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  • 2020
  • Juni
  • Autor Dr. Ulrich G. Strunz: Erster Online-Promovend der FOM

Virtuell den letzten Schritt zum Doktortitel geschafft

Autor Dr. Ulrich G. Strunz: Erster Online-Promovend der FOM

Noch vor ein paar Jahren hätte er niemals gedacht, dass er mal einen Doktortitel haben würde. Heute ist Dr. Ulrich G. Strunz der erste Online-Promovend der FOM. In Kooperation mit der spanischen Universidad Católica San Antonio de Murcia (UCAM) hat er an der FOM die letzten drei Jahre berufsbegleitend seine Doktorarbeit geschrieben, nun nach seiner Online-Disputation offiziell den höchsten akademischen Grad erreicht. „Rund 30 Menschen haben auf Grund der aktuellen Lage virtuell teilgenommen. Ich fühlte mich wie vor einem Marathon: Ich war gut vorbereitet und dennoch etwas nervös. Sobald ich einmal angefangen hatte, war es wie beim Laufen“, so der 32-jährige Autor, Ernährungs-Experte und Gehirn-Trainer.

29.06.2020 | Essen und München

Das Thema seiner Arbeit: Auswirkungen von Expertenwissen und öffentlicher Information auf Problementscheidungen. „Drei Jahre lang hab ich wirklich jeden Tag drei bis fünf Stunden an der Doktorarbeit gesessen. Ich fand das berufsbegleitende Angebot der FOM und der UCAM extrem attraktiv – tolle Professoren und Lehrstühle und stets eine Betreuung von zwei Seiten – und nach drei Jahren den Titel“, so Strunz.

Leben verändern. Ziele erreichen.

Auch er persönlich hat in den letzten Jahren einige wichtige Entscheidungen getroffen: Noch vor nicht allzu langer Zeit war sein Leben laut eigener Aussage deprimierend: „Ich war zu lange unglücklich, antriebslos, übergewichtig und unfit.“ Er ernährte sich gefühlt nur von Lasagne und Pizza, rauchte, machte kaum Sport, und verschwendete viel Zeit auf Social Media. Er hatte nicht das Gefühl, wirklich glücklich zu sein. Mit 26 Jahren beschloss er schließlich, etwas an diesem Zustand zu ändern. „Ich war immer der größte Kritiker meines Vaters, aber im Jahr 2013 hab ich sein Konzept endlich zum ersten Mal ernst genommen“, denkt der Promovend heute zurück. Sein Vater Dr. Ulrich Strunz ist bekannt als der deutsche Fitnesspapst, Internist und Buchautor. Durch seinen Input, durch Meditation, Ernährungsumstellung, Jogging und Kampfsport veränderte der junge Wirtschaftsinformatiker sein Leben grundlegend. „Die letzten Jahre war ich jeden Tag von 7 bis 15 Uhr in unsere Firma, der Strunz GmbH und habe anschließend an meiner Doktorarbeit weitergearbeitet. Darüber hinaus geh ich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde joggen und mache eine halbe Stunde Kurzhanteltraining. Außerdem meditiere ich“, so Strunz. Damals wog er 95 Kilo mit einem Körperfettanteil von 25%, nur drei Monate später war er bereits bei 78 Kilo, hat dieses Gewicht bis heute gehalten. Seine Ziele habe er erreicht, in dem er an ihnen vorbeizielte. Denn: Das Abnehmen sei im Endeffekt nur ein Resultat aus seinem Umdenken und seiner Motivation gewesen.

Meditieren bedeutet Kerzenschein, indische Elefanten und rosa Sitzkissen?

„…Völliger Quatsch! Ich hätte gar keine Zeit, mit geschlossenen Augen stundenlang zu meditieren“, lacht der Geschäftsführer der Strunz GmbH. Manchmal reiche es schon, im Auto bestimmte Atemübungen zu machen, sich auf gewisse Situationen einzulassen und zu visualisieren. So spare er sogar Zeit und könne seine täglichen Vorhaben besser priorisieren. In seinem Buch „Arsch hoch beginnt im Kopf“, das mittlerweile in 3. Auflage erschienen ist, erzählt er von seiner Verwandlung vom unzufriedenen adipösen Mittzwanziger zum durchtrainierten und mental starken Erwachsenen. Bei der Entwicklung immer im Vordergrund: Der Kopf. „Mein Mentalprogramm basiert auf verschiedene Meditationsformen, mit denen sich das eigene Denken beeinflussen und Energie einsparen lässt“, erklärt Strunz. Sein Konzept ist mittlerweile sehr erfolgreich und ermöglicht es laut Strunz, den ganzen Tag energetisch aufzuladen, Körper und Geist neu in Form zu bringen und dauerhaft in den Flow zu kommen. So habe er es auch geschafft, Job, Sport, Freizeit, Doktorarbeit und alles Weitere in Einklang zu bringen. Eine seiner Übungen ist beispielsweise nur vier Mal pro Minute zu atmen – und das fünf Minuten am Stück. „Eine Sekunde gar nichts tun, drei Sekunden einatmen, eine Sekunde gar nichts tun, 10 Sekunden ausatmen. Und wieder von vorne. Dann schießt das Kalzium in die Höhe, das kleine Salz für innere Ruhe.“ Während er damals unzufrieden mit sich und seinem Leben war, steht er heute morgens auf und lächelt, anstatt als Erstes aufs Smartphone zu schauen: „Das klingt so albern und übertrieben, aber ich mein´s ernst. Ich bin einfach glücklich und dankbar, dass ich lebe“ – ab jetzt mit Doktortitel, als Dr. Ulrich G. Strunz.

Dr. Ulrich G. Strunz (Foto: Kay Blaschke)
Ulrich G. Strunz - besser gesagt Dr. Ulrich G. Strunz - gleich nach Bestehen seiner letzten mündlichen Prüfung (Foto: Privat)