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15.02.2019 | Bremen

Selbstbehauptungsexpertin gibt Tipps

Was gute Führung mit japanischer Kampfkunst zu tun hat

Was macht Kampfkunst aus und welche Rolle kann sie für die Unternehmensführung spielen? Antworten auf diese Fragen gab Referentin und Selbstbehauptungsexpertin Ulrike Maaß in dieser Woche an der FOM Hochschule in Bremen. Im Interview gibt sie Tipps, wie Führungskräfte in Konfliktsituationen von japanischen Kampfkunst-Prinzipien profitieren können.

Selbstbehauptungsexpertin Ulrike Maaß gab an der FOM in Bremen Tipps (Foto: Privat)
Selbstbehauptungsexpertin Ulrike Maaß gab an der FOM in Bremen Tipps (Foto: Privat)

Welche Schwierigkeiten treten Ihrer Meinung nach häufig im Zusammenhang mit Führungskräften in Unternehmen auf?
Meiner Erfahrung nach geht es immer wieder um mangelnde Selbststärke von Führenden, die sich oftmals im Unterdrücken unterschiedlicher Ansichten oder dem Negieren eigener Fehler zeigt. Dabei ist es keineswegs Ausdruck von Schwäche, Kontroversen zuzulassen und sich eigene Unzulänglichkeiten einzugestehen – ganz im Gegenteil, es zeugt von Charakterstärke und Kompetenz. Gleichzeitig sind sich viele Menschen gar nicht bewusst, welche Reaktionen sie allein durch ihre Körpersprache verursachen. Das gilt natürlich auch oder insbesondere für Führungskräfte.

Was hat Kampfkunst mit guter Unternehmensführung zu tun?
Verschiedene japanische Kampfkünste stellen das Streben nach Harmonie in den Mittelpunkt ihres Handelns. Man bewegt sich im Einklang mit dem Gegner, verliert dabei aber niemals die Kontrolle über das Geschehen. Kampfkunst bedeutet, sich im ständigen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung, agieren und reagieren, führen und nachgeben zu bewegen. Es geht um die Flexibilität, sich auf unterschiedliche Situationen einzustellen. Geistige Stärke und Beweglichkeit sowie angemessenes und flexibles Handeln bilden ebenso wichtige Grundlagen für eine gute Unternehmensführung. Neben der Haltung zu und dem Umgang mit Konflikten spielt die Außenwirkung der Führungskräfte eine entscheidende Rolle. Auch wenn verschränkte Arme in den meisten Fällen einfach nur bequem sind, assoziieren wir damit häufig etwas Negatives wie Verschlossenheit, Ablehnung und Desinteresse.

Wie kann Kampfkunst den Unternehmensalltag verbessern?
Kampf hat immer etwas mit Auseinandersetzung zu tun. Die Kampfkunst kann Führungskräfte lehren, Konflikte besser zu bestehen. Dies beschränkt sich keineswegs auf Herausforderungen physischer Art, sondern erstreckt sich durchaus auf Situationen des täglichen Lebens wie Verhandlungen mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern. Das Training in einer Kampfkunst kann das Bewusstsein für die eigene Wirkung auf andere stärken und Menschen darin schulen, sich Konflikten ruhig und sicherstellen zu können. Das wirkt sich im besten Fall positiv auf das gesamte Unternehmensklima aus.