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21.11.2017 | Nürnberg

adidas und DATEV als „Best Practise“

Zukunft der Arbeit: Beschäftigte werden freier in ihren Entscheidungen

Rund 140 Gäste kamen zum 1. Transferforum Arbeit und Personal der FOM Hochschule in Nürnberg
Rund 140 Gäste kamen zum 1. Transferforum Arbeit und Personal der FOM Hochschule in Nürnberg (Fotos: FOM)

Die Industriegesellschaft entwickelt sich im Zuge der Digitalisierung zu einer Wissensgesellschaft. Unternehmensstrukturen und Arbeitswelten ändern sich, Service-, Informations-und Kreativarbeiter rücken ins Zentrum der Wirtschaft. Und während die Gesellschaft noch über Work-Life-Balance diskutiert, verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs-und Privatleben immer mehr. Was das für die Arbeit der Zukunft bedeutet und wie Unternehmen neue Strukturen schaffen können, war Thema beim 1. Transferforum Arbeit und Personal an der FOM Hochschule in Nürnberg mit rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Referentin Simone Lendzian, adidas Group
Referentin Simone Lendzian, adidas Group

Unter dem Motto „New Work“ beleuchteten Experten die Zukunft der Arbeit und zeigten aktuelle Trends wie „Arbeitswelt 4.0“ oder „Shared Leadership“ auf. Was beispielsweise hinter der Idee „activity based working“ steckt, erläuterte Simone Lendzian, Corporate Communication Manager der adidas Gruppe. Bei dem Sportartikelhersteller haben die Mitarbeitenden schon heute keinen festen Schreibtisch mehr, abhängig von ihren aktuellen Aufgaben haben sie vielmehr die Wahl, entweder an einen ruhigen Arbeitsplatz zu gehen oder sich in der „Team Area“ mit Kollegen gemeinsam auf ein Projekt zu fokussieren.

Referent Dr. Tobias Wagner, DATEV, und Moderatorin Prof. Dr. Petra Schmidt
Referent Dr. Tobias Wagner, DATEV, und Moderatorin Prof. Dr. Petra Schmidt

Dr. Tobias Wagner, Leiter Recruitment-Center DATEV, beantwortete die Frage, ob Agilität Führungskräfte letztlich überflüssig macht, mit einem klaren „Nein“. Allerdings, so mahnte er, müsse sich der Führungsstil auf vielen Ebenen ändern, Führungskräfte sollten sich ebenso den neuen Gegebenheiten anpassen wie die Beschäftigten. Im Ergebnis werde die Führungskraft damit mehr und mehr zum Coach.

FOM Dozentin Prof. Dr. Anja Liebrich verdeutlichte in ihrem Impulsvortrag, dass selbst festangestellte Beschäftigte in Unternehmen zunehmend selbstständig agierten. Mehr als je zuvor passten die Menschen Zeit und Ort ihrer Arbeit den eigenen Bedürfnissen an, so die Professorin. Einerseits entstünden so enorme Potentiale, die zu Motivation sowie persönlichem Wachstum beitragen, andererseits gelte es, Stress und Überlastung zu vermeiden.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten beim Transferforum des iap Institut für Arbeit und Personal der FOM Hochschule
Hochkarätige Referentinnen und Referenten beim Transferforum des iap Institut für Arbeit und Personal der FOM Hochschule

Prof. Dr. Mandy Nuszbaum und Prof. Dr. Ilse Hartmann, beide ebenfalls FOM Dozentinnen, betrachteten das Thema „New Work“ aus der Perspektive der Mitarbeitenden. Bei der Frage, ob moderne Strukturen eher eine Bereicherung oder eine Überforderung von Beschäftigten seien, waren sie sich einig: „Beides ist möglich. Es kommt darauf an, wie man mit den neuen Strukturen umgeht. Wer flexibel ist, lebenslang lernt und am Ball bleibt, hat gute Chancen, mit der Entwicklung Schritt zu halten. Statische Persönlichkeiten dagegen tun sich schwer.“

Wie effektiv geteilte Verantwortung – derzeit als „Shared Leadership“ in aller Munde – sein kann, verdeutlichte der Beitrag von David Glotzbach. Der FOM Student präsentierte zusammen mit seiner Gutachterin Prof. Dr. Petra Schmidt seine Bachelor-Arbeit. Zentrales Ergebnis: „Die Allianz-Versicherung hat gute Erfahrungen damit gemacht, ihre Beschäftigten mitentscheiden zu lassen und sie nach ihrer Meinung zu fragen. Auf diese Weise lastet nicht alles auf den Vorgesetzten, zudem erhalten sie wichtigen Input. Prozesse werden dadurch insgesamt effektiver.“

Gäste an der FOM Hochschule in Nürnberg
Gespräche im kleinen Kreis beim anschließenden Get-together

Im Anschluss an die Expertenbeiträge wurde noch rege in kleineren Gruppen diskutiert. Prof. Dr. Petra Schmidt, Initiatorin und Moderatorin des 1. iap-Forums: „Wir freuen uns besonders über das durchweg positive Feedback unserer Gäste. Unser Ziel war es, praxisorientierte Beispiele zu bringen, um den anwesenden Unternehmens- und Personalverantwortlichen neue Impulse für ihre zukünftigen Aufgaben mitzugeben. Dies scheint uns gelungen zu sein.“