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  • Soziale Arbeit eines Bundesligisten: Der FC Schalke 04 zu Gast an der FOM in Wesel

Sportlicher Besuch am Großen Markt: Soziale Arbeit eines Bundesligisten

Der FC Schalke 04 zu Gast an der FOM in Wesel

02.02.2021 | Wesel

Fußball wird auf der ganzen Welt gespielt. Sei es in einer kolossalen Arena oder auf dem holprigsten Bolzplatz überhaupt. Und so vielfältig ist auch das soziale Engagement im Sport – wenngleich die meisten einen Verein wie den FC Schalke 04 vermutlich nicht gleich mit Sozialer Arbeit assoziieren. Doch der Club nutzt seine Möglichkeiten auf verschiedenste Weise und setzt sich für andere ein. Ein guter Grund für FOM Dozent Rainer Zeitz, den FC Schalke 04 zu einer Vorlesung des Studiengangs „Soziale Arbeit“ an die FOM nach Wesel einzuladen und so in einer Online-Vorlesung praxisnahe Einblicke in diesen Bereich des Sports zu erhalten.

Streetsoccer-Tour, Freizeitpädagogik & Antidiskriminierung

Zu Gast waren Mitja Müller, einer der vier festangestellten Fanbeauftragten von Schalke, und Benjamin (Benny) Munkert, studierter Sozialarbeiter und pädagogische Fachkraft im Schalker Fanprojekt, dessen Träger Gelsensport ist. Mitja berichtete den Studierenden aus dem Arbeitsalltag eines Fanbeauftragten, denn dazu gehöre deutlich mehr, als jedes Wochenende zu den Spielen zu reisen und dort den Austausch mit den anwesenden Fans zu suchen. Die Arbeit sei sehr vielfältig und die DFL habe sogar eigens einen Studiengang für die Fanbeauftragen entwickelt - „Fan- und Zuschauermanagement“.

Benny erzählte von verschiedensten Projekten: „Die Mitarbeitenden kümmern sich vorrangig um die sog. „Ultra-Szene“ und bieten Hilfestellung in allen möglichen Lebenssituationen an, z.B. im Falle von Schulden oder Suchtproblemen. Außerdem gibt es Spieltags Begleitungen für Minderjährige unter dem Motto `Ohne Alkohol und Nikotin!`. Darüber hinaus gibt es einen wöchentlichen offenen Treff für Jugendliche, die alljährliche Streetsoccer-Tour, den Montagskick und viele weitere Projekte und Angebote.“ Besonders wichtig sei dem Schalker Fanprojekt auch die politische Bildung: So werden beispielsweise regelmäßig Fahrten zu Holocaust-Gedenkstätten durchgeführt. Im Projekt „Schalke macht Schule“, das jährlich rund 450 Jugendliche besuchen, wird ein dreitägiges soziales Training zu bildungspolitischen Themen angeboten und auch für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge gibt es ein eigenes Programm. 

Online-Vorlesung statt Fußballspiel

Birgit Lippmann, Geschäftsleiterin der FOM in Wesel: „Einblicke in ein solches Arbeitsfeld sind nicht selbstverständlich. Daher haben Herr Zeitz und ich auch Studierende aus den anderen Fachsemestern zu dieser virtuellen Vorlesung eingeladen. Alle haben sehr gespannt zugehört und viele Fragen gestellt.“ Von Interesse war beispielsweise, wie sehr auch psychologisches Fachwissen nötig sei, um auf brenzlige Situationen reagieren zu können, wie sich ein solcher Arbeitsalltag mit einem Familienleben vereinbaren lässt und wie man überhaupt in einen solchen Arbeitsbereich gelangt.

Das Feedback war dementsprechend positiv: Die Studierenden bekamen spannende Einblicke in ein für sie bis dahin unbekanntes Feld der Sozialen Arbeit und konnten aus dem Besuch einiges mitnehmen. Birgit Lippmann: „Es ist großartig, dass ein Dozent wie Herr Zeitz seinen Studierenden solche Abende ermöglicht und dass sich die beiden Schalker Benny und Mitja so viel Zeit für uns genommen haben. Zumal zeitgleich ein Fußballspiel des FC Schalke lief!“ Im nächsten Semester werden die beiden definitiv wieder eingeladen – dann hoffentlich für einen Besuch in Präsenz. 

Das Team der Schalker Fanbeauftragen war zu Gast an der FOM in Wesel (Foto: FC Schalke)
Das Projekt „Schalke macht Schule“ zieht jährlich 450 Jugendlich an (Foto: FC Schalke)
Die Studierenden der FOM verfolgten den Gastvortrag ihrer Vorlesung von Zuhause aus (Foto: FOM/Tom Schulte)

Mehr Infos zu den Bachelor- und Master-Studiengängen der FOM in Wesel sowie dem Studiengang „Soziale Arbeit“ unter www.fom.de/wesel