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Moderner Live-Einbruchschutz – Ein sicherer Weg zum Erfolg

FOM Absolventen schützen mit digitaler Hilfe vor Einbrechern

3.17 Uhr. Auf dem Bildschirm der Notrufleitstelle nahe Düsseldorf erscheint ein maskierter Mann, der fast unsichtbar durch die dunkle Nacht treibt. Mikro an: „3.17 Uhr, gesperrter Bereich, nennen Sie Ihr Kennwort!“, dröhnt die ohrenbetäubende Stimme des Kollegen aus der Leitstelle durch den Lautsprecher. Und nochmals: „Letzte Aufforderung vor Eintreffen der Polizei!“ Erschrocken ergreift der Masken-Mann die Flucht.

Wenn eine herkömmliche Alarmanlage ertönt und die Sicherheitsleute Minuten später erscheinen, ist der Dieb – samt Beute – meist entweder schon über alle Berge oder es war nur ein Fehlalarm. Zwei FOM Absolventen haben eine Lösung für dieses Problem gefunden: Den Live-Einbruchschutz.

27.02.2019 | Düsseldorf

Die Idee

Die beiden FOM Absolventen Malte Tasto und Christoph Lay hatten einen smarten Einfall. Sie gründeten das Unternehmen „180 Grad Sicherheit“ – einen Sicherheitsdienst, der die Einbruchschutz-Branche digitalisiert. In einem Alarmfall ist keine klassische Sirene zu hören, sondern eine akustische Live-Stimme. „Sind wir mal ehrlich, wer reagiert heutzutage wirklich auf ein blinkendes Licht oder ein Alarmsignal? Wenn ein Einbrecher direkt angesprochen wird, verfällt er in Panik und verlässt das Gebäude sofort“, so Lay. Die Notrufleitstelle nahe Düsseldorf überwacht rund um die Uhr Praxen, Läden, Industrie und Wohnungen in ganz Deutschland. „Innerhalb von Sekunden weiß unser Operator aufgrund der direkten Kommunikation und der Videoüberwachung, ob tatsächlich ein Einbrecher vor Ort ist oder ob der Postbote den Alarm ausgelöst hat“. Auch die Nutzer selber können über eine Smartphone-App ihr Zuhause oder das Büro im Blick haben.

Profitieren durch das Studium

Bei aktuellen Themen sei oft Fachwissen erforderlich, das sich die beiden Gründer während ihres Studium aneignen konnten. So kommen im Arbeitsalltag immer wieder alte Studieninhalte hoch: „Es ist erstaunlich und gut zu wissen, was sich aus dem Studium noch alles abrufen lässt.“ Malte Tasto studierte Business Administration an der FOM in Düsseldorf, Christoph Lay belegte einen der letzten Diplom-Studiengänge am FOM Hochschulzentrum in Essen, absolvierte sein Hauptstudium in Neuss und Düsseldorf und schloss als Diplom-Kaufmann ab.

Warum "180 Grad"?

180 Grad steht für die unmittelbare Flucht im 180°-Bogen, den die Einbrecher machen, wenn sie auffliegen: „Das nennen wir den 180° Effekt“. Durch die direkte, laute Täteransprache in Echtzeit bleibe den Einbrechern nichts Anderes übrig, als zu fliehen – parallel wird die Polizei alarmiert. Das alles geschieht durch die digitale Technik innerhalb weniger Sekunden. Die Täter erwarten niemanden vor Ort, wissen nicht, ob eine reale Person vor Ort ist oder jemand aus der Ferne spricht. Sie können nicht abschätzen, aus welcher Richtung die Stimme kommt oder ob die nächste Polizeistreife vielleicht direkt um die Ecke lauert. „Zusätzlich haben wir dann eben in vielen Fällen auch noch belastbares Videomaterial.“

Das Logo der Firma (Foto: Privat)

Einmal wurde ein Täter so heftig von der enorm lauten Live-Täteransprache überrascht, dass er nicht nur im 180 Grad-Bogen floh, sondern sich auch gleich selbst bei der Polizei stellte und die Tat gestand. „Also haben wir mit unserer Echtzeitansprache gleich zwei Erfolge für unseren Kunden feiern können: Der Einbrecher wurde nicht nur schnell vertrieben, sondern wurde auch gleich noch gefasst und musste sich für seine Tat verantworten.“

Die Branche boomt

Deutschland erzielte im Jahr 2018 laut Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) durch die Sicherheitswirtschaft einen Umsatz von 8,64 Milliarden Euro. BDSW Hauptgeschäftsführer Dr. Harald Olschok: „Die Zahlen verdeutlichen die hohe Relevanz einer modernen Sicherheitsdienstleistung, die ohne den effizienten Einsatz von Sicherheitstechnik nicht mehr möglich wäre“. Und das macht sich auch bei den beiden Unternehmern bemerkbar: Inzwischen betreuen sie mehrere hundert Kunden – sowohl gewerblich als auch privat. 

Mit einer Smartphone-App können Nutzer jederzeit die Lage vor Ort checken und haben die Steuerung der Alarmanlage selbst in der Hand.

Sicherheit ganzheitlich betrachten

Die Vorstellung der beiden Gründer ist es, jeden Aspekt der Sicherheit abzudecken – deshalb gründeten die Düsseldorfer auch zwei weitere Gesellschaften: 180° Datenschutz und 180° IT. Letztere beschäftigt sich mit Cybersecurity – also Netzwerksicherheit, Spam- und Virenabwehr, Identitätsmanagement oder Mobiler Sicherheit. „So können die Kunden breitgefächert und aus einer Hand betreut werden. Wir glauben ganz fest daran, dass das die Zukunft sein wird.“

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