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Oberbürgermeister Markus Lewe radelte zum Ideenpitch an die FOM

FOM Studierende entwickeln App-Idee zur Müllentsorgung

„Menschen gezielt zu motivieren, ihre Umgebung von Müll zu befreien – mit Hilfe einer App könnte das gelingen“, dachten sich drei Studierende des Master-Studiengangs „Business Consulting & Digital Management“ der FOM Hochschule. Im Rahmen der Erstellung eines Businessplans, entwickelten sie ein App-Konzept für mehr Sauberkeit in Innenstädten. Diesen Entwurf präsentierten sie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und den Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster. Lewes Reaktion: „Das ist eine geniale Idee!“

29.07.2020 | Münster

Eine Idee, die ihren Ursprung im Thailand-Urlaub hat. FOM Studentin Fransziska Sternhoff (24): „Dort saß ich am Strand und dachte: Es ist so traurig, dass überall Müll herumliegt. Wie könnte man Menschen dazu motivieren, ihn selbst zu entsorgen?“ Zurück an der FOM erhielt sie mit ihren Kommilitonen Sophie Bonas und Moritz Eckstein (24 und 25) in ihrer Lehrveranstaltung „Führung & Nachhaltigkeit“ den Auftrag, eine Idee zu entwickeln und einen eigenen Businessplan zu erstellen. Gemeinsam machten sich die drei im Rahmen des Moduls an die Arbeit und stellten die Grundlagen für eine App namens „Trash Bagk“ zusammen, mit der Menschen langfristig für die Umwelt sensibilisiert werden können, um die Vermüllung von Innenstädten – das so genannte Littering - zu reduzieren. Ihr Dozent Prof. Dr. Farid Vatanparast hielt die Idee für so gut, dass er die Studierenden dazu motivierte, sie tatsächlich umzusetzen. Zur Präsentation am Münsteraner FOM Hochschulzentrum reiste Markus Lewe – passend zur Thematik – mit dem Fahrrad an. „Eine tolle Präsentation“, zeigte sich der Oberbürgermeister begeistert.

Was kann die App?

Moritz Eckstein: „Das System ist so aufgebaut, dass die App-User eigenständig Müll in der Stadt sammeln und diesen in Müllbeuteln an bestimmten Sammelplätzen abgeben können.“ Diese Müllbeutel werden digital zugeordnet, sodass nachvollziehbar ist, welcher User wie viel Müll gesammelt hat. Als Anreiz werden die User für die gesammelte Müllmenge über ein Credit-System honoriert. Diese Credits könnten wiederum – beispielsweise in Restaurants – eingelöst werden. Auch Unternehmen könnten mit in die Idee eingebunden werden und beispielsweise Mitarbeitenden in Kantinen die Möglichkeit geben, Essen oder Getränke mit Credits zu bezahlen. Prof. Dr. Vatanparast: „Da die Zielgruppe für diese App insbesondere junge, umweltbewusste Menschen sind, eignet sich Münster als Studentenstadt natürlich hervorragend für dieses Pilotprojekt. Ebenso kommt Münster als Fahrrad-Stadt dem System entgegen.“ Sophie Bonas: „Außerdem steht gemeinwohlorientiertes Handeln durch die Bildung einer eigenständig arbeitenden Community im Vordergrund“. 

Die drei Studierenden der FOM präsentierten ihre App-Idee (bereits im Februar) Münsters Oberbürgermeister und den Abfallwirtschaftsbetrieben (Foto: FOM)

Wie geht´s weiter?

Lewe stellte auch einige kritische Fragen zum Thema Ausnutzung und Datenschutz. Er überlegte, das Projekt auf europäischer Ebene zu pilotieren und regte zudem eine Vernetzung mit der Stadt-App an. Patrick Hasenkamp, Betriebsleiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster, lobte die Initiative der jungen Leute und gab fachlichen Input zu intelligentem Recycling und sowie Hinweise auf unbedingt noch zu klärende Fragen. Er sprach ebenfalls über eine mögliche Integration in eine bereits vorhandene App. Manuela Feldkamp, Unternehmenssprecherin der AWM hatte einen weiteren interessanten Vorschlag: „Die Benefits für die User könnten auch anstelle von Gutscheinen in Klimaschutzprojekte investiert werden.“

Noch ist die App in der Planung, alle Beteiligten möchten das Thema jedoch gemeinsam weiterverfolgen und ein nächstes Treffen organisieren. Franziska Sternhoff: „Wir würden gerne klein in Deutschland starten – aber unser Wunsch ist es, die Idee international auszuweiten, sodass irgendwann beispielsweise auch Touristen im Urlaub mit anpacken.“