Künstliche Intelligenz im Alltag: Die Mehrheit verlässt sich lieber auf Menschen

Münchner vertrauen Robotern nicht

Alexa, autonomes Fahren, Smartwatch & Co. – für rund 93 Prozent der Münchner ist Künstliche Intelligenz (KI) ein Begriff. Doch: 57 Prozent wollen sich lieber auf den Menschen statt auf Roboter oder KI verlassen, 56 Prozent haben Sicherheitsbedenken und 32 Prozent empfinden sogar Angst vor KI und ihren Auswirkungen. Das hat eine repräsentative Umfrage der FOM Hochschule ergeben, bei der Studierende nahezu 1.700 Menschen in der Großregion München befragten. In Face-to-face Interviews erfuhren sie, wie groß die Nutzung und Akzeptanz von KI in den Bereichen Mobilität, Gesundheit und Haushalt rund um die bayerische Landeshauptstadt wirklich ist.

26.09.2019 | München

Klischees & Überraschungen
Männer wissen mehr über KI als Frauen, Generation Y (24-38 Jahre) kennt sich am besten mit dem Thema aus und Traditionalisten (65 Jahre und älter) am wenigsten – was nach Klischees klingt, hat sich in der FOM Umfrage 2019 offiziell bestätigt. Aber auch einige überraschende Ergebnisse kamen unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zutage: Obwohl 60 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer KI für nützlich halten, gaben nur 21 Prozent an, entsprechende Produkte auch zu nutzen. In der Gruppe der Menschen ohne beruflichen Bildungsabschluss haben über 30 Prozent noch nie von dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ gehört.

Nützlichkeit vs. Sicherheit
Sechs von zehn Befragten in München und Umgebung halten KI für nützlich, gleichzeitig äußern jedoch auch 56 Prozent Sicherheitsbedenken. Wertet man diese Fragen nach Generationen aus, zeigt sich, dass selbst bei der aufgeklärten Generation Y ein Großteil der Befragten vor einer Fremdsteuerung durch KI sorgt (57 %) und sich lieber auf Menschen verlässt (54%).

Prof. Dr. Oliver Gansser, FOM Hochschule in München: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland nach wie vor äußerst zwiespältig beim Thema KI ist. Da scheint es auf Seiten der Unternehmen und der Forschung also noch großen Nachholbedarf bei der Kommunikation dieses zukunftsbestimmenden Themas zu geben.“

Die bundesweite Auswertung sowie regionale Ergebnisse gibt es unter fom.de/sommerumfrage2019.

Prof. Dr. Oliver Gansser, stellvertretender Direktor ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule und Marketing-Professor in München (Foto: FOM)