10.01.2019 | Dortmund

Der Alltag einer FOM Studentin

Frühdienst, FOM, Freizeit & Freund

Es ist 5.45 Uhr. Zwei Finger an der Unterseite des Handgelenks platziert zählt sie 30 Sekunden lang die Herzschläge des älteren Herrn im Krankenbett – 80 Schläge pro Minute. Im weißen Kittel eilt sie mit Namensschild und Kugelschreiber in der Hemdtasche über die Flure des St.-Josefs-Hospital in Dortmund, versorgt die Patienten der Abteilung für Innere Medizin.

Jana Steinhofer im St.-Josefs-Hospital in Dortmund (Foto: privat)

Jana Steinhofer aus Dortmund Sölderholz ist eine zielstrebige junge Frau. Nach der Frühschicht ist ihr Tag noch lange nicht vorbei: Am Nachmittag zieht sie sich schnell ihre karierte Reithose und die schwarzen Stiefel an und fährt zu ihrem Pferd Linus. Seit sieben Jahren füttert und putzt sie den großen, schwarzen Westfalen täglich. Abends in Jeans und Pullover geschlüpft und weiter geht’s zum Studium – an die FOM Hochschule in Dortmund, wo sie im dritten Semester Gesundheits- und Sozialmanagement studiert.

Nach der Frühschicht und vor dem Studium: Entspannung beim Reiten

2011 machte Jana ihr Abitur am Clara-Schumann-Gymnasium, begann anschließend eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Seitdem arbeitet die 27-Jährige im Krankenhaus. Doch irgendwann stellte sich ihr die Frage: „Wo möchte ich hin? Kann ich mich nochmal verändern?“ Den Wunsch Tiermedizin zu studieren verwarf sie schnell, stieß schließlich über Internet-Recherchen auf die FOM. Sie nahm an einer Probevorlesung teil und war überzeugt, dass es das war, was sie wollte. Zur Auswahl standen ihr Pflegemanagement oder Gesundheits- und Sozialmanagement. Im September 2017 entschied sie sich für Letzteres. Janas Fazit: „Die richtige Entscheidung! Durch das Studium verstehe ich die Gesamtstrukturen besser. Als Krankenschwester kennt man zwar die Abläufe der einzelnen Stationen, durch das Studium bekommt man aber noch mehr Einblicke, kann alles besser nachvollziehen.“

Doch wie schafft sie es, all ihre Verpflichtungen unter einen Hut zu bekommen? „Es ist viel! Aber es ist möglich, solange ich mein Zeitmanagement im Auge halte. Es ist gut, dass ich meine Stunden im Krankenhaus reduziert habe.“ Mittlerweile arbeitet die junge Krankenpflegerin „nur noch“ 30 Stunden die Woche. Jeden Freitagabend und samstags von 8.30 Uhr bis 16.00 Uhr geht es in den Hörsaal. „Ich erhalte große Unterstützung von meinem Team – das war alles kein Problem!“ Auch ihr Freund Roman, mit dem sie seit zwei Jahren eine Beziehung führt, unterstützt sie voll und ganz. „Er weiß, dass ich wenig Zeit habe, aber er beschwert sich nicht.“ Neben ihrem Beruf, dem Studium, dem Freund und dem Pferd hat die junge Studentin auch noch einen eigenen Haushalt zu regeln. „Während meine Freunde ausschlafen, bin ich halt meistens anderwärtig beschäftigt.“

Eingespieltes Team: Jana und ihr Pferd Linus

Pläne für das neue Jahr hat sie schon geschmiedet: Für März plant sie gerade ein vierwöchiges Praktikum bei der Pflegedirektion – opfert dafür einige ihrer Urlaubstage und Überstunden. Die Studentin lässt es sich jedoch nicht nehmen, an Wochenenden auch mal an Reitturnieren teilzunehmen, dort mit ihrem Linus Hürden zu überwinden – Hürden sind ja schließlich ihr täglich Brot. Außerdem geht es im nächsten Jahr gleich zweimal zum Skifahren in die Berge. Einmal mit ihrem Freund Roman in die Schweiz und dann noch mit ihrer Familie nach Italien.

Wie ihre Zukunft aussehen wird, ist noch nicht in Stein gemeißelt. Erstmal heißt es: Praktikum absolvieren und das Studium beenden. Dann wird sie schauen, was es für Möglichkeiten in ihrem Betrieb gibt, „ich könnte mir vorstellen, als stellvertretende Heim- oder Pflegedienstleitung zu arbeiten.“ Wer weiß, vielleicht hängt sie ja noch einen Master hinten ran. Abgeneigt ist sie jedenfalls nicht, denn sie weiß: „Beim Studieren an der FOM ist alles darauf ausgelegt, dass man nebenbei arbeitet. Im Onlinecampus kann man alles nacharbeiten, Dozenten sind absolut verständnisvoll!“

Einen „normalen Alltag“ hat Jana Steinhofer nicht wirklich. Erschöpft aber glücklich fällt sie mit einem leicht erhöhten Pulsschlag um 23.00 Uhr in ihr Bett, freut sich auf den nächsten Tag – der Wecker geht um 5.00 Uhr.