ELLO Camping & Weseler FOM kooperieren

FOM Absolvent erfindet Kofferraum-Küche

Während seines Dualen Studiums an der FOM legte sich Pascal Schalapski einen Bulli zu. Wenn er mit dem schwarz-beigen Bus um die Ecke tuckerte, lachten seine Kommilitonen, neckten ihn und seine „alte Möhre“ – natürlich auf liebevolle Art. Rückblickend war dieses alte Gefährt einer der Gründe dafür, dass Pascal heute ein erfolgreicher Unternehmer ist, der jedes normale Auto in ein echtes Wohnmobil verwandelt. „Mein Camping-System klappt selbst im Corsa-Kofferraum. Auch der ein oder andere Kommilitone ist mittlerweile Kunde von mir“, schmunzelt der junge Gründer. Jetzt kooperiert der 31-jährige FOM Absolvent sogar mit seiner ehemaligen Hochschule und wird zukünftig mindestens einen FOM Studierenden in seinem Weseler Start-up „Ello Camping“ einstellen.

16.09.2020 | Wesel

Entscheidung für ein Duales Studium: Geld verdienen und weiterbilden

Wie laufen Unternehmensprozesse ab? Warum treffen Führungskräfte bestimmte Entscheidungen? „Diese Beweggründe kann ich heute sehr gut nachvollziehen“, so der Weseler. Er erkenne in seinem Alltag ständig Inhalte aus dem Dualen Studium in Business Administration wieder – insbesondere was das Projektmanagement, das Controlling, CRM-Systeme und IT-Schnittstellen anbelange. „Für mich kam nur ein Duales Studium in Frage. Ich war durch meinen Nebenjob daran gewöhnt, Geld zu verdienen, ein eigenes Auto zu fahren – darauf wollte ich nicht mehr verzichten“, denkt der 31-Jährige zurück, der während seiner Ausbildung im B2B-Vertrieb für Investitionsgüter bei Evers in Oberhausen arbeitete. Und heute fühle es sich fast wieder so an, als würde er dual studieren: „All die Termine, all das, was ich täglich dazu lerne. Aber irgendwann zahlt es sich aus – der Stress lohnt sich – genau wie bei dem Dualen Studium.“

Pascal: „Meine Campingboxen bieten eine kompakte Lösung an, die ein teures Wohnmobil oder einen Wohnanhänger überflüssig macht." (Foto: Privat)

Ein Wohnmobil im Auto-Kofferraum: das Geschäft boomt

„Ich wollte mich schon lange selbstständig machen, hab allerdings auf eine Idee gewartet, von der ich voll und ganz überzeugt war“, so Schalapski. Im April 2018 gründete er sein eigenes Unternehmen, ging 2019 an den Start und nahm vor einem Jahr schließlich richtig Fahrt auf. „Als die Corona-Pandemie dann losging, sind unsere Umsätze allerdings stark eingebrochen“, denn übers Telefon ließe sich solch ein Produkt eben schwer verkaufen und die Verunsicherung der Kunden sei einfach zu groß gewesen. Doch mittlerweile boomt das Campinggeschäft so sehr, dass Ello Camping 30 bis 40 Aufträge im Monat erhält, weitere Mitarbeitende einstellen musste und sogar schon Anfragen von großen Firmen und Autohändlern erhalten hat.

„Ich verkaufe keine Küche, sondern die Freiheit, an jedem Ort der Welt zu kochen und immer alles an Utensilien dabei zu haben“, erklärt der studierte Kaufmann, der selbst sehr praktisch veranlagt ist. Er bereiste schon die schönsten Orte der Welt, fuhr von Kanada über Südamerika bis in die Südsee und nach Australien. Doch eines fehlte Pascal Schalapski auf dieser Reise: alles dabei zu haben, was Reisende für ein komfortables Leben benötigen – inklusive eigener Küche. „Ich liebe das Schrauben, Tüfteln und auch das Kochen und Schnibbeln“, und so entwickelte er während hunderter Arbeitsstunden ein System, das innerhalb weniger Minuten jedes normale Auto in ein echtes Wohnmobil verwandelt. Ob Kompressor-Kühlbox, fließend Wasser, eigener Stromversorgung oder gemütliches Bett – jeder Ausstattungswunsch kann individuell erfüllt werden. „Meine Campingboxen bieten eine kompakte Lösung an, die ein teures Wohnmobil oder einen Wohnanhänger überflüssig macht. Die meisten haben ja schon ein Auto vor der Tür stehen, das im Alltag eingesetzt wird“, so der 31-Jährige, der mittlerweile seinen Bulli verkauft hat.

Pascal Schalapski und Birgit Lippmann trafen sich zur Vertragsunterzeichnung bei ELLO Camping in Wesel (Foto: FOM)

Kooperation mit der FOM Hochschule am großen Markt

Birgit Lippmann, die Geschäftsleiterin des FOM Hochschulzentrums in Wesel und Geschäftsführer Pascal Schalapski trafen sich erstmals auf einem Netzwerkabend in Wesel: „Wir haben uns unterhalten und ausgetauscht, uns schließlich dazu entschieden, eine Kooperation einzugehen“, erklärt Schalapski. Es ist geplant, nächstes Jahr einen Mitarbeitenden einzustellen, der an der FOM ausbildungsbegleitend den dualen Bachelor-Studiengang „Business Administration“ studieren soll – um so optimal für das Produktmanagement, den Einkauf oder den Vertrieb von Ello Camping ausgerüstet zu sein. Den Vertrag haben die beiden jetzt unterschrieben, freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit. Birgit Lippmann: „Es ist unglaublich schön und inspirierend zu sehen, wie sich unsere Absolventen weiterentwickeln. Pascal Schalapski hat seine Ziele verfolgt und ist heute ein erfolgreicher Geschäftsmann mit innovativen Ideen – davon können wir als Hochschule natürlich auch profitieren.“ Weitere Ziele von Schalapski sind der Ausbau des Internethandels und das internationale Wachstum: „Als ich mit meinem Produkt an den Start ging, erhielt ich gleich Anfragen aus den USA und den Arabischen Emiraten. Wer weiß, vielleicht ist der Verkauf weltweit zukünftig ja tatsächlich möglich“, so der Weseler.

Der Bulli, der einer der Gründe dafür war, dass Pascal heute ein erfolgreicher Unternehmer ist (Foto: Privat)