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ARD-Journalist Arnd Henze virtuell zu Gast in Dortmund

Dokumentation über Wolfsburger Pflegeheim: Studierende diskutieren über Ethik in der Corona-Krise

16.11.2020 | Dortmund

Wochenlange Isolation und Sterben in Einsamkeit: Gerade zu Beginn der Corona-Krise kein Einzelfall, sondern in manchen Alten- und Pflegeheimen harte Realität. Doch inwiefern ist das überhaupt ethisch vertretbar? Unter dieser Fragestellung schauten Dortmunder Studierende des Bachelor-Studiengangs „Gesundheits- und Sozialmanagement“ (B.A.) im Rahmen einer virtuellen Sonderveranstaltung die Dokumentation „Ich weiß nicht mal, wie er starb – Wie ein Pflegeheim zur Corona-Falle wurde“. Journalist Arnd Henze, der sich für den Dokumentationsfilm verantwortlich zeichnet, stand in einer anschließenden digitalen Diskussionsrunde für Fragen zur Verfügung. 

In der ARD-Dokumentation beleuchtet Arnd Henze in Zusammenarbeit mit seiner Kollegin Sonja Kättner-Neumann die Vorfälle eines Wolfsburger Pflegeheims, in dem sich im Frühjahr innerhalb weniger Tage mehr als 100 Bewohner mit Covid-19 infizierten – 47 von ihnen starben. Im Film sprechen die Journalisten u.a. mit betroffenen Angehörigen, Pflegekräften, Diakonie-Verantwortlichen und Medizinethikern.

Im Anschluss an den Film beantwortete Arnd Henze die vielen Fragen der Studierenden, diskutierte mit ihnen über Ethik in der Corona-Krise und über die Art der Krisenkommunikation. Wichtigste Erkenntnis der Gespräche und Recherchen vor Ort sei „die Überforderung fast aller handelnden Personen in so einer Situation. Die eindeutige Botschaft und mein Rat, auch für künftige Situationen solcher Art: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation", so der Journalist. 

Arnd Henze
Journalist Arnd Henze stand den Studierenden für eine virtuelle Diskussionsrunde zur Verfügung (Foto: Solveig Böhl)

FOM Dozent Uwe Moggert-Seils, der die Veranstaltung initiierte: „Die Dokumentation macht betroffen und regt zum intensiven Nachdenken an. Wir sind diesem Thema daher auch noch in den Folgevorlesungen weiter nachgegangen und haben mögliche Lösungsansätze rund um das ‚ethische Dilemma‘ und das Thema Krisenkommunikation diskutiert.“