05.09.2017

Studie unter Radiologinnen und Radiologen

Prof. Dr. Silke Surma und Priv.-Doz. Dr. med. Heike Lorch stellen Ergebnisse in Lübeck vor

Prof. Dr. Silke Surma
Prof. Dr. Silke Surma

Welchen psychischen Belastungsfaktoren sind niedergelassene Radiologinnen und Radiologen ausgesetzt? Diese Fragestellung war Gegenstand einer Studie von der Radiologin Priv.-Doz. Dr. med. Heike Lorch und der FOM Professorin Dr. Silke Surma. „Im Rahmen einer qualitativen Studie haben wir Radiologinnen und Radiologen befragt, wie sich ihr Arbeitsalltag insbesondere hinsichtlich der Interaktion mit Patientinnen und Patienten sowie zuweisenden Ärztinnen und Ärzten gestaltet“, erläutert Prof. Dr. Silke Surma. „Dabei kam u.a. heraus, dass niedergelassene Radiologinnen und Radiologen mit zahlreichen Rollenkonflikten sowie unangemessenen Verhaltensweisen konfrontiert sind.“ Ein Beispiel seien Inter-Sender-Rollenkonflikte, die entstehen würden, wenn die zuweisenden Ärzte auf der einen Seite und die Patientinnen bzw. Patienten auf der anderen Seite unterschiedliche Erwartungen an den Umfang und die Intensität der Leistungserbringen seitens der Radiologen hätten. „Dieses sogenannte ‚Two-Bosses-Dilemma‘ tritt vor allem im Zusammenhang mit der Diagnoseermittlung sowie der Therapieempfehlung auf“, konkretisiert Priv.-Doz. Dr. med. Heike Lorch. Weitere Belastungsfaktoren seien überzogene Serviceansprüche, die aus einer im Dienstleistungsbereich insgesamt vermehrt auftretenden „der Kunde ist König“-Mentalität resultieren, sowie respektloses oder aggressives Verhalten.

Weitere Ergebnisse stellen die beiden Wissenschaftlerinnen am 6. September zwischen 13:15 und 14:00 Uhr auf der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie e.V. (DGEpi), der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie e.V. (DGMS) und der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention e.V. (DGSMP) in Lübeck vor. Der Titel ihrer Posterpräsentation ist: „Wer ist hier der Boss? Rollenkonflikte als Ursache psychischer Belastungen am Arbeitsplatz bei niedergelassenen Radiologen“.