• FOM
  • 2019
  • Juli
  • Sprechende Software-Helfer überzeugen im Kundenkontakt

Digi Night #2: „Alexa, wohin geht die Reise mit KI und Sprachassistenten?“

Sprechende Software-Helfer überzeugen im Kundenkontakt

Was ist Künstliche Intelligenz, was hat Amazon mit dem Nürnberger Flughafen zu tun und wie bringt man einer Software bei, wie ein echter Mensch zu antworten? Diesen Fragen gingen drei IT-Experten bei der Digi Night #2 am FOM Hochschulzentrum in Nürnberg auf den Grund. Dabei zeigte sich: Von der rasanten Entwicklung digitaler Helfer profitieren Unternehmen und deren Kunden schon heute.

09.07.2019 | Nürnberg

Was ist Intelligenz, was kann Künstliche Intelligenz (KI) und wo liegen ihre Grenzen? Mathias Sauermann, Senior Online Marketing Manager bei der 1. Blitz + Donner GmbH und nebenberuflicher FOM Dozent, konstatierte: „Besonders schlau ist KI nicht.“ Als schwache Intelligenz könne sie Muster erkennen und in begrenztem Rahmen auch konkrete Aufgaben ausführen. Niemals aber werde sie sich von alleine am Leben erhalten, unkontrolliert weiterentwickeln und ernsthaft gefährlich werden können. Was KI dafür umso besser kann: Lästige Fleißaufgaben übernehmen und einst langwierige Prozesse beschleunigen. In seinem Fazit rief Sauermann daher zum Optimismus auf: „Es liegt an uns, KI zu etwas Positivem zu machen und die Chancen zu nutzen, die sie bietet.“

Christian Albrecht ist Leiter Kommunikation & Neue Medien am Airport Nürnberg und hat vor einem Jahr dort einen eigenen „Alexa-Skill“ eingeführt: eine Art „App“ für den bekannten Sprachassistenten. Flugkunden können sich damit per Sprachbefehl jederzeit und überall über ihre anstehende Flugreise informieren. Auch dem Airport bringt dies einen großen Vorteil: Bei Standardanfragen sind keine Kundenberater mehr erforderlich – die können sich dafür jetzt auf die Beantwortung individueller Fragen konzentrieren.

Wie ein Sprachassistent entsteht, beschrieb Thomas Abend, CEO und Gründer des Nürnberger Start-ups VITAS. Die Firma hat sich auf deren Programmierung spezialisiert, die Entwicklung basiert auf „Deep Learning“. Damit kann man – eine Menge Rechenpower, erweiterte Programmierkenntnisse und viel „Trial and Error“ vorausgesetzt – sogenannte „Deep Neural Networks“ trainieren: Technische Nachbauten des menschlichen Nervensystems, die einzelne Laute verstehen und diese logisch zu Wörtern und schließlich korrekten Sätzen verknüpfen können. Das Ziel: Ein echter Dialog zwischen Mensch und Maschine, mit dem sich Serviceanfragen, Tischreservierungen und sogar Banktransaktionen mit hoher Qualität abwickeln lassen. „Mittlerweile“, betonte der Gründer, „erkennen diese Systeme einzelne Wörter besser als jeder Mensch.“

V. l. n. r.: Mathias Sauermann, 1. Blitz + Donner GmbH, Rainer Schröder, FOM Hochschule Nürnberg, Thomas Abend, VITAS.ai GmbH, und Christian Albrecht, Airport Nürnberg (Foto: FOM)