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Studium auf Umwegen - „Marketing & Digitale Medien“

Junge IT-Expertin: „Von klein auf interessiere ich mich für digitale Medien!“

Weibliche Vorbilder, Networking und Einblicke in die Praxis sind die wichtigsten Faktoren, junge Frauen für die IT-Welt zu begeistern. Stumme Nerds hinter Rechnern. Männer, die glauben, dass Frauen keine Ahnung von Computern haben – das Klischee ist längst veraltet. Laut Digitalverband Bitkom lag der Frauenanteil in der IT im Jahr 2019 bei etwa 17 Prozent – ist damit zwar bereits stark angestiegen, jedoch immer noch ausbaufähig. Das wünscht sich auch FOM Studentin Michelle Bindels, die in der IT des Hilfswerks „Misereor“ in Aachen arbeitet und voll in ihrer Tätigkeit aufgeht.

23.06.2020 | Aachen

Ausbildung mit 16 Jahren begonnen

Schon in der 9. Klasse der Realschule bewarb sich Michelle Bindels auf den Rat ihrer Eltern hin um eine Ausbildung. Gleich ihr erstes Bewerbungsgespräch mit 15 Jahren war ein Volltreffer, denn genau in dem Unternehmen, ist sie auch heute noch tätig: bei „Misereor“ in Aachen. Dort absolvierte die junge Frau zunächst eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, kurz darauf entschied sie sich, ihr Fachabitur nebenher zu absolvieren. „Diese Möglichkeit gab es zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal für meinen Ausbildungsberuf – also ergriff ich die Chance!“ Anfangs waren 25 junge Leute in der Klasse, aber nur fünf zogen das Fachabitur bis zum Ende durch. „Da verändert sich auch etwas im Kopf, wenn man merkt, wie wichtig es ist, sich weiterzubilden. Was mache ich nach der Ausbildung? Wie sieht meine Zukunft aus?“ Diese Fragen brachten sie auch schließlich dazu nach der Ausbildung, mit nur 19 Jahren, ein berufsbegleitendes Studium an der FOM zu starten. „Ich entschied mich für den Studiengang „Marketing und Digitale Medien“.

Frauen in der IT

Mittlerweile arbeitet Michelle Bindels seit einem Jahr in der IT. „Ich war noch in der Ausbildung, als dort eine Stelle ausgeschrieben wurde.“ Seit Juni 2019 unterstützt sie nun schon die IT: „Bei uns ist es gar nicht so eine Männerdomäne, wie alle immer denken. Wir sind fünf Männer und fünf Frauen in der Abteilung.“ Ihre Aufgaben sind hauptsächlich die IT-Beratung, das Ausstatten mit Hardware, Einrichten von Laptops und Smartphones, Verwaltung von Telefonverträgen sowie das Einweisen von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, etc. „Gerade jetzt in den letzten Monaten hatten wir sehr viel zu tun. Es kamen entsprechend viele Fragen und hier und da natürlich auch Serverprobleme auf“, so die 19-Jährige. Klischees, dass nur „Nerds“ in der IT arbeiten und man auch in der Freizeit nur vor dem PC hänge, seien natürlich nicht wahr. „Ich bin absolut kein Nerd. Es macht einfach Spaß, den Menschen zu helfen, ich knüpfe viele Kontakte, kenne viele Kolleginnen und Kollegen.“ Eines der wichtigsten Dinge sei dabei, nicht besserwisserisch herüberzukommen: „Man muss Verständnis zeigen und geduldig sein. Aber das kenne ich auch schon aus dem Privaten, da richte ich auch oft für Familie und Freunde alles ein“, schmunzelt Michelle Bindels. Die Inhalte aus dem Studium lassen sich dabei bereits häufig in ihrem Arbeitsalltag anwenden: „Insbesondere, was die Organisation in den einzelnen Abteilungen anbelangt und auch die Studieninhalte zu Digitalen Medien helfen mir bereits nach nur zwei Semestern.“

FOM Studentin Michelle Bindels könnte sich vorstellen, zukünftig auch noch einen Master zu absolvieren (Foto: Privat)

Studien-Alltag

Auch in ihrer Funktion als Semestersprecherin an der FOM hat Michelle Bindels momentan mehr zu tun als sonst: „Wir treffen uns einmal die Woche virtuell mit unserer Hochschulleitung und allen anderen Semestersprechern. Die Kommunikation läuft richtig gut! Vorher hatten wir kaum Kontakt zu den anderen Semestersprechern. Diese außergewöhnliche Zeit bringt also auch Vorteile mit sich.“ Und auch das Lernen laufe gut: „Ich habe in der Corona Zeit eine Präsenzklausur und zwei Scientific Essays geschrieben. Vier Klausuren stehen dieses Semester noch an.“ Und die vorübergehende, Pandemie bedingte Umstellung auf die digitale Lehre in Webinaren und Videokonferenzen sei für die IT-Expertin ja ohnehin kein Problem. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass noch mehr Frauen in die IT einsteigen. „Wir Frauen haben andere Ansätze, sind oft auch den Mitarbeitern oder Kunden gegenüber sensibler. Wer technikaffin ist, der sollte sich einfach trauen und es ausprobieren!“