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03.07.2017

Per App zum Produkt

Wie Customer aided instore micrologistics in der Praxis funktionieren

Im Juni hat das Nordic Logistic Research Network zur jährlichen Konferenz ins schwedische Lund geladen. Gleich am ersten Tag war Thomas Neukirchen vom ild Institut für Logistik- & Dienstleistungsmanagement der FOM Hochschule mit einem Beitrag vertreten, den er gemeinsam mit ild-Direktor Prof. Dr. Matthias Klumpp verfasst hatte. Titel: „Customer aided instore micrologistics“.

Thomas Neukirchen während seines Vortrags
Thomas Neukirchen während seines Vortrags

Im Zentrum des Vortrags stand das Konzept für eine App, die Kundinnen und Kunden beim Einkauf im Laden unterstützt, indem sie sie entlang benötigter Produkte navigiert. „Wo steht beispielsweise der Tee? In welchem Regal finde ich Nudeln und Reis? Die App bietet Orientierung und entlastet gleichzeitig die Ladeneigentümer“, erklärte Thomas Neukirchen. „Sie müssen dann nicht mehr alle Artikel nach einem System anordnen, sondern können sie dort lagern, wo gerade Platz ist. Die Route zu den Produkten zeigt dann die App. Als Chaotic Storage existiert dieses Prinzip schon seit längerer Zeit, am Point of Sale ist die Herausforderung eine kundenfreundliche Gestaltung.“

Die Anwendung würde ein statisches Ordnungssystem ersetzen, ähnlich dem in manchen Lagersystemen schon etablierten Vorgehen. „Die Vorschläge der App für eine Route können sich zum Beispiel an Daten der Shoppinghistorie eines Kunden oder einer Kundin orientieren“, so Thomas Neukirchen. Es gäbe darüber hinaus Überlegungen, Kundinnen und Kunden in das Replenishment einzelner Produkte einzubinden. Die einzige Schwierigkeit in den Augen des ild-Experten: Was motiviert den Kunden oder die Kundin, sich an diesem Refill-System zu beteiligen? „Denkbar ist beispielsweise, auf einen Gamification-Ansatz zu bauen und das Ganze als Spiel aufzuziehen“, nannte er einen möglichen Weg, der auch den Kreis zum Projekt CreateMedia in Mobility and Logistics – Innovative Weiterbildung der Logistik-Aus- und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen – kurz: MARTINA – schließt, an dem Thomas Neukirchen mitarbeitet. Dort entsteht eine Lernapp zu Themen wie Sicherheit und Compliance für Mitarbeiter*innen in der Logistik. „Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass diese Form der Weiterbildung auch ankommt, haben wir das Ganze als Spiel aufgesetzt“, so Thomas Neukirchen. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des NRW-Leitmarktwettbewerbs „Medien und Kreativwirtschaft“ vom Land Nordrhein-Westfalen unter Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 2014-2020 „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung“.

Die Konferenz fand an der Universität Lund statt.
Die Konferenz fand an der Universität Lund statt.