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25.06.2015 | Essen

Aktuelles

Faktoren erfolgreichen Ideenmanagements

Wie gelingt Ideenmanagement? Mit dieser Frage befassten sich Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Verwaltung im Rahmen einer Sonderveranstaltung am 16. Juni 2015 im Hochschulzentrum Essen. Sie waren einer Einladung von Prof. Dr. Gottfried Richenhagen gefolgt, dem wissenschaftlichen Leiter des KompetenzCentrum für Public Management der FOM Hochschule.

Hans-Rüdiger Munzke, Prof. Dr. Hans-Dieter Schat, Michael Sander, Thomas Kamberg und Prof. Dr. Gottfried Richenhagen (v.l.)

Die Keynote hielt Wilfried Kruse, Geschäftsführender Gesellschafter der IVMhoch2. Thema seines Vortrags: „Ideenmanagement im Zeitalter von Digitalisierung, Demographie und Globalisierung“. Darin zeigte er u.a. die Herausforderungen auf, die Deutschland auf seinem Weg zum Ideensammelplatz 4.0 noch zu meistern hat. So sei die Gründer- und Ideenkultur noch entwicklungsfähig. Das zeige sich beispielsweise darin, dass an Hierarchien und tradierten Denkmustern festgehalten werde, während Quer- und Vordenker als Harmoniestörer und Querulanten gelten. Auch seien die obersten Führungsebenen in vielen Unternehmen noch „viel zu analog“, so Wilfried Kruse. Um diese Hürden zu umgehen, brauche Ideenmanagement neue Definitionen von Wertschöpfungsketten. Zudem müssten Wirtschaft und Verwaltung eine gemeinsame Sprache finden.

Es folgte eine Poster-Session, bei der die Veranstaltungsteilnehmer in kleinen Gruppen von Poster zu Poster wanderten und dort jeweils einem ca. viertelstündigen Vortrag lauschten. Christiane Kersting widmete sich beispielsweise dem Thema „Ideen-Management als Kulturarbeit“. Die Geschäftsführerin des Zentrums Ideenmanagement erläuterte die Wechselwirkung zwischen Ideenmanagement und Unternehmenskultur. Ein notwendiger Faktor einer ideenfördernden Kultur sei beispielsweise Wertschätzung – dicht gefolgt von Offenheit, Feedbackkultur, Vertrauen und Freiräumen.

Mit der Frage, welche Rolle „Ziele im Ideenmanagement“ spielen, befasste sich Prof. Dr. Hans-Dieter Schat vom KompetenzCentrum für Public Management. Seine Antworten beruhten auf den Ergebnissen einer empirischen Erhebung: Dort, wo dem Ideenmanagement keine Ziele gesetzt ist, liegt die Beteiligungsquote bei 15 Prozent. Dort, wo ein Ziel – als isolierte Aktion – vorgegeben ist, beträgt die Beteiligungsquote 30 Prozent. Und dort, wo Ideenmanagement in den Zielvereinbarungsprozess eingebunden ist, liegt die Beteiligungsquote bei 41 Prozent.

Hans-Rüdiger Munzke vom Ingenieurbüro IdeenNetz ging auf die wesentlichen Erfolgsfaktoren auf dem Weg von der Idee zur Innovation ein. Dazu gehören in seinen Augen sowohl Wertschätzung als auch die Begeisterung für Verbesserungsideen und Innovationen. Auch die Nutzung von Ideenmanagement-Methoden und -Werkzeugen als alltägliche Führungsinstrumente sei ein wichtiger Punkt.

Die „Steuerlichen Aspekte des Ideenmanagement“ standen im Zentrum des Vortrags von Thomas Kamberg und Michael Sander. Die beiden Experten der Finanzverwaltung NRW zeigten Wege auf, die zusätzliche Zuwendungen der Unternehmen an deren Mitarbeiter möglichst steuerneutral  berücksichtigen.