• FOM
  • 2016
  • April
  • Frauen informieren sich über Professur: Veranstaltung der FOM fand großen Anklang
19.04.2016 | Essen

Aktuelles

Frauen informieren sich über Professur: Veranstaltung der FOM Hochschule fand großen Anklang

Auf reges Interesse stieß die Veranstaltung „Hochschulkarriere als persönliche Perspektive“ an der FOM Hochschule. Mit dem Ziel, Frauen dazu zu bewegen, über eine Professur nachzudenken, hatten die Organisatorinnen um Prof. Dr. Ingrid Eumann, stellvertretende Kanzlerin und zuständig für das Berufungsmanagement der FOM, sowie Prof. Dr. Anja Seng, Rektoratsbeauftrage für Diversity Management, ins Hochschulzentrum an der Herkulesstraße eingeladen. Die Resonanz war groß: Rund 50 Frauen informierten sich über die Voraussetzungen für eine Hochschulprofessur und die Besonderheiten mit Blick auf eine Professur an der FOM als Hochschule für Berufstätige.

Claudia Kardys war eine der Interessentinnen. Nach einer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte sie neben ihrer Berufstätigkeit ein Bachelor- und ein Masterstudium – und promoviert aktuell am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung in Dortmund. „Ich möchte herausfinden, ob eine Professur das Richtige für mich sein könnte“, so Kardys am Rande der Veranstaltung. „Zudem habe ich hier eine gute Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre Kontakte zu knüpfen.“

Die FOM-Professorinnen Sabine Fichtner-Rosada, Eleonore Soei-Winkels und Julia Naskrent (v. l.) informierten im Podiumsgespräch über ihre Wege zur Professur.  Prof. Anja Seng moderierte das Gespräch. (Foto: Tom Schulte/FOM)
Die FOM-Professorinnen Sabine Fichtner-Rosada, Eleonore Soei-Winkels und Julia Naskrent (v. l.) informierten im Podiumsgespräch über ihre Wege zur Professur. Prof. Anja Seng moderierte das Gespräch. (Foto: Tom Schulte/FOM)

Nach einem Grußwort von FOM-Rektor Prof. Dr. Burghard Hermeier, der betonte, dass Diversity an der FOM fest verankert ist, stellte Prof. Dr. Ingrid Eumann die besonderen Lehr- und Forschungsbedingungen an der FOM vor dem Hintergrund der Ausrichtung auf berufsbegleitend Studierende vor. „Um hochmotivierte Menschen, die nach der Arbeit noch eine Vorlesung besuchen, bei Laune zu halten, ist schon ein besonderer didaktischer Ansatz notwendig“, so die stellvertretende Kanzlerin der FOM. „Zudem ist ein starker Praxisbezug unserer Dozentinnen und Dozenten unverzichtbar. Unsere Studierenden haben zu Recht den Anspruch, dass sie im Sinne eines Theorie-Praxis-Transfers Erkenntnisse aus dem Studium unmittelbar für ihren Job nutzen können.“ Zu den Voraussetzungen für einen Einstieg als hauptberuflich Lehrende an der FOM zählen daher neben einer Promotion, dem Nachweis von aktuellen Publikationen und idealerweise einer Forschungsorientierung auch Lehr- und vor allem Berufserfahrung. „Fünf Jahre Berufspraxis, davon mindestens drei Jahre außerhalb des Hochschulbereichs sind obligatorisch, um vor der Berufungskommission zu bestehen“, so Eumann.

Drei Frauen, die genau diese Voraussetzung erfüllt haben und bereits als Professorinnen an der FOM tätig sind, stellten sich ihren möglicherweise zukünftigen Kolleginnen in einem anschließenden Podiumsgespräch vor. Sehr offen sprachen Prof. Eleonore Soei-Winkels, Prof. Dr. Sabine Fichtner-Rosada und Prof. Dr. Julia Naskrent über ihren Werdegang und ihre Begeisterung für den Job, aber auch über anfängliche Zweifel sowie Herausforderungen, die eine Professur mit sich bringt. „Ich war vor meiner Ernennung sehr glücklich als Beraterin im IT-Bereich. Gleichzeitig war das Berufsziel Professur immer da“, sagte etwa Prof. Dr. Eleonore Soei-Winkels, die auch ihre Familienplanung nicht der Karriere untergeordnet hat – im Gegenteil: „Ich bin 2014 sichtbar schwanger in die Berufungsgespräche gegangen – und habe die Stelle bekommen“, sagt sie. „An der FOM angefangen habe ich dann, als meine Tochter gerade einmal zwei Monate alt war. Ich wusste, dass ich an der FOM auch mit Kind eine Karriere hinlegen kann.“

Dass dafür ein perfektes Organisationsnetz notwendig ist, gab Prof. Dr. Sabine Fichtner-Rosada, Mutter dreier Töchter, den Interessentinnen mit auf den Weg: „Die Phase mit kleinen Kindern habe ich ehrlicherweise als sehr stressig empfunden. Erwachsene Kinder haben zwar auch wichtige Themen zu besprechen, man kann es zeitlich aber besser einteilen“, so die Prorektorin Lehre der FOM Hochschule. Die Professorin für Controlling & Finance sprach auch über die Zweifel, die sie vor ihrem Wechsel an die FOM hatte: „Ich hatte einen tollen Job in der Industrie und habe lange überlegt, ob ich den aufgeben soll. Nach einem Probesemester bin ich dann aber aus Überzeugung geblieben.“ Inzwischen ist sie seit 18 Jahren an der FOM tätig.

Zum Abschluss tauschten sich die möglichen Kandidatinnen mit den FOM-Expertinnen zu den Themen Forschung, Lehre und Berufungsverfahren an drei Tischen im Rahmen eines „World Cafés“ aus: Wie „hart“ sind die Voraussetzungen? Was ist, wenn etwa die Promotion fehlt? Gibt es eine Altersobergrenze? Und: Welche Erwartungen haben berufsbegleitend Studierende? Diese und weitere Fragen führten zu einem lockeren und zugleich informativen Austausch. „Wir freuen uns, dass so viele Frauen unser Angebot angenommen haben“, so Prof. Dr. Ingrid Eumann. „Der Informationsbedarf war groß und wir konnten mehr Transparenz mit Blick auf Wege zu einer Professur schaffen.“ Dies bestätigte auch Teilnehmerin Claudia Kardys: „Mich bestärken die Informationen, die ich bekommen habe, darin, den Weg in Richtung einer Professur einzuschlagen“, lautet ihr persönliches Fazit.