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  • Stuttgarter Start-Up auf Erfolgskurs: App "svote" bietet Hilfe in Sekunden
30.01.2019 | Stuttgart

Start-Up von vier Studierenden der FOM Stuttgart auf Erfolgskurs

Frag doch mal die App: Hilfe in Sekunden von "svote"

„Was soll ich bloß anziehen?“, „Sehen die Tapeten gut aus?“ und „Hilfe, ich kann mich nicht entscheiden!“ – Unentschlossenheit hat mit „svote – simple decision“ jetzt ein Ende. Hinter der App steckt die Idee vierer Wirtschaftsinformatik-Studenten, Alltagsentscheidungen mit der Schwarmmeinung einer Community zu treffen. Sie haben in den vergangenen eineinhalb Jahren das gemacht, wovon viele träumen. Neben ihren eigentlichen Jobs bei namhaften Firmen der Region Stuttgart und neben ihrem berufsbegleitenden Studium sind die IT-Spezialisten Start-Up-Unternehmer geworden.

Stuttgarter Gründer sind FOM Studenten
Die Gründer des Start-Ups svote haben sich im Studium an der FOM Hochschule in Stuttgart kennengelernt (Foto: svote)

Für Sven Feliks (26) aus Ostfildern, Dennis Selig (25) aus Filderstadt, Alexander Korus (25) aus Kernen im Remstal und Florian Hahn (27) aus Ludwigsburg hat alles im Hochschulzentrum der FOM in Stuttgart angefangen. Der Zufall wollte es, dass alle vier gleichzeitig ihr berufsbegleitendes Studium der Wirtschaftsinformatik an Deutschlands größter privater Hochschule begannen. Inspiriert durch die Schwester von Sven Feliks – sie stand regelmäßig vor der Frage, was sie anziehen sollte – nahm die Idee einer App, die Entscheidungen für Unentschlossene trifft, langsam aber sicher Gestalt an. „Es war ein echter Kaltstart für uns, wir hatten ja keinerlei Unternehmererfahrung“, schildert Sven Feliks die Ausgangssituation.

Wenn Onkel und Tanten zu Testnutzern werden

Vorangetrieben hatten die vier Studenten die Entwicklung zunächst im privaten Bereich. Freunde, Kommilitonen, Arbeitskollegen und die eigene Familie wurden zu Testpersonen, die Funktionalität wurde ständig verbessert. Sven Feliks: „Irgendwann mussten auch Onkel und Tanten ran – schließlich wollten wir wissen, ob die App auch für die Generation Ü50 funktioniert“. Und das tut sie: „Innerhalb von eineinhalb Jahren haben wir die App auf den Markt gebracht. Sie läuft, ist einfach zu bedienen – und kommt sowohl bei jüngeren als auch älteren Usern prima an“, so die Jungunternehmer.

Bereits mehr als 500 User haben sich in der sogenannten svote-Community registriert. Sie entscheiden bei Umfragen in Sekundenschnelle, welches von zwei Bildern das bessere ist. Dabei sind bereits heute ganz unterschiedliche Bereiche in der App abrufbar. Lieber schwimmen gehen oder lieber joggen? Lieber mexikanisch oder Pizza essen gehen? Lieber Party machen oder lieber chillen? Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Die Entscheidung soll spontan und aus dem Bauch fallen – eine tickende Uhr mahnt den Nutzer, nicht allzu lange nachzudenken. Exakt sieben Sekunden sind vorgegeben.

Als Marketinginstrument einsatzbereit

In Zukunft soll sich die Idee jedoch nicht nur auf die private Nutzung beschränken. Obwohl gerade der Unterhaltungs- und Spaßfaktor zusätzlich für das „Spielen“ mit der App spricht. Auch für Unternehmen sehen die Gründer erhebliches Potenzial. Ein Hersteller von Sportbekleidung könnte beispielsweise zwei Produkte einstellen und anhand der Präferenzen der Community erkennen, welches neue Produkt in seiner Zielgruppe die besseren Chancen hat. Und dies ist nur eines von vielen denkbaren Einsatzgebieten. „Es laufen bereits Gespräche mit interessierten Unternehmen. Nicht auszuschließen, dass das Projekt rasch in ganz neue wirtschaftliche Dimensionen vorstoßen könnte“, meint Feliks.

Die Gründer tun ihrerseits alles dafür, ihr Produkt bekannt zu machen; derzeit spielt man mit dem Gedanken, sich für die Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben. Bereits sicher ist die Teilnahme am „Internationalen Start-up BW Summit“ auf der Landesmesse Stuttgart. „Die Einladung durch das Wirtschaftsministerium zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind“, freuen sich die Gründer.

Eigene Manpower statt ausufernde Kosten

Um so weit zu kommen, haben die vier Jungunternehmer vor allem Zeit und ihren persönlichen Einsatz in die Waagschale geworfen. Alle vier arbeiten in Vollzeit und studieren neben dem Job an der FOM Hochschule. Zusätzlich kam dann noch das Engagement für das eigene Unternehmen. „Wir sind ein harmonisches Team mit klarer Aufgabenteilung“, betont Sven Feliks. Traf man sich anfangs noch regelmäßig persönlich zu Meetings, so läuft die Kommunikation inzwischen hauptsächlich über Video-Calls und WhatsApp. Und noch etwas zeichnet svote aus: „Anders als andere Start-ups verbrennen wir kein Geld – da wir alles in unserer Freizeit machen und nur sehr geringe Kosten haben, können wir das Risiko minimieren. Falls es wider Erwarten doch nicht laufen sollte“, so Feliks.