• FOM
  • 2019
  • März
  • FOM Absolvent expandierte mit Bochumer Mittelständler in 70 Länder der Erde

FOM Absolvent Marc Büttgenbach lernte im Konzern, expandierte mit einem Bochumer Mittelständler in 70 Länder der Erde und verhandelte mit Regierungen über fälschungssichere Pässe

„Ich schaffe mir meine Umstände selbst“

Kreativität, Zielstrebigkeit, Überzeugungskraft und Beharrlichkeit waren für seine Karriere ebenso wichtig wie sein Fachwissen. „Dabei“, sagt Marc Büttgenbach, 44 Jahre alt und FOM Student der ersten Stunde, „hatte ich nie das Ziel, Karriere zu machen. Mir ging es immer darum, spannende Aufgaben zu übernehmen und diese gut umzusetzen. Alles andere kann dann von ganz alleine.“

Was sich so einfach anhört, war in Wirklichkeit harte Arbeit. Aufgewachsen in Leverkusen kam für Marc Büttgenbach nach der Schule nur eines infrage: eine Ausbildung bei Bayer. Aber nicht irgendeine. Für das duale Studium, das Bayer damals ganz neu mit der FOM Hochschule ins Leben gerufen hatte, ergatterte er einen Platz als einer von 20 Azubis. Beworben hatten sich über tausend. „Parallel zur Ausbildung als Industriekaufmann absolvierte ich das Wirtschaftsstudium an der FOM. Die Vorlesungen liefen an zwei Abenden pro Woche in Leverkusen und samstags in Essen. Das war eine anspruchsvolle Zeit, in der ich meine Grenzen kennengelernt habe. Seitdem weiß ich aber auch um die Vorteile von Lerngemeinschaften und Teamarbeit. Bis heute kann ich mir nicht vorstellen, wie man ein Fernstudium ganz alleine schaffen kann.“

26.03.2019 | Bochum

Mit Abschluss der Ausbildung ging das Studium parallel zur Vollzeittätigkeit im Marketingcontrolling weiter. „Ich war im Bereich Consumer Care u.a. zuständig für die Marke Aspirin. Und einer der ersten, die einen Internetanschluss im Büro hatten. Zusätzlich zu Job und Studium lernte ich noch Englisch und Spanisch – und habe festgestellt, dass man seine Grenzen auch verschieben kann.“

Herausfinden, was der Kunde wirklich braucht

Vom Konzern wechselte Marc Büttgenbach in den Mittelstand. „An der FOM hatte ich gelernt, unternehmerisch zu denken. Das wollte ich auch in der Praxis tun.“ Als Manager in einer Hochsicherheitsfirma war er fürs Marketing, später auch für den Vertrieb zuständig. „Wir haben u.a. Pässe, Banknoten und Aktien gedruckt. Ich habe mit internationalen Institutionen und Regierungen verhandelt, wenn es etwa um die Herstellung fälschungssicherer Pässe ging. Damals habe ich gelernt, dass es nicht allein darauf ankommt, die Vorteile meines Produktes darzustellen, sondern genau zu eruieren, was mein Kunde wirklich braucht. Auf diese Weise habe ich neue Kunden dazugewonnen – auch, weil ich Probleme lösen konnte, die nichts mit unserem Kerngeschäft zu tun hatten.“

Als nächste Station zog es Büttgenbach nach Bochum, wo er heute mit seiner Familie wohnt. „Für meine Frau und mich war das Ruhrgebiet der richtige Platz, um eine Familie zu gründen.“ In einem Unternehmen, das Etiketten und Label druckt, erreichte er als Geschäftsleiter und globaler Vertriebsdirektor, dass sich die Etiketten-Sparte vom Neben- zum Kerngeschäft des Unternehmens entwickelte. „Heute vertreiben sie Etiketten in über 70 Länder und gehören zu den hundert größten Etiketten-Produzenten der Welt.“

Gelernt, nicht über Umstände zu klagen

Heute ist Büttgenbach als Geschäftsführer eines mittelständischen Verpackungsunternehmens für 460 Mitarbeitende verantwortlich, pendelt dafür von Bochum nach Brandenburg. „Eine neue Aufgabe, die mich noch genauso reizt wie am ersten Tag, und die viel Kreativität und Überzeugungskraft fordert. Gemeinsam mit meinen Mitarbeitern Dinge voranzubringen und, wenn nötig, auch neue Wege einzuschlagen, ist ein Luxus, den ich zu Beginn meiner Karriere im Konzern nicht hatte. Im Mittelstand habe ich gelernt, nicht über Umstände zu klagen, in die ich gepresst werde, sondern mir klarzumachen, welche Chancen sich mir bieten und mir dadurch meine Umstände selbst zu schaffen.“

FOM Absolvent Marc Büttgenbach (l.) mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke
FOM Absolvent Marc Büttgenbach (l.) mit dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (Fotos: privat)