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„Innovation & Strukturwandel“

RWTH und FOM Hochschule forschen für die Gesundheitswirtschaft in Aachen

Digitale Patientenakten, Change-Management und Prozessbeschleunigungen: Was sind die Bedarfe in der Gesundheitswirtschaft? Was kann getan werden, um Belastungen und Risiken für das pflegende Personal zu minimieren? Und wie können Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich attraktiver gestaltet werden? Diese Fragen sollen jetzt beantwortet werden. Durch die Fördermaßnahme „Region.innovativ“ möchte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einen Beitrag leisten, damit die Bedingungen mittels „Innovation & Strukturwandel“ verbessert werden können. Die FOM Hochschule und die RWTH Aachen haben sich zusammengetan und das gemeinsame Projekt „Gesundheitsregion Aachen: innovativ Lernen und Arbeiten“ (GALA) ins Leben gerufen. Das geförderte Projekt ist jetzt mit dem Ziel an den Start gegangen, Bedarfe der Arbeitsgestaltung und Kompetenzentwicklung herauszuarbeiten und diese nachhaltig in die Breite zu tragen.

18.05.2021 | Aachen

Fachkräftemangel und Digitalisierung in der Pflege

Die Region Aachen zählt zu den strukturschwachen Gebieten Deutschlands. In Abstimmung mit wichtigen Akteuren der Region Aachen wurde im Hinblick auf die besonderen Probleme der Region entschieden, die Gesundheitswirtschaft zu unterstützen. Zu den besonderen Herausforderungen dieser Branche zählten bereits vor der Pandemie – als die Förderanträge gestellt wurden – der Fachkräftemangel, die besonderen Belastungen für das Personal sowie die Digitalisierung der Pflege. „Die Bedingungen für pflegerische und medizinische Dienstleistungen sind mittlerweile nur noch größer geworden, daher haben wir genau die richtige Entscheidung getroffen. Wir hoffen, der Region Aachen und daran anschließend mit den Ergebnissen auch weiteren strukturschwachen Regionen Deutschlands Hilfestellung bieten zu können“, so FOM Prof. Dr. rer. pol. Thomas Mühlbradt, der am Institute of Automation & Industrial Management (iaim) forscht und an der FOM in Aachen im Hochschulbereich Wirtschaft & Psychologie Arbeits- und Ingenieurpsychologie lehrt. „Gerade auch die Möglichkeiten, die die Digitalisierung der Pflege bieten kann, beispielsweise durch Techniken wie Sensorik, Künstliche Intelligenz, Robotik oder auch die Telemedizin, verändern die Arbeit. Sie können die Branche unterstützen, wenn die Beschäftigten wissen, wie sie sie nutzen können, wie sie damit umgehen sollten – wenn ihnen diese auch überhaupt erstmal zur Verfügung stehen.“ So stehen im Fokus des Forschungsprojekts GALA vier definierte Leitthemen: Mensch-Maschine-Interaktion, Gesundes Arbeiten, Digitale Kollaboration sowie Agilität und Innovation.

Das Teilprojekt der FOM Hochschule wird im Rahmen des Gesamtverbundes die Entwicklung von Konzepten für ein integriertes arbeitsnahes Lernen in der Gesundheitswirtschaft sein. Damit soll lebenslanges Lernen in und nah der Arbeit ermöglicht und gefördert werden. „Hochschulseitig können wir unsere Expertise aus den Kontexten Akademisierung des Pflege-Managements sowie Pflege und Digitalisierung in das Projekt einbringen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den Forschungspartnern in den nächsten drei Jahren und bin schon gespannt auf das, was wir hier gemeinsam erarbeiten können – für unsere Region und die Branche“, so Prof. Mühlbradt.


Prof. Dr. Thomas Mühlbradt forscht am Institute of Automation & Industrial Management (iaim) und lehrt an der FOM in Aachen im Hochschulbereich Wirtschaft & Psychologie Arbeits- und Ingenieurpsychologie (Foto: FOM)

Weitere Informationen:

 Um die Bedarfe der Arbeitsgestaltung und Kompetenzentwicklung herauszuarbeiten, stehen den Forschenden partnerschaftlich in der Region ansässigen Praxiseinrichtungen und -unternehmen zur Seite: Region Aachen Zweckverband, Gesellschaft für Produktionshygiene und Sterilitätssicherung mbH, St. Gereon Seniorendienste gGmbH, Medizintechnikhersteller Vostra GmbH, Lebenshilfe Aachen GmbH, Automatisierungstechnik-Dienstleisterin Heinen Automation GmbH & Co. KG, Software- und Managementberatung Modell Aachen GmbH, Weiterbildungsanbieter UKA AIXTRA und die MedAix GmbH, die Physiotherapie-Praxen und gesundheitsorientierte Trainingszentren betreibt.

Die drei wissenschaftlichen Partnereinrichtungen sind von der RWTH Aachen der FIR e. V. sowie das Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) und von der FOM Hochschule das Institute of Automation & Industrial Management (iaim).