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Prof. Dr. David Matusiewicz mit Tara Farzi im Interview

Von der Aushilfe im Einzelhandel in den Chefsessel einer Klinik

Tara Farzi war eine der ersten Studierenden von Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für den Hochschulbereich Gesundheit & Soziales an der FOM Hochschule. Als engagierte Studentin beteiligte sie sich schon während ihres Studiums an sozialen FOM Projekten und arbeitete bei Veröffentlichungen erfolgreich mit. Heute ist die gebürtige Perserin als Klinikleitung tätig und hat ihren Aushilfsjob im Einzelhandel weit hinter sich gelassen – ein Grund um rückblickend über ihre Erfahrungen an der FOM Hochschule und ihren Werdegang zu sprechen.

01.12.2020 | Essen

Prof. Dr. David Matusiewicz: Frau Farzi, ich habe Sie noch gut in guter Erinnerung, da Sie zeitgleich mit meiner ersten Vorlesung an der FOM Hochschule ebenso ihr Studium begonnen haben. Woran denken Sie, wenn Sie an Ihre Studienzeit zurückdenken?

Tara Farzi: Ich kann mich auch noch gut an das Wintersemester 2014 erinnern als ich mein Bachelor-Studium „Gesundheits- und Sozialmanagement“ am FOM Hochschulzentrum Essen begonnen habe. Auf die Zeit an der FOM Hochschule blicke ich sehr angenehm zurück. Die einzelnen Module waren aufgrund der praxisbezogenen Vorlesungen sehr interessant. Zudem eignete sich die Kursgröße mit rund 20-30 Personen sehr gut für lebhafte Diskussionen und einen Theorie- und Praxistransfer. So hatten wir die Möglichkeit, uns zu melden und Fragen zu stellen. Ich war in einer guten Hochschul-Community eingebunden und konnte das Leben an der Hochschule genießen – etwas was man heute in der Corona-Homeoffice-Zeit besonders zu schätzen weiß. Des Weiteren hatten wir bei Ihnen im Modul ‚Management Basics‘ im Gesundheits- und Sozialwesen bereits im 1. Semester die Chance, uns ehrenamtlich bei dem Projekt “student adopt refugee” zu engagieren. So konnten wir gemeinsam mit Flüchtlingen sogar ein Weihnachtskonzert veranstalten und Spenden im vierstelligen Betrag sammeln. Daran muss ich jedes Jahr zur Weihnachtszeit denken, vor allem, weil das Thema Flüchtlingskrise immer noch aktuell ist und nicht durch Corona gänzlich überstrahlt werden darf. Das Engagement wurde übrigens mit einer Auszeichnung von Amnesty International mit dem Titel “International Competence” belohnt, die ich mir gut aufgehoben habe. Für diese praxisnahen Erfahrungswerte bin ich sehr dankbar. 

Matusiewicz: Warum haben Sie sich damals für ein Studium neben dem Beruf entschieden? Was machen Sie heute beruflich und wie hat Sie das Studium darauf vorbereitet?

Farzi: Das Gesundheitswesen ist sehr breit gefächert, daher war es mir wichtig, mich bereits während des Studiums auf einen Bereich zu fokussieren. In erster Linie habe ich mich für ein Studium neben dem Beruf entschieden, da ich gerne zeitgleich ins Berufsleben einsteigen wollte. Zudem ist es Arbeitgebern heutzutage sehr wichtig, dass neue Mitarbeitende nicht nur ein gutes Abschlusszeugnis vorweisen können, sondern auch Berufserfahrung. Als ich mit dem Studium begonnen hatte, war ich zunächst als Aushilfe im Einzelhandel tätig. Dort habe ich für ein paar Stunden in der Woche an der Kasse gesessen und Regale eingeräumt. Bei der Suche nach einem passenden Beruf, habe ich mich bei dem Unternehmen Lloyd Medical beworben. Angefangen habe ich dort als Werkstudentin und konnte viele Bereiche kennenlernen und bin heute - nicht zuletzt durch meine einschlägige akademische Ausbildung - als Klinikleitung in der Klinik Neuer Stahlhof tätig.

Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für den Hochschulbereich Gesundheit & Soziales an der FOM Hochschule (Foto: FOM)
FOM Absolventin Tara Farzi ist heute als Klinikleitung tätig - im Interview blick sie zurück auf ihre Studienzeit (Foto: Privat)

Matusiewicz: Vom Einzelhandel in die Klinikleitung, herzlichen Glückwunsch, das ist ein ganz schöner Karrieresprung. Was würden Sie heutigen Studierenden mit auf den Weg geben? Was sind Ihre Erfolgsgeheimnisse?

Farzi: Ein Studium neben dem Beruf verlangt ein gutes Zeitmanagement, Selbstorganisation und Fleiß. Studium und Beruf in Einklang zu bringen, ist zwar zunächst eine Herausforderung, hilft jedoch zu einer organisierten und strukturierten Herangehensweise. Im Studium ist man ständig in einem Lernprozess und daher auch auf der Arbeit aufnahmefähiger und kann neue Aufgaben schneller erlernen und umsetzen. Man baut eine Resilienz auf und kann auch unter Druck gute Leistungen erbringen. Und viele Unternehmen setzen Berufserfahrung voraus, nur so konnte ich in so jungen Jahren in die Klinikleitung aufsteigen. Zusammenfassend hat das berufsbegleitende Studium mir große Karriereschritte im Unternehmen ermöglicht. Für mich war es die beste Entscheidung an der FOM Hochschule zu studieren.

Matusiewicz: Danke für das Gespräch, Frau Farzi. Sie sind für mich ein schönes Beispiel dafür, dass sich ein berufsbegleitendes Studium in mehrfacher Hinsicht auszahlt.