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Bremer FOM Studentin: Vom Labor in die Bankfiliale

„Es ist völlig ok, einen neuen Weg einzuschlagen“

„Ich wollte etwas studieren, was mir Spaß macht, worin ich gut bin. Und das war in der Schule immer Biologie“, erzählt Annika Betkowski. Ihre Entscheidung fiel auf einen Bachelor in Biotechnologie, doch wirklich glücklich wurde die Bremerin mit ihrer Studienwahl nicht. Nach dem Abschluss wagte sie dann den Neuanfang – mit einem Dualen Studium an der FOM gepaart mit einer Ausbildung bei der Sparkasse Bremen. 

04.12.2020 | Bremen

Proteinsynthese, Tissue Engineering, Reaktionskinetik – für Annika Betkowski alles keine Fremdwörter. Die Bremerin studierte nach dem Abi Biotechnologie, strebte langfristig einen Job in der Forschung an. Doch von Semester zu Semester wurde ihr klarer: Jeden Tag im Labor stehen, das ist nichts für sie. Stattdessen entdeckte die heute 24-Jährige eine neue Leidenschaft – und zwar im Zuge ihres Studentenjobs, wie sie schmunzelnd verrät: „Ich habe auf Provisionsbasis im Vertrieb gearbeitet und die verschiedensten Produkte verkauft – von Kaffeevollautomaten bis hin zu Strom- und Gasverträgen. Dabei habe ich gemerkt: Der Vertrieb liegt mir. Und kann richtig viel Spaß machen!“

Alles auf Anfang

Mit dem Bachelor of Science in der Tasche traf Annika eine Entscheidung: Gegen einen weiterführenden Master, für einen Neustart. „Ich habe mich nach Ausbildungsplätzen mit Vertriebsanteil umgesehen. Was mir jedoch wichtig war: Meine neue berufliche Laufbahn mit akademischen Wissen und einem entsprechenden Abschluss zu untermauern.“ Schließlich stieß sie auf ein Ausbildungsangebot der Sparkasse Bremen – inklusive Dualem Studium im Studiengang „Business Administration“ (B.A.) an der FOM Hochschule. Für Annika die perfekte Kombi: „Die Ausschreibung war schon etwas älter, doch ich hatte Glück: Ich habe mich ‚Last Minute‘ beworben und im Schnellverfahren die Auswahlrunden durchlaufen. Und bekam die Stelle!“ 

Annika hatte die Idee für den Azubi-geführten 'Fairgleichen-Store#'
Annika hatte die Idee für den Azubi-geführten 'Fairgleichen-Store' (Foto: Sparkasse Bremen)

Mitsprache und Verantwortung

Seit rund einem Jahr absolviert Annika nun eine Ausbildung zur Bankkauffrau, lernt dabei die verschiedenen Abteilungen und die Arbeit in den Filialen kennen. „Ich hatte anfangs das typische Vorurteil, dass es in der Bank sehr konservativ zugeht. Doch bei uns ist das überhaupt nicht der Fall! Es gibt keine klassischen Hierarchien. Man wird als Azubi ernst genommen und kann eigene Ideen einbringen.“ Wieviel Vertrauen die Sparkasse Bremen in ihre Nachwuchskräfte setzt, zeigt sich vor allem im Zuge eines Azubi-Projekts, das Annika kurz nach Ausbildungsstart initiierte – und letztlich sogar als Product Owner betreute: „Im Weserpark gibt es schon länger einen ‚Fairgleichen-Store‘. Das ist eine Filiale, in der sich Kunden gezielt zu Finanzprodukten informieren und die Angebote verschiedener Anbieter vergleichen können. Das Ganze war als Pilotprojekt angelegt und sollte Ende 2019 beendet werden, doch ich dachte mir: Warum nicht daraus eine Azubi-Store machen?“ Und die Idee kam bei ihrem Arbeitgeber an: Seit Anfang des Jahres wird der ‚Fairgleichen-Store‘ ausschließlich von den Sparkassen-Auszubildenden gemanagt – ein Projekt, das es deutschlandweit so noch nicht gab, erzählt Annika. „Für uns Nachwuchskräfte ist das wirklich eine tolle Chance. Wir tragen die volle Verantwortung und haben schon unglaublich viel gelernt!“

Annika Betkowski
FOM Studentin und angehende Bankkrauffrau: Annika Betkowski (Foto: Privat)

Neues Studium, neues Glück

Doch nicht nur die Arbeit in der Bank bestätigt Annika in ihrer Entscheidung, einen Neustart gewagt zu haben: Seit Anfang September studiert sie dual „Business Administration“ an der Bremer FOM – und ist bisher rundum begeistert: „Das Studium macht mir richtig viel Spaß, auch wenn Corona-bedingt aktuell alles online stattfindet. Klar kenne ich manche Dinge schon aus der Berufsschule, doch in den Vorlesungen und virtuellen Gruppenarbeiten gehen wir viel weiter in die Tiefe.“ Die frisch gebackene FOM Studentin hat sogar schon ein Lieblingsmodul, verrät sie grinsend: „Mein ehemaliges ‚Problemfach‘ – Mathe! Aber unser Dozent ist einfach klasse und erklärt die Rechenwege total verständlich.“ Das Studium parallel zur Ausbildung und Berufsschule empfindet Annika zwar als fordernd, doch mit der richtigen Organisation sei alles machbar. „Und meine Freunde und Familie unterstützen mich natürlich, vor allem meine Mutter.“ 

Endlich angekommen

Für Annika steht fest: Die Finanzdienstleistungsbranche ist genau das Richtige für sie. „Meine Ausbildung gefällt mir unglaublich gut und ‚Business Administration‘ passt perfekt dazu. Ich sehe mich definitiv auch in Zukunft bei der Sparkasse Bremen, zum Beispiel im Bereich Gründungsfinanzierung.“ Ob sie es bereue, nicht direkt nach dem Abi ein Duales Studium aufgenommen zu haben? „Ich habe mit meinem ersten Bachelor keine Zeit vergeudet, im Gegenteil: Nur so habe ich schließlich herausgefunden, was ich eigentlich alles kann und was mir Spaß macht – oder eben auch nicht. Es ist völlig ok, nochmal einen neuen Weg einzuschlagen. Ich kann wirklich jedem empfehlen, einen Neustart zu wagen, wenn Job oder Studium nicht glücklich machen!“