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  • "Parteipolitische Interessen dem Gemeinwohl unterordnen“: Kurzinterview mit dem neuen Präsidenten des bdvb, Prof. Dr. Malcolm Schauf
23.11.2017 | Düsseldorf und Essen

Prof. Dr. Malcolm Schauf neuer Präsident des bdvb

"Parteipolitische Interessen dem Gemeinwohl unterordnen“

Prof. Dr. Malcolm Schauf, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der FOM Hochschule, ist zum neuen Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte (bdvb) gewählt worden. Schauf löst Peter Herrmann ab, der seit 2012 Präsident des Verbandes war, aber schon im Vorfeld der Mitgliederversammlung aus persönlichen Gründen seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt hatte.

Der 1901 in Berlin gegründete unabhängige bdvb vertritt die Interessen aller Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland in Studium und Beruf. Als anerkannter und größter Wirtschaftsakademikerverband unterstützt er die interdisziplinäre Diskussion über ökonomische Themen und bietet ein Forum für den Gedankenaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Der bdvb kooperiert mit in- und ausländischen Partnerverbänden, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Das neue bdvb-Präsidium unter der Leitung von Prof. Dr. Malcolm Schauf (Mitte vorne)

3 Fragen an Prof. Dr. Malcolm Schauf

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

„Vorrangige Aufgabe wird es sein, den bdvb zukunftsfest zu machen und neu auszurichten. Ich möchte den Nutzen für unsere Mitglieder ausbauen und es ist mir ein großes Anliegen, den Verband intensiver als bisher an der öffentlichen Meinungsbildung zu beteiligen und Forderungen an die Politik zu formulieren.“

Was meinen Sie damit genau?

„Das Scheitern der Jamaika-Sondierungen ist ein symptomatisches Beispiel für die gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen, vor denen wir stehen. Angesichts dringend benötigter Reformen in den Bereichen Bildung, Infrastruktur, Energie, Migration und Steuern braucht Deutschland eine handlungsfähige Regierung, die sich an ökonomisch rationalen Zielen und Möglichkeiten orientiert – und auch in Europa wird Deutschland dringend gebraucht. Der bdvb wird sich auch vor diesem Hintergrund stärker als bisher in die Debatte einschalten und von der Politik einfordern, dass kurzfristige parteipolitische Interessen dem Gemeinwohl untergeordnet werden.“

Der bdvb kooperiert unter anderem mit der FOM Hochschule. Was zeichnet die Zusammenarbeit aus?

„Die FOM und der bdvb verbindet eine lange Partnerschaft. Bereits der Gründungsrektor der FOM Prof. Dr. Lang war von 2002 bis 2009 Präsident des bdvbs. Die Zusammenarbeit soll nun insbesondere in der Forschung durch gemeinsame Projekte vertieft werden.“