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29.01.2019 | Köln

Die besondere Masterarbeit einer FOM Studentin

Präsentation beim größten Wirtschaftspsychologie-Kongress Europas

„Als ich vor meiner fertigen Masterarbeit saß, war ich selbst erstaunt. Ich dachte: Wow, ich habe etwas herausgefunden, was wirklich gut ist!“ So sahen das die Experten des größten Europäischen Kongresses für Arbeits- und Organisationspsychologie offensichtlich auch – und nahmen die Masterarbeit von FOM Studentin Alina Elbers in das Programm des EAWOP Kongresses 2019 in Turin auf.

215 Seiten. Fünf Monate Vorbereitung. Fünf weitere Monate reines Schreiben: „Im heißen Sommer 2018 saß ich hauptsächlich hinter verschlossenen Jalousien an meinem Schreibtisch oder in der Bibliothek, schrieb an meiner Masterarbeit und war zwischenzeitlich wirklich verzweifelt. Aber jetzt kann ich sagen: Die Arbeit hat sich definitiv gelohnt!“

FOM Studentin beim größten Europäischen Kongress für Arbeits- und Organisationspsychologie
Die Arbeit von FOM Studentin Alina Elbers wurde beim größten Europäischen Kongress für Arbeits- und Organisationspsychologie eingereicht und angenommen (Foto: Privat)

Darum geht´s in der Masterarbeit:

FOM Dozent Moritz Keil
Ihr Dozent und Betreuer Moritz Keil (Foto: Privat)

Alina Elbers studierte Wirtschaftspsychologie an der FOM in Köln, arbeitet als Senior Referentin in der Telekommunikationsbranche. In den Vorlesungen von FOM Dozent und Wirtschaftspsychologe Moritz Keil erkannte sie einige Situationen aus dem Arbeitsalltag in wissenschaftlichen Theorien wieder – insbesondere zum Thema der dunklen Triade und negativen Persönlichkeitseigenschaften. In ihrem Job erlebte die Kölnerin im Laufe der Zeit viele Machtspiele innerhalb der Führungsebene und im Vorstandsbereich – und so entstand das Thema ihrer Masterarbeit: „Management-Derailment und die dunkle Triade: Eine multimodale Studie zum Zusammenhang von negativen Persönlichkeitseigenschaften und Führungsscheitern“.

Die 27-Jährige forschte empirisch, führte 15 Experteninterviews mit Führungspersönlichkeiten zum Thema Führungsscheitern und dessen Auslöser. Außerdem ließ sie die Interviewten einen Kurztest durchführen, der negative Persönlichkeitseigenschaften maß. Sie kombinierte die qualitativen und quantitativen Ergebnisse mithilfe des Mixed-Methods-Ansatzes und lieferte damit den Ansatz zur Entwicklung eines neuen Testinstrumentes zur Messung der dunklen Triade. Sie wertete zudem die eigene Gefährdung der Befragten aus mit dem Ergebnis: Hoch auffällige Werte bei 13 von 15 Interviewten.

Zur Einreichung:

Professor der FOM Hochschule Dr. Kai Externbrink (Foto: FOM)

Moritz Keil veröffentlichte gemeinsam mit FOM Professor Kai Externbrink im Jahr 2017 ein Buch zu Theorien, Methoden und Befunden zur dunklen Triade, bot sich also als Betreuer und Prüfer hervorragend an. Gemeinsam prüften Keil und Externbrink die Arbeit und wussten: Dieses Werk muss eingereicht werden! Keil: „Wir hatten uns 2017 vorgenommen, besonders gute Arbeiten nicht in der Versenkung verschwinden zu lassen, sondern vielversprechende Sachen auch zu veröffentlichen.“ 

Erst im Anschluss an Elbers’ Kolloquium im September offenbarten ihr die beiden Prüfer ihren Plan: „Wir würden Ihre Arbeit gerne beim größten Wirtschaftspsychologiekongress Europas einreichen.“ Nachdem sich Elbers für die unzähligen Nervenzusammenbrüche in den letzten Monaten bedankt hatte, willigte sie ein, schrieb innerhalb von einer Woche ein weiteres englisches Abstract zur Einreichung. Keil: „Ich habe viel verlangt, aber das Potential musste einfach genutzt werden.“ Auch die Familie und Freunde der Studentin waren begeistert. Elbers: „Sie sind auf der Arbeit ja auch alle von diesem Thema betroffen – das ist etwas, das so gut wie jeder in seinem Arbeitsalltag erlebt.“

Anschließend holte die 27-Jährige erstmal ihren wohl verdienten Sommer nach, flog für vier Wochen nach Australien. Seit Januar weiß sie, dass es am 29. Mai für sie und ihre beiden Prüfer nach Turin geht. Dort wird sie in einer interaktiven Poster-Präsentation ihre Arbeit näherbringen und in einen Austausch mit den Anwesenden treten.  

Ihr großer Traum ist es jetzt noch, irgendwann zu promovieren.

Zum Kongress:

Eawop Kongress 2019
Das Logo des größten Wirtschaftspsychologie-Kongresses Europas (Foto: Eawop)

Im Centro Congressi Lingotto im Nordwesten Italiens versammeln sich ab dem 29. Mai viele ehrenhafte Redner und Wirtschaftspsychologen an insgesamt vier Kongresstagen. Das Thema der EAWOP 2019 – European Association for Work: „Arbeiten für das Allgemeinwohl – Inspirierende Menschen, Gestaltung von Arbeitsplätzen und führenden Organisationen für eine umfassendere Gesellschaft“. Das diesjährige Kongressprogramm soll neue Herausforderungen und Chancen für die Entwicklung der Arbeits-Psychologie hervorheben – und Alina Elbers trägt ihren Teil dazu bei.

*Die Dunkle Triade oder auch Dunkler Dreiklang bezeichnet die Persönlichkeitsmerkmale Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie und ihre Zusammenhänge.