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Von der Kauffrau zur Doktorandin

„Es ist wichtig, die eigene Komfortzone zu verlassen“

Regina Lösch promoviert derzeit zum Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement“. Ihr Ziel hat die Absolventin der FOM Hochschule in Nürnberg klar vor Augen: In zwei Jahren möchte sie ihren Doktortitel haben. „Das ist sportlich, ich weiß. Aber genau das motiviert mich.“

Sich selbst anzuspornen, sich Ziele zu setzen und diese konsequent zu verfolgen – Regina Lösch gehört definitiv nicht zu den Menschen, die es sich am liebsten mit ihrem inneren Schweinehund gemütlich machen. „Neues Wissen reizt mich sehr.“ Aus diesem Grund entschied sie sich auch, nach der kaufmännischen Ausbildung den Bachelor in „Business Administration“ und anschließend den Master in „Wirtschaftspsychologie“ an der FOM Hochschule in Nürnberg zu machen.

20.11.2019 | Nürnberg

Spaß an der Wissenschaft

Während des berufsbegleitenden Studiums entdeckte Regina Lösch ihre Begeisterung für die Forschung. Wissenschaftliche Fragestellungen zu bearbeiten und Forschungsmethoden anzuwenden – in der Welt der Wissenschaft fühlte sich die FOM Studentin pudelwohl. „Meine Master-Thesis hat den Wunsch nach einer wissenschaftlichen Karriere weiter bestärkt. Die Promotion war der nächste logische Schritt. Da habe ich nicht lange gefackelt.“ 

Inzwischen arbeitet die 33-Jährige als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (IPASUM) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Für ihre Dissertation untersucht sie die Bedeutung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in Kleinst-, kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KKMU) und entwickelt Konzepte zur Stärkung und praktischen Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Betrieben. Grundlage ihrer Forschung ist das Projekt „Gesund arbeiten in Thüringen“, das sie als Projektmitarbeiterin bei der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. (DGAUM) betreut und dessen Ziel es ist, die Versorgung von Beschäftigten und Betrieben in ländlichen und strukturschwächeren Regionen mit arbeitsmedizinischen Angeboten zu verbessern.

Wichtiges Thema für die gesamte Wirtschaft

„Betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnt zunehmend an Relevanz. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es besonders wichtig, die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu stärken, ihre Loyalität zu fördern und das Image eines Unternehmens aufzuwerten. Es gibt da tolle Konzepte, oft mangelt es aber vor allem an der Umsetzung in KKMU“, so die Promovendin. Mit ihrer Dissertation möchte sie dies ändern. „Der Praxisbezug meines Themas erinnert mich häufig an die Studienzeit an der FOM. Das gefällt mir gut, denn ich möchte mit meiner Forschung gern etwas bewegen.“

„Noch heute schaue ich manchmal in alten FOM Skripten nach“

Um zu aussagekräftigen Erkenntnissen zu gelangen, wird Regina Lösch qualitative und quantitative Forschungsmethoden anwenden. „Darauf hat mich die FOM wirklich gut vorbereitet“, betont die Nürnbergerin. „Für meine Promotion ist es extrem hilfreich, dass ich mit Software zur Auswertung von Datensätzen vertraut bin (z. B. Software R). Bei der Durchführung von Umfragen oder der Netzwerkarbeit mit den Betrieben kann ich meine Kenntnisse aus der Arbeits- und Organisationspsychologie sehr gut anwenden. Tatsächlich schaue ich noch heute manchmal in meinen alten FOM Skripten nach.“ Vor zehn Jahren hätte sie niemals gedacht, dass sie einmal promovieren werde, so Regina Lösch. „Das ist das Großartige an Bildung: Man kann alles erreichen, man muss nur gewillt sein, die eigene Komfortzone zu verlassen. Rückblickend würde ich alles wieder genauso machen.“

Regina Lösch studierte "Business Administration" und "Wirtschaftspsychologie" an der FOM in Nürnberg und promoviert jetzt an der FAU Erlangen-Nürnberg (Foto: privat)

Tipps für die berufsbegleitende Promotion

Einen klassischen Promotionsalltag kennt Regina Lösch nicht. „Erst kommt der Job. Eigene wissenschaftliche Artikel schreibe ich meistens abends oder an den Wochenenden.“ Dennoch empfindet sie die Promotion nicht als stressig, dazu macht ihr die Forschung zu viel Spaß. „Aber natürlich komme ich hin und wieder an meine Grenzen.“

Für Hochschulabsolventen, die eine berufsbegleitende Dissertation anstreben, hat Regina Lösch folgende Tipps:

· Das Thema muss dich selbst begeistern und deine eigenen Interessen widerspiegeln.
· Ein strukturierter Zeit- und Arbeitsplan hilft dir dabei, den Überblick zu behalten, und macht dir außerdem deutlich, was du bereits geschafft hast.
· Frustrationstoleranz ist extrem wichtig. Nicht aufgeben, sondern immer denken: „Es geht schon weiter“.
· Hobbys und soziale Kontakte verschaffen Entspannung. Ohne die geht es nicht.

 

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