• FOM
  • 2017
  • Juni
  • Was Smartwatches künftig für die Gesundheit tun können
26.06.2017 | Nürnberg

Informationstechnologie im Gesundheitswesen

Was Smartwatches künftig für die Gesundheit tun können

„eHealth: Die Zukunft der Medizin?“ lautete die Frage, um die es beim ersten IT Management Frühstück der FOM Hochschule in Nürnberg ging. In Kooperation mit der Gesellschaft für Informatik hatte die FOM zu der Veranstaltung eingeladen. Thematisiert und diskutiert wurden spannende Aspekte und Problemstellungen der digitalen Medizin.

Denis Sandra Bast, Geschäftsleiterin der FOM in Nürnberg, Dr. Stefan Reinheimer, Sprecher der Gesellschaft für Informatik, und Prof. Dr. Klemens Waldhör, Experte für Wirtschaftsinformatik
Denis Sandra Bast, Geschäftsleiterin der FOM in Nürnberg, Dr. Stefan Reinheimer, Sprecher der Gesellschaft für Informatik, und Prof. Dr. Klemens Waldhör, Experte für Wirtschaftsinformatik (Foto: FOM)

Prof. Dr. Klemens Waldhör, hauptberuflicher Professor für Wirtschaftsinformatik an der FOM Hochschule, berichtete von seinen Forschungsarbeiten über Big Data, Data-Mining und künstliche Intelligenz. Insbesondere für den Gesundheitsbereich sieht er großes Potenzial durch den Einsatz moderner Informationstechnologien. „Wenn es darum geht, zeitliche und räumliche Distanzen zu überbrücken – Stichwort ‚Ärztemangel‘ –, bringt die digitale Medizin viele Vorteile“, so der Wissenschaftler. Auch Aussagen über die Gesundheitsentwicklung der Bevölkerung und den damit einhergehenden Personalbedarf könnten mit Methoden der künstlichen Intelligenz getroffen werden. Allen beteiligten müsse aber klar sein, wem die Daten gehören, die in der digitalen Medizin sowie mit Fitness-Gadgets produziert werden, und welchen Wert diese Daten für den Einzelnen haben.  

Konkrete Ideen für die Integration neuer Technologien in den Gesundheitsmarkt sind bereits in der Entwicklung bzw. Umsetzung: In Kalifornien etwa läuft ein Forschungsprojekt, dessen Ziel es ist, Herzflimmern durch eine Apple Watch zu erkennen. Das FreeStyle Libre Messsystem hilft Diabetikern bei der Blutzuckerselbstkontrolle. Und ein Startup aus Wien entwickelt eine App, die mit Hilfe der Kamera von Mobiltelefonen Herzinfarktkandidaten identifizieren soll. Waldhör selbst befasst sich derzeit neben einer Umfrage zum Wert von Gesundheitsdaten auch mit dem Einsatz von Smartwatches als Alternative zum klassischen Hausnotruf für Senioren. Das am Handgelenk getragene technische Hilfsmittel könne „trainiert“ werden, Stürze zu erkennen und Hilfe zu rufen oder auch den Nutzer zu warnen, wenn die Gefahr von Dehydrierung durch zu geringe Flüssigkeitsaufnahme droht. Mit solchen Einsatzmöglichkeiten gab der Experte kompakt und anschaulich eine Vorstellung davon, auf welche Veränderungen sich der Medizinsektor in den kommenden Jahren einstellen muss.

Die Idee zum IT Management Frühstück entstand im Nürnberger FOM Hochschulzentrum anlässlich des neuen Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik – Business Information Systems. „Im IT-Portfolio haben wir bislang den Bachelor in Wirtschaftsinformatik und den Master in IT Management“, erklärt Denis Sandra Bast, Geschäftsleiterin der FOM Hochschule in Nürnberg. „Ab Wintersemester 2017 bieten wir mit dem in Kooperation mit der Telekom weiterentwickelten Bachelor-Studiengang noch mehr internationale Aspekte. Als Kombination aus Praxisausbildung und Studium ist er für junge Leute hoch attraktiv und steht allen Unternehmen offen.“

Das IT Management Frühstück wurde in enger Zusammenarbeit mit der Regionalgruppe Nürnberg/Fürth/Erlangen der Gesellschaft für Informatik (GI) konzipiert. In der Metropolregion umfasst die Vereinigung über 600 Mitglieder; deutschlandweit sind 20.000 Informatikerinnen und Informatiker in der GI vertreten. „Als Netzwerk für den Wissens- und Erfahrungsaustausch freuen wir uns, mit dem IT Management Frühstück ein neues Format in unser Veranstaltungs-Portfolio aufnehmen zu können“, so Dr. Stefan Reinheimer, Sprecher der Regionalgruppe.