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  • Während der Elternzeit: Anne-Sophie (21) studiert im Master an der FOM in Hannover

Während der Elternzeit:

Anne-Sophie (21) studiert im Master an der FOM in Hannover

Im Stadtpark die Hausarbeit vorbereiten, ausgiebig in der Bibliothek stöbern oder am Abend einfach mal mit Kommilitonen auf ein Gläschen zusammensitzen – was für viele „normale“ Studierende vor Corona-Zeiten ganz selbstverständlich war und zum Alltag gehörte, ist für Anne-Sophie Wiegartz bereits seit elf Monaten nicht oft möglich und zeitlicher Luxus. Auf dem Schreibtisch neben ihrem Laptop liegen mehrere Bücher aufgeschlagen. Daneben sitzt die elf Monate alte Charlotte, hält ein Einhorn im Arm.

22.04.2020 | Hannover

Anne-Sophie (21) ist verheiratet und hat eine kleine Tochter. „Kind und Karriere schließen sich nicht aus“ stand für sie schon lange fest. Von ihrem Umfeld bekam sie allerdings ständig zu hören: „Deinen Bachelor schaffst du doch nicht in der Regelstudienzeit! Mit Kind? Das funktioniert doch eh nicht! Jetzt noch nen Master?“ Ein paar Monate später meisterte sie hochschwanger ihr Bachelor-Kolloquium, studiert mittlerweile im Master Wirtschaftspsychologie an der FOM in Hannover – während ihrer Elternzeit.

„Klischees nerven!“

Anne-Sophie Wiegartz geht soweit, dass sie ihr Studium sogar „Hobby“ nennt. „Während andere zum Sport gehen, geh ich in die Vorlesungen oder besuche in dieser besonderen Zeit Online-Webinare. Dann hab ich Zeit, etwas für mich zu tun!“ Auch wenn Anfangs viele an ihren Vorhaben gezweifelt haben: „Ständig hieß es, ich könne es nicht schaffen. Kind und Karriere seien nicht vereinbar. Aber mein Mann und ich kriegen das super zusammen hin!“ Mit 17 Jahren absolvierte die Hannoveranerin ihr Abitur. Sie wollte etwas „Sicheres“ machen, ging in den öffentlichen Dienst, wo sie ein duales Studium absolvierte und im letzten Semester schwanger wurde. Damals war ihr Mann auch noch Student, daher war die Betreuung nie ein Problem. „Seit einigen Monaten arbeitet er ohnehin häufig im Homeoffice, von daher bekommen wir das Aufpassen der Kleinen wunderbar koordiniert. Während ich – zumindest vor der Corona-Krise – im Abendmodell und samstags im Hörsaal sitze, passt er auf. Ohne seine Unterstützung wäre das alles natürlich nicht möglich“, so die Studentin.

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Master-Studentin Anne Sophie mit ihrem Mann Fabian Wiegartz und ihrer elf Monate alten Tochter Charlotte (Foto: Privat)

„Beim Lernen guck ich nicht mehr ständig auf´s Handy!“

Und auch das Lernen klappe super: „Ich habe jetzt eine ganz andere Konzentration. Vorher hab ich beim Lernen ständig auf´s Handy geschaut. Heute weiß ich: Ich muss dieses Zeitfenster von zwei Stunden dringend nutzen, während die Kleine beispielsweise schläft.“

Momentan ist die 21-Jährige in Elternzeit, arbeitet also vorübergehend nicht. „Ich bin im öffentlichen Dienst, in der Arbeitsagentur als Arbeitsvermittlerin tätig.“ Es sei dort extrem familienfreundlich, sodass sie sich auch vorstellen könnte, innerhalb der nächsten Jahre eine Führungsposition zu übernehmen. Daher interessieren sie im Studium auch insbesondere die Management Module: „Ich wollte wegen des Praxisbezugs unbedingt zur FOM – und es war die richtige Entscheidung. Man kann die erlernten Dinge einfach viel besser verstehen und anwenden.“ Außerdem habe die FOM von Anfang an alles sehr transparent gehalten: „Ich hab direkt einen strukturierten Plan bekommen und die Studienberatung ist mir immer sehr entgegen gekommen.“ Und auch das Studentenleben komme in „normalen“ Zeiten nicht zu kurz: „Wir treffen uns zum Lernen, tauschen uns aus und bestellen zusammen Pizza.“

Managerin ist die 21-Jährige auch jetzt schon – Zeitmanagerin. Organisationstalent und Verantwortungsbewusstsein bringt Anne-Sophie als junge Mutter ebenfalls mit. Diese Eigenschaften wird sie sicher auch nach ihrer Elternzeit im Job gut einbringen können.