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20.07.2017 | München

Akademisierung der Pflege

„Ganzheitliches Denken wird immer wichtiger“

Was bringt die Akademisierung von Fachkräften im Bereich der Pflege? Bei der 4. Münchner Konferenz an der FOM Hochschule stand das Thema „Chancen und Perspektiven im Gesundheits- und Sozialwesen“ im Mittelpunkt. Studierende, Absolventen und Experten aus der Gesundheits-und Sozialwirtschaft äußerten sich zu den Herausforderungen, vor denen ihre Branche steht.

Bei der 4. Münchner Konferenz drehte sich alles um die Chancen und Perspektiven im Gesundheits- und Sozialwesen
Bei der 4. Münchner Konferenz drehte sich alles um die Chancen und Perspektiven im Gesundheits- und Sozialwesen (Foto: FOM)

Der „War for Talents“ im Gesundheits- und Sozialwesen hat längst begonnen. Mit dieser These und entsprechenden Erläuterungen führte Prof. Dr. Gerald Lux fachlich in die Thematik des Abends ein. Zuvor hatte Prof. Dr. Gerald Mann, wissenschaftlicher Gesamtstudienleiter der FOM in München, die anwesenden Gäste begrüßt. Auch die neuen Studiengänge aus dem Hochschulbereich Gesundheit & Soziales wurden vorgestellt.

Anschließend berichteten Angela Kaufmann M.Sc. und Thomas Steger, Absolventin und Student des Bachelor-Studiengangs Gesundheits- und Sozialmanagement, sowie Christian Bihlmayer, Student des Master-Studiengangs Public Health, von ihren Erfahrungen aus dem Studien- und Berufsalltag. In der folgenden Diskussionsrunde waren sich die Expertinnen und Experten einig, dass eine Akademisierung von Pflegekräften notwendig sei: Durch Digitalisierung und medizinische sowie technische Entwicklungen seien neue Kenntnisse erforderlich. Auch in sozialpädagogischen Berufsfeldern seien Akademiker mit fachspezifischer Ausbildung notwendig und gefragt.

„Wir sind auf dem Weg zur papierlosen Klinik. Beispielsweise ist die elektronische Patientenakte erfolgreich eingeführt, was u. a. zu einer Zeitersparnis für unsere Gesundheits- und Krankenpflegerinnen führt, die wiederum den Patienten zugutekommt. Die Digitalisierung verstehen wir ausschließlich als Chance, verbunden mit der Tatsache, dass dadurch auch neue Berufsfelder entstehen“, betonte etwa Dr. Mike Schulz, Leiter Personal und Prokurist des ISAR Klinikums. Dr. med. Barbara Krautz, Leiterin des Burnout-Zentrums München, wies darauf hin, dass Fachkräfte mit fundierten, qualifizierten Ausbildungen gesucht seien, die medizinisches Verständnis mit Beratungskompetenz verbinden könnten. Dr. Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Bayern, skizzierte die Notwendigkeit der Kombination aus Kenntnissen im Gesundheitswesen mit ökonomischem Sachverstand. „Ganzheitliches Denken wird immer wichtiger“, lautete ihre Botschaft. Alexandra Kirch, Leiterin des Ressorts Personalservice beim MDK Bayern, sagte, dass z.B. die Umstellung auf digitale Begutachtung neue Anforderungen und Aufgabenfelder für Mitarbeiter mit sich brächten. Und Madlen Dittrich, Head of People Strategy der E & S Bildungs-und Betreuungskonzepte GmbH in München, wies darauf hin, dass auch bei der Betreuung und Bildung von Kindern die Digitalisierung bereits Einzug gehalten habe – mit entsprechenden Folgen für die Arbeit des Betreuungspersonals.

Bei einem kleinen Imbiss hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz anschließend die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.