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FOM Absolvent Thomas Nordmann über den Alltag in einem US-Unternehmen

Arbeiten wie im Silicon Valley

29.04.2021 | Hannover

US-Unternehmen: Das heißt „hire and fire“, denken viele. FOM Absolvent Thomas Nordmann hat als Vertriebs-Systemingenieur bei Palo Alto Networks jedoch eine ganz andere Unternehmenskultur kennengelernt. Das Unternehmen ist führend im Cybersecurity-Bereich und gehört zu den Vorzeigefirmen des Silicon Valley. Viel Stoff also, den Nordmann mit seinen Mitstudierenden an der FOM in Hannover teilen kann. Dort hat er erfolgreich seinen Bachelor in Wirtschaftsinformatik abgeschlossen. 

In den USA war FOM Absolvent Thomas Nordmann bislang leider nur virtuell: bei den regelmäßigen Videokonferenzen mit den Kollegen aus der Zentrale von Palo Alto Networks im kalifornischen Santa Clara. „Eigentlich hätte ich dort meine Einarbeitung gehabt. Zwei, vielleicht drei Wochen Silicon Valley, dem wichtigste Hightech-Standort der Welt. Aber das Virus kam dazwischen...“, sagt Nordmann und seufzt.

So begegnet der 28-jährige Presales Systems Engineer seinen Kolleginnen und Kollegen bislang nur bei virtuellen Besprechungen, die derzeit auch das Studium bestimmen. „Das Hochschulleben fehlt mir schon ein wenig“, so Nordmann. „Ich bin zur FOM gekommen, weil ich die Inhalte gerne in Präsenzvorlesungen vermittelt bekomme – aber die momentane Lehrumstellung fand ja nur übergangsweise in digitaler Form statt.“ Daher hat sich Nordmann gut mit den Umstellungen arrangiert – unter anderem wegen der Lehrenden und Mitstudierenden an der FOM, mit denen er sich häufig über laufende IT-Projekte austauschte: „Ich freue mich, wenn bei den Kommilitonen meine Erfahrung bei Infrastruktur und Netzwerken gefragt ist oder wenn ich mein Netzwerk spielen lassen kann“, sagt er.

Über die „Coronafolgen“ helfen ihm aber auch die Kollegen bei Palo Alto Networks hinweg, die ihn von Beginn an herzlich aufgenommen haben. Im April vergangenen Jahres startete er als Presales Systems Engineer bei dem Unternehmen, das an vorderster Front Zehntausende von Organisationen über Clouds, Netzwerke und mobile Geräte schützt. „Es läuft doch vieles anders als in deutschen Betrieben“, so Nordmann. Der ausgebildete Fachinformatiker für Systemintegration betreute vorher unter anderem das Netzwerk eines Mittelständlers. Dann gab ihm ein Bekannter den Tipp, es doch mal bei Palo Alto Network zu versuchen.

Das Unternehmen berät Unternehmen und Organisationen in mehr als 150 Ländern – und zählt mit seinen mehr als 8.000 Mitarbeitenden weltweit zu den führenden Unternehmen im Bereich Cybersecurity. Es ist in der Öffentlichkeit weniger bekannt als Tech-Riesen wie Cisco, Microsoft und IBM, „aber der Ruf unter den Spezialisten ist top“, sagt Nordmann, der mit gewisser Ehrfurcht im Oktober 2019 das mehrstufige Bewerbungsverfahren antrat. 

Doppelschicht: Arbeit & Studium

Zur Arbeit bei Palo Alto Networks kam das berufsbegleitende Wirtschaftsinformatik-Studium am Hochschulzentrum in Hannover. „Es war ein ganz schönes Pensum, das ich aber gut bewältigen konnte“, so Nordmann. Einmal wegen der Vertrauensarbeitszeit seines Arbeitgebers, dann wegen der Studienorganisation der FOM, über die Nordmann viele gute Worte verliert: „Unter anderem der Online-Campus, über dem wir stets informiert wurden, ist sehr praktisch.“

Im Januar 2021 hat er seine Bachelor-Arbeit abgegeben und diese erfolgreich in seinem Kolloquium verteidigt. „Es war für mich von Anfang an klar, dass ich über die Cloud-Lösungen meines Arbeitgebers schreiben werde.“ Auch als angehender Personaler oder Kommunikationsspezialist wäre das globale Unternehmen interessanter Gegenstand einer Abschlussarbeit. „Die Atmosphäre ist ganz anders als ich es bislang aus deutschen Unternehmen kenne“, schwärmt Nordmann. „Die Kolleginnen und Kollegen stehen füreinander ein: Man hilft sich jederzeit, wenn es irgendwo hakt.“

FOM Absolvent Thomas Nordmann arbeitet (virtuell) am wichtigsten Hightech-Standort der Welt (Foto: Privat)
FOM Absolvent Thomas Nordmann arbeitet - bislang virtuell - in einem US Unternehmen im Silicon Valley (Foto: AdobeStock/zimmytws)

Mehr als kollegial

Der kollegiale Zusammenhalt geht so weit, dass sich viele interne Communities gebildet haben, die weit über das Berufliche hinausgehen. So gibt es eine Community, die das Wachstum und den Einfluss von Frauen unterstützt und fördert, und eine andere Community, die neue Kollegen unterstützt, die gerade mit ihrer Karriere im Cybersecurity-Bereich gestartet sind. Die vielen verschiedenen Mitarbeiter-Communities sind tief in der Unternehmenskultur verankert. „Die Tiefe der Beiträge und die Intensität des Austauschs in den Communities: Das hat mich doch überrascht“, so Nordmann.

Aus seinem Studium an der FOM hat er einiges mitnehmen können, auch wenn er keine Führungsposition anstrebt, wie er einmal dachte. „Einmal IT-ler, immer IT-ler: Die operative Arbeit macht mir einfach zu viel Spaß. Das habe ich im Laufe der Zeit gemerkt“, so Nordmann, der schon seit seiner Ausbildung zum Fachinformatiker in Hannover lebt. Sein Gewinn: die „coolen Hausarbeiten und Experimente“ bei IT-Dozent Dr. Markus Humberg und das methodische Rüstzeug, das ihm die Lehrenden mitgegeben haben.

Und das kann er gut brauchen. Die Arbeit ist dicht gepackt. Mehrere Kunden in Norddeutschland, aus unterschiedlichen Sektoren, betreut Nordmann als Berater und Vertriebler in einer Person. „Ich analysiere die Situation, gebe Empfehlungen, die dann zusammen mit unseren Partnern beim Kunden umgesetzt werden“, erklärt er. Für ein weltweites, von Tokio bis São Paulo operierendes Unternehmen, setzt er derzeit eine cloudbasierte VPN-Lösung um.

„Firewall, Virenscanner - alles integriert“, sagt Nordmann. „Der Mitarbeiter klinkt sich mit seinem Laptop irgendwo auf der Welt ins Firmennetzwerk ein und kann sicher und schnell arbeiten – genau nach den spezifischen Vorgaben, die die Firma bei der Sicherheit macht.“