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FOM Student Marcel Strauß wagte den Neuanfang

Raus aus der Küche, rein in den Hörsaal

Schnibbeln, würzen, abschmecken, anrichten: 16 Jahre lang steht Marcel Strauß beruflich am Herd. Als Privatkoch, Chef de Partie und sogar als Küchenchef, in Deutschland, Spanien, Frankreich und in der Schweiz. Doch er ist unzufrieden in seinem Beruf. Darum tauscht er den Kochlöffel gegen ein Duales Studium im sozialen Bereich – und glaubt nun, seinen Weg gefunden zu haben.

21.07.2020 | Karlsruhe

Nach der Kochlehre wechselte Marcel Strauß von einer Küche in die nächste, kochte in der Kantine, beim Catering, im Sternelokal, fürs Varieté. Doch so richtig glücklich war er mit seiner Arbeit nicht. „Durch das viele Hin und Her brauchte ich irgendwann dringend eine Auszeit, und die habe ich mir dann auch genommen. Ich bin viel gewandert und gereist, um mir klar zu werden, was ich eigentlich wirklich will.“ Marcel ließ sich zum Erlebnispädagogen weiterbilden, hospitierte in einer Grundschule und im Kindergarten. Kurzzeitig kochte er wieder bei einem früheren Arbeitgeber. „Ich fragte mich: Was kann ich besonders gut? Worin kann ich mich entfalten?“ Dann wurde er auf den Beruf des Sozialarbeiters aufmerksam – und auf die FOM Hochschule in Karlsruhe.

Alles auf Anfang

Seit Frühjahr 2019 studiert Marcel nun den Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ (B.A.) an der Karlsruher FOM, den Praxisteil seines Dualen Studiums absolviert er bei der Sozial- und Jugendbehörde Karlsruhe im Fachbereich Jugendhilfe und Soziale Dienste. Im Laufe seiner Ausbildung lernt er verschiedene Einsatzfelder kennen: Aktuell ist er in der Schulsozialarbeit im Einsatz, davor war er lange Zeit bei der Mobilen Jugendarbeit – hier hat er mit seinen Kollegen das Gespräch mit jungen Menschen gesucht, deren Lebensmittelpunkt die Straße ist. Was er dabei gelernt hat: „Sich keinesfalls aufzudrängen. Wenn die Betroffenen Vertrauen gefasst haben, sprechen sie ganz alleine von ihren Problemen. Und dann bieten wir unsere Hilfe an.“ Schulden, Sucht, Obdachlosigkeit – Marcel weiß, wie er mit belastenden Eindrücken umgehen muss: „Reden ist das A und O. Ich kann jederzeit mit meinen Vorgesetzen über meine Erfahrungen sprechen. Bei härteren Fällen steht uns auch der Interne Beratungsdienst der Stadt Karlsruhe zur Verfügung.“

Theorie plus Praxis

Seine Praxiserfahrungen, die er bei der Sozial- und Jugendbehörde sammelt, reichert Marcel mit akademischem Wissen aus dem FOM Studium an. „Das Hochschulteam hat mir meine Möglichkeiten aufgezeigt und mich super beraten. Ich bin sehr dankbar, dass ich an der FOM in ein Duales Studium starten konnte, auch ohne Abitur.“

FOM Student Marcel Strauß wagte den Neuanfang (Foto: privat)

Entschieden hat sich der angehende Sozialarbeiter für das Modell des Tages-Studiums: Montag und Dienstag Studium – aufgrund der Corona-Krise vorübergehend online, Mittwoch bis Freitag Ausbildung. Für Marcel ist dieses Zeitmodell perfekt: „Die klare Aufteilung hilft mir, mich an den Studientagen voll und ganz aufs Lernen zu konzentrieren. Schließlich bin ich schon ein paar Jahre aus der Berufsschule raus und musste mich erst wieder ans Pauken gewöhnen!“

Endlich angekommen

Noch hat Marcel einige Ausbildungsstationen vor sich, doch schon jetzt ist er sich sicher: Der soziale Bereich ist genau das Richtige für ihn, vor allem die Arbeit mit Jugendlichen. „Sie geben dir immer Feedback, egal ob positiv oder negativ. Diese klaren Ansagen gefallen mir und ich weiß sofort, ob ich helfen konnte.“ Nach dem Dualen Studium möchte Marcel noch einen Master hinten dranhängen, auf lange Sicht verfolgt er einen besonderen Plan: „Ich würde gerne einen Ort schaffen wie das ‚Café am Rande der Welt‘ aus dem gleichnamigen Buch. Hier sollen meine Besucher zur Ruhe kommen oder auch einfach mal ausflippen dürfen. Und dann will ich gemeinsam mit ihnen herausfinden, was sie im Leben eigentlich wollen.“