• FOM
  • 2021
  • Juli
  • FOM Bachelor-Studium „Soziale Arbeit“ in Oberhausen

FOM Bachelor-Studium „Soziale Arbeit“

Gino Dresen: „Wer sein Handwerk beherrschen möchte, sollte auf jeden Fall studieren“

Vom Zivi zur Führungskraft – das beschreibt den Werdegang von Gino Dresen. Der heutige Leiter der Einrichtung „Ambulantes Wohnen & Beschäftigung“ des Caritasverbandes Oberhausen, hat das berufsbegleitende Bachelor-Studium „Soziale Arbeit“ erfolgreich absolviert und sich mit dem Studienabschluss für eine Führungsposition qualifiziert. Im Interview spricht der gebürtige Oberhausener über seine Studienerfahrungen, Vorteile und Perspektiven, die ein Bachelor-Abschluss mit sich bringt.

„Als staatlich anerkannter Sozialarbeiter ist einfach mehr möglich“, sagt Gino Dresen, dem sich nach seinem Studium neue Karriereperspektiven eröffneten (Foto: Privat).
„Als staatlich anerkannter Sozialarbeiter ist einfach mehr möglich“, sagt Gino Dresen, dem sich nach seinem Studium neue Karriereperspektiven eröffneten (Foto: Privat).

Herr Dresen, Sie haben „Soziale Arbeit“ studiert. Warum war ein Studium für Sie sinnvoll und wichtig?
Die Kombination aus Arbeit und Studium hat mich überzeugt, da ich nicht auf mein Einkommen verzichten wollte. Deshalb war das berufsbegleitende Konzept für mich genau richtig. So konnte ich 75 Prozent als Unterstützungskraft beim Caritasverband Oberhausen arbeiten und habe parallel dazu studiert. Bei den Vollzeit-Studiengängen an Universitäten steht zwar ein Blockpraktikum auf dem Plan, aber so richtig ‚Felderfahrung‘ wird nicht gesammelt. Dort wird erst nach dem Studienabschluss, im Anerkennungsjahr, erste Praxiserfahrung gesammelt, während die Studierenden beim berufsbegleitenden Programm sofort mittendrin sind. Das ist aus meiner Sicht ein großer Vorteil.

Klingt nach „Learning by doing“…
Genau. Insbesondere bei der Arbeit mit Menschen kann ich doch nur lernen, wenn ich in die praktische Arbeit mit Klientinnen und Klienten einsteige. Es wird auch keinen Frisör geben der nur Theorie lernt und niemandem die Haare schneidet. In der Sozialarbeit ist das genauso – deshalb sehe ich das schon als großen Vorteil, das Erlernte unmittelbar in der Praxis erproben zu können. Am Ende des berufsbegleitenden Studiums steht dem Arbeitsmarkt eine Fach- und Führungskraft mit Praxiserfahrung zur Verfügung, die sofort voll einsteigen kann und nicht erst noch ein Anerkennungsjahr machen muss. Das ist auch eine Zeitersparnis.

Also lohnt sich ein Studium gleich in mehrfacher Hinsicht?
Wer sein Handwerk in der Sozialen Arbeit beherrschen möchte, sollte meiner Meinung nach auf jeden Fall studieren. Allein schon, um wichtige theoretische Grundlagen zu erlangen. Das Studium sorgt für das Grundfundament an beruflichen Handlungskompetenzen, d.h. Absolventinnen und Absolventen sind professionalisiert im Umgang mit Menschen und wissen, um den rechtlichen Rahmen, in dem sie sich bewegen können.

Ihr Werdegang ist schon beeindruckend. Vom Zivi zur Führungskraft. Inwieweit hat Ihr Studium auf Ihre Karriere eingezahlt?
Nach dem Studium arbeitete ich als Sozialarbeiter und habe gleichzeitig schon erste koordinierende Aufgaben übernommen. Im Zuge dessen wurde mir die Teamleiterrolle angeboten und nach weiteren zwei Jahren bin ich dann in die Einrichtungsleitung aufgestiegen. Ich hatte mich eigentlich auf eine längerfristige Arbeit an der Basis eingestellt und hatte das Glück, dass meine Vorgesetzten mein Potenzial und meine Kompetenzen erkannt und mich entsprechend gefördert haben.

Welche Voraussetzungen sollten für ein berufs- oder ausbildungsbegleitendes Studium gegeben sein?
Ich habe schon viele kommen und gehen sehen. Was wichtig ist, man muss intrinsisch motiviert sein und selbst Lust auf das Studium haben. Wenn nur der Arbeitgeber sagt: „Mensch, mach das doch mal“, solche Fälle scheitern, weil man selbst nicht genug motiviert ist. Grundsätzlich sind ein hoher Grad an Disziplin und ein gutes Selbstmanagement hilfreich. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter haben zudem, in der Regel, ein humanistisches Menschenbild, eine gute Selbstreflektion, müssen einen guten Zugang zu Menschen haben und bereit sein zu helfen. Bei uns zuhause war es z.B. normal, dass Menschen bei uns geschellt und um unterschiedliche Hilfen gebeten haben. Der eine wollte mal telefonieren, der andere war knapp bei Kasse und hat nach einer Scheibe Brot gefragt. So bin ich aufgewachsen.

29.07.2021 | Oberhausen

Wie sieht die berufliche Perspektive in der Sozialarbeit aktuell und langfristig aus?
Laut Sozialbericht 2020 liegt der Migrationsanteil in Alt-Oberhausen bei 54 Prozent und der Anteil an Hartz-IV-Empfängern liegt bei 83 Prozent. Bei diesen Schlagwörtern wird klar, dass wir aktuell und auch perspektivisch verstärkt Fachkräfte brauchen werden. Insbesondere im Bereich der Prävention. Wichtig für die Sozialstruktur einer Stadt ist es, interkulturelle Räume für Begegnungen zu schaffen – Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sind dabei wichtige Akteure. Hinzu kommt, dass eigentlich nur der Weg des Studiums bleibt, um in diesem Berufsfeld ein höheres Gehalt zu verdienen. Als staatlich anerkannter Sozialarbeiter ist einfach mehr möglich.

Gemeinsames Angebot von FOM Hochschule und Medikon Akademie:
Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“

In Kooperation mit der Medikon Akademie in Oberhausen baut die FOM Hochschule ihr Studienangebot in der Metropolregion Rhein-Ruhr weiter aus. Durch ein gemeinsames ausbildungs- und berufsbegleitendes Studienangebot möchten die FOM und die Medikon Akademie die notwendige Qualifizierung von Fachkräften in Bereichen wie Soziale Arbeit und Sozialpädagogik, in denen der Fachkräftemangel besonders stark spürbar ist, weiter vorantreiben. Weitere Informationen unter: fom.de/hochschulzentren/studium-in-oberhausen.