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„Das hätte ich mir niemals träumen lassen!“

Duisburgerin schafft Bachelor-Abschluss ohne Abitur

„Als ich damals ohne Abitur die Schule verließ, hätte ich niemals damit gerechnet, irgendwann einen akademischen Titel zu haben. Geschweige denn, meine letzte Prüfung im eigenen Wintergarten zu absolvieren“, lacht FOM Absolventin Brinja Schmeckenbecher, die gerade ihr Kolloquium mit einer 1,0 bestanden hat. Und als wären das nicht schon genug Besonderheiten, ist die Duisburgerin die allererste FOM Absolventin des Bachelor-Studiengangs „Soziale Arbeit“ – aller 32 FOM Hochschulzentren deutschlandweit.

27.10.2020 | Duisburg

Abfallentsorgung, Hausverwaltung, Selbstständigkeit

In ihrer Jugend wurde Brinja Schmeckenbecher krank: „Ich konnte eine zeitlang nicht zur Schule gehen, hab aber als es mir wieder besser ging, das Gymnasium mit dem schulischen Teil der Fachhochschulreife abgeschlossen.“ Nach einem freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege startete sie schließlich eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Abfallentsorgung, merkte dort schnell: „Das reicht mir nicht!“ So entschloss sie sich dazu, im Hausverwaltungsbetrieb ihrer Eltern anzufangen: „Neben dem Beruf absolvierte ich in dieser Zeit bei der BCW Weiterbildung sowohl den IHK Kurs zur Haus- & Eigentumsverwalterin als auch den Industriefachwirt und später noch den Betriebswirt IHK.“ Doch auch diese Tätigkeit erfüllte sie persönlich nicht. Sie wollte Verwaltungstätigkeiten mit der Arbeit mit Menschen kombinieren – und stieß so schließlich auf den selbständigen Job als rechtliche Betreuerin. „Es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Ich kläre wichtige Angelegenheiten für Menschen, die selbst nicht dazu in der Lage sind.“ Zu ihren klassischen Tätigkeiten zählen hier unter anderem die Finanzeinteilung, Grundstücksverkäufe oder Organisation bei Ämtern und Behörden.

„Höhere Vergütung war meine Motivation!“

Drei Jahre lang arbeitete sie in ihrer Selbstständigkeit, bekam einen Sohn – bis 2017 in ihr der Wunsch wuchs, ein Studium so absolvieren: „Ich wusste, ich würde mit einem Studienabschluss ganze 30 Prozent mehr in meinem Job verdienen“, denkt Brinja heute zurück. „Mein Sohn war damals allerdings gerade mal drei Jahre alt. Ein Tagesstudium kam für mich deshalb nicht in Frage.“ Die FOM Hochschule überzeugte sie daher in vielerlei Hinsicht: „Ich konnte berufsbegleitend ohne Abitur mit dem Nachweis beruflicher Qualifikation studieren, abends und am Wochenende die Vorlesungen besuchen und das Duisburger Hochschulzentrum war gerade mal 20 Minuten von meinem Zuhause entfernt“, so die 37-Jährige. Sie startete ihr Studium in „Sozialer Arbeit“ und darf sich heute, sechs Semester und eine Bachelor-Thesis später, als erste Absolventin bezeichnen. „Es fühlt sich toll an, es geschafft zu haben – und auch ohne Abitur einen Bachelor-Abschluss in der Tasche zu haben. Das hätte ich mir niemals träumen lassen“, so die Duisburgerin, die sich früher in der Schule eigentlich immer eher als faul bezeichnet hätte. Und auch der ursprüngliche Wunsch, das Studium für ein besseres Gehalt zu absolvieren, entwickelte sich während der letzten drei Jahre weiter: „Die Inhalte waren extrem interessant und ich konnte immer einen Bezug zu meiner Selbstständigkeit herstellen. Auch in Hausarbeiten und in meiner Bachelorarbeit habe ich meine Schwerpunkte auf die rechtliche Betreuung gelegt“, erklärt Brinja Schmeckenbecher.

Brinja Schmeckenbecher gleich nach Bestehen ihrer letzten offiziellen Prüfung (Foto: Privat)

Endlich wieder mehr Zeit für die Familie

Ihr Studium startete die Duisburgerin als ihr Sohn in die Kita kam, beendete es jetzt, passend zu seinem Schulstart: „Er ist ganz begeistert, dass ich es geschafft hab. Ohne meinen Mann und meine Familie wäre das alles natürlich nicht möglich gewesen“, weiß die Absolventin. Einen Master schließt sie nicht aus, doch jetzt möchte sie erstmal wieder mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen. „Und da ich ja nun auch mehr Einnahmen habe, werde ich demnächst das Büro expandieren und eine Schreibkraft einstellen“, freut sich die studierte Sozialarbeiterin.

Studiengang "Soziale Arbeit":

Der Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ (B.A.) ist erstmals 2017 an der FOM Hochschule gestartet. Der Abschluss befähigt Absolventinnen und Absolventen dazu, ihren Beitrag zu einer der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu leisten: Menschen in verschiedensten Lebenssituationen in ihrem Alltag zu unterstützen. Studierende erwerben berufsbegleitend ein breites Fachwissen, um als „staatlich anerkannte/-r Sozialarbeiter/Sozialpädagoge“ soziale Probleme in den unterschiedlichsten Bereichen zu lösen oder präventiv gegen sie vorzugehen. Sie sind eine große Chance – vor allem auch an der Schnittstelle zum und im Gesundheitswesen. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft nimmt die Berufsgruppe eine der Spitzenpositionen im Ranking der gefragtesten Akademiker ein.