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FOM Studierende befragten über 600 Menschen in Bremen

Weihnachten im Corona-Jahr: Gesundheit und gemeinsame Zeit wichtiger als Geschenke

Für die Bremer Bürgerinnen und Bürger sind teure Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr zweitrangig – in Zeiten von Corona stehen Gesundheit und gemeinsame Zeit bei ihnen an erster Stelle. So geben sie im Mittel 450 Euro für Geschenke aus, das sind rund 50 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt. Zudem fühlt sich die Mehrheit (rund 68 %) beim Weihnachtseinkauf trotz Hygiene-Auflagen nicht unbedingt sicher – für viele sind Menschenansammlungen sogar ein Grund, jetzt häufiger als vor der Krise im Internet zu bestellen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, bei der Studierende 623 Bremerinnen und Bremer zwischen 12 und 99 Jahren interviewt hatten. 

17.11.2020 | Bremen

Insgesamt 91 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Gesundheit der Familie wichtiger sei als teure Geschenke. Auch auf gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie legt die große Mehrheit der Menschen in Bremen (88 %) in diesem Jahr mehr Wert als darauf, ihnen großzügige Weihnachtspräsente zu machen. Nur 27 Prozent der Befragten wollen zum Schutze der Gesundheit auf Familienbesuche an den Feiertagen verzichten.

Zeit verschenken – weniger Gutscheine für Reisen

Auch das Schenkverhalten ist 2020 in der Hansestadt ein besonderes: Nahezu drei von vier Befragten (73 Prozent) planen, Zeit miteinander zu verschenken, allen voran die Generation der 24- bis 39-Jährigen (81 %). Bei den materiellen Geschenken stehen Gutscheine für jeden Zweiten in Bremen (50 %) zwar weiterhin hoch im Kurs, gleichzeitig gaben aber deutlich mehr als die Hälfte der Befragten (61 %) an, aufgrund der ungewissen Aussichten weniger Gutscheine für Reisen als gewöhnlich zu verschenken. Grundsätzlich ist die Geschenke-Hitliste im Vergleich zu den Vorjahren relativ konstant: Besonders beliebt sind bei den Bremerinnen und Bremern nach wie vor Kosmetik und Körperpflegeprodukte (47 %), Spielwaren (46 %), Bücher bzw. Schreibwaren (44 %) sowie Konzert- und Theaterkarten (41 %). Weit abgeschlagen hingegen finden sich eher traditionelle Konsumgüter wie Heimtextilien (15 %) und Lederwaren (10 %).

Internet beliebter als Einkaufszentrum

Die Corona-Pandemie zeigt auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten in Bremen: In diesem Jahr gaben die Befragten das Internet als wichtigste Einkaufsmöglichkeit (64 %) an – noch vor dem Einkaufszentrum in der Stadt (58 %). Mögliche Erklärung: Nur jeder Dritte (33 %) fühlt sich beim Geschenke-Kauf in den Geschäften sicher. 34 Prozent der Bremer Bürgerinnen und Bürger bestellen in diesem Jahr ihre Geschenke häufiger als sonst im Internet, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Weitere Gründe für vermehrtes Online-Shopping im Vergleich zur Vorkrisenzeit sind die größere Auswahl (35 %), die einfache Handhabung (34 %) und die schnelle Lieferung (30 %). Die Unterstützung des stationären Einzelhandels ist den Menschen in Bremen nur bedingt wichtig: Lediglich 35 Prozent der Befragten haben vor, deshalb Geschenke in der Umgebung zu kaufen, bei den 12- bis 23-Jährigen sind es sogar nur 21 Prozent. 

Weihnachtsumfrage 2020
Gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie – darauf legen die Menschen in Bremen zum diesjährigen Weihnachtsfest ganz besonders viel Wert (Foto: Konstantin Yuganov / stock.adobe.com)

Zur Studie

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Herbst 2020 rund 4.200 Studierende bundesweit mehr als 46.000 Menschen in persönlichen Interviews (telefonisch und Face-to-Face), quotiert nach Geschlecht und Alter.

Die komplette Umfrage zum Download finden Sie unter fom.de/weihnachtsbefragung2020.