arbeit weiter zu optimieren“, so sein Fazit. „Noch während der Projektphase erhielten wir das Feedback, dass einige Vorschläge bereits umgesetzt wurden und noch weitere Umsetzungen geplant sind“, freut sich die Gruppe.

Auch Prof. Dr. Mir Farid Vatanparast ist mit den Ergebnissen seiner Studierenden zufrieden: „Ethik und Nachhaltigkeit sind strategische Managementthemen für viele Unternehmen. Mit Blick auf Fach- und Führungspositionen ist deshalb der Zugang zu sozialen Einrichtungen wichtig: Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten kennenzulernen, Unterschiede in der Führung bei sozialen Einrichtungen versus Unternehmen wahrzunehmen, Corporate Social Responsability als „Pflicht“ für Unternehmen zu verstehen. Letztlich formen solche Projekte auch die Persönlichkeit der Studierenden.“

Die Dortmunder Master-Studierenden nehmen positive Eindrücke aus der Projektarbeit mit: „Farid Vatanparast erinnert den Ökonomiestudenten gerne daran, dass man nicht nur in einer Marktwirtschaft, sondern vor allem in einer sozialen Marktwirtschaft lebt“, so Vlatko Vojinovic. Die sozial-ökonomische Dimension des Projektes hat den Horizont der Studierenden erweitert. „Die Arbeit hat uns dafür sensibilisiert, dass es nicht nur um Wachstum, Gewinne und Zahlen gehen sollte, sondern dass es im gesellschaftlichen Zusammenleben vor allem um Menschen geht“, sagt Jonas Früchting. Tobias Gellenbeck fügt hinzu: „Große Unternehmen leisten sich teure Berater, um Prozesse zu optimieren. Gemeinnützigen Organisationen fehlen meist die finanziellen Mittel dafür. Von solchen Projekten profitieren deshalb beide Seiten. Wir Studierenden bekommen nicht nur die Möglichkeit, unser erlerntes Wissen praxisorientiert anzuwenden, sondern können auch noch gemeinnützige Organisationen unterstützen und ihnen bei ihrer Arbeit helfen.“

v.l. Prof. Vatanparast, Tobias Gellenbeck, Tobias Rötter, Sebastian Splitt, Jonas Früchting, Karima Kasper, Alina Müller und Vlatko Vojinovic (Foto: FOM).
v.l. Prof. Vatanparast, Tobias Gellenbeck, Tobias Rötter, Sebastian Splitt, Jonas Früchting, Karima Kasper, Alina Müller und Vlatko Vojinovic (Foto: FOM).

SCHÜLERPATEN DORTMUND

Chancengerechtigkeit schaffen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern – das ist das Ziel von Schülerpaten Dortmund. Um Schülern, deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten können, bessere Bildungschancen zu ermöglichen und die strukturelle Benachteiligung auszugleichen, vermittelt Schülerpaten Dortmund Patenschaften zwischen Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund und deutschsprachigen Ehrenamtlichen.

„Indem ca. 60 bis 90 Minuten pro Woche an Zeitaufwand investiert werden, kann man sich bei uns im Rahmen der selbstorganisierten Nachhilfe weiterentwickeln, mehr über andere Kulturen lernen und dabei einen Teil beitragen das Thema Bildungsgerechtigkeit vor Ort voranzutreiben“, so Kevin Lunge.

Interessierte können sich auf www.schuelerpaten-dortmund.de informieren und anmelden. Gleiches gilt für Interessierte Schüler*innen mit Flucht- oder Migrationshintergrund sowie einem Nachhilfebedarf.