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Berufsbegleitend vom Abi bis zum Doktor-Titel

„Von Abschluss zu Abschluss fühlte ich mich sicherer“

Ein berufsbegleitendes Studium bringt neue Perspektiven, erfordert aber auch ein gutes Zeitmanagement und vor allem Durchhaltevermögen. Dass sie beides perfekt beherrscht, hat die Nürnbergerin Dr. Katharina Bruckschlögl bewiesen: Nach ihrer Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten holte sie parallel zum Job nicht nur das Fachabitur nach, sondern absolvierte berufsbegleitend auch noch den Bachelor, den Master und die Promotion.

29.06.2020 | Nürnberg

„Nach der mittleren Reife war es mir wichtig, eine Ausbildung zu machen und Geld zu verdienen, um auf eigenen Füßen zu stehen“, sagt Dr. Katharina Bruckschlögl und fügt hinzu: „Als ich die Lehre beendet hatte, meldete ich mich an der Virtuellen Berufsoberschule Bayern an, um die Fachhochschulreife zu erlangen. Damals war ich nicht sicher, ob ich das schaffe.“ Der AOK blieb sie als Mitarbeiterin erhalten – und als sie zwei Jahre später das Zeugnis über die Hochschulreife in der Hand hielt, hatte sie das Gefühl, ein wichtiges Ziel erreicht zu haben. „Dass ich 15 Jahre später einen Doktor-Titel haben würde, wäre mir damals aber nie in den Sinn gekommen“, erinnert sich die 36-Jährige lachend.

„Der Bachelor allein erschien mir unvollständig“

Innerhalb der AOK wechselte die gebürtige Weißenburgerin in die Abteilung für Regress- und Schadenersatzansprüche und schrieb sie sich an der FOM Hochschule in Nürnberg für den Studiengang Business Administration ein. „Mit einem Studium wollte ich mir nicht nur neues Wissen aneignen, sondern auch neue Perspektiven für meinen Berufsweg schaffen. Ein Vollzeitstudium kam für mich nicht in Frage, weil ich nicht auf mein Gehalt verzichten wollte. Die Kombination aus Arbeit und Lernen kannte ich ja schon, trotzdem hatte ich großen Respekt vor einem Studium neben dem Beruf.“ Entgegen aller Befürchtungen kam sie im Studium nicht nur klar – „mit jedem Semester machte es mir auch mehr Spaß. Ich wurde reifer und selbstbewusster.“

Erinnerung an die Zeit der Promotion in Salamanca, Spanien (Foto: privat)

Noch während des Bachelor-Studiums ließ sich Katharina Bruckschlögl für ein Jahr von der Arbeit und dem Studium freistellen: In Indien arbeitete sie zunächst bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), im zweiten Halbjahr absolvierte sie ein Auslandssemester an der RMIT University in Melbourne, Australien. „Eine Zeit, die mich sehr geprägt hat.“ Zurück in Nürnberg schloss sie ihren Bachelor of Arts ab, war sich aber noch nicht sicher, in welche Richtung sie sich beruflich entwickeln wollte. „Ich hatte das Gefühl, noch nicht fertig gelernt zu haben, der Bachelor allein erschien mir unvollständig.“ Sie entschied sich für das FOM Master-Studium Human Resource Management und stellte schnell fest: „Personalarbeit ist genau mein Ding.“

Dr. Katharina Bruckschlögl absolvierte berufsbegleitend den Bachelor und den Master an der FOM Hochschule in Nürnberg. (Foto: kubus IT)

Der Wunsch nach wissenschaftlichem Arbeiten ließ sie nicht los

Nach ihrem Master-Abschluss wechselte die 36-Jährige als Personalmanagerin zu einem IT-Dienstleister der AOK. Doch der Wunsch nach wissenschaftlichem Arbeiten ließ sie nicht los. „Mein Nürnberger FOM Dozent Prof. Dr. Frank Müller, bei dem ich sowohl die Bachelor- als auch die Master-Arbeit geschrieben hatte, ermutigte mich zu promovieren und stellte den Kontakt zur spanischen Universität Pontificia in Salamanca her. Ich habe mein Exposé dort eingereicht und bin nach Spanien geflogen, um meinen Doktorvater kennenzulernen.“ In ihrer Promotion erforschte Katharina Bruckschlögl die Themen Mitarbeiterkommunikation und Empathie am Arbeitsplatz. „Gute Führungskräfte haben die Fähigkeit, empathisch auf Mitarbeiter einzugehen. Zugleich wissen sie jedoch, dass Empathie im Führungsalltag auch Grenzen hat. Für meine Dissertation ging ich in qualitativen Experteninterviews unter anderem der Frage nach, wie sich Mitarbeitergespräche mittels empathischer Kommunikation verbessern lassen.“

„Ich würde alles wieder genauso machen“

Noch vor dem Abschluss ihrer Promotion wechselte Bruckschlögl erneut ihren Arbeitgeber. Heute betreut sie als Personalreferentin bei Apollo Optik Mitarbeitende in sieben verschiedenen Regionen. Rückblickend sagt sie, dass sie alles wieder genauso machen würde. „Sicher hatte ich von jedem neuen Schritt, vor jeder neuen Lernphase Respekt, aber ich habe auch gemerkt, dass ich von Abschluss zu Abschluss sicherer wurde.“