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03.06.2016 | Marl

Aktuelles

Gesundheits- und Sozialwirtschaft — Entwicklung eines Megamarktes

Prof. Dr. David Matusiewicz (FOM/Tom Schulte)
Prof. Dr. David Matusiewicz (FOM/Tom Schulte)

Die Gesundheits- und Sozialbranche entwickelt sich immer mehr zum Megamarkt – und damit auch zum Mega-Arbeitsmarkt, für den verstärkt qualifizierte Fachkräfte gesucht werden. „Die Unternehmen der Gesundheits- und Sozialbranche benötigen Fach- und Führungskräfte, die sowohl umfassendes Gesundheitswissen als auch Managementkompetenzen mitbringen“, so Prof. Dr. David Matusiewicz, Dekan für Gesundheit und Soziales an der FOM Hochschule, bei einem Themenabend im FOM-Hochschulzentrum Marl.

Ende Mai konnten sich Studieninteressierte über aktuelle Entwicklungen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft informieren und austauschen. In drei Vorträgen analysierten die FOM-Professoren Dr. David Matusiewicz, Dr. Gerald Lux und Dr. Thomas Suermann de Nocker den Ist-Zustand der Branche, entwickelten Zukunftsszenarien und zeigten auf, welche Weiterbildungsperspektiven und beruflichen Chancen dieser Arbeitsmarkt bereit hält. Prof. Dr. Matusiewicz gab zunächst einen Einblick in den Gesundheitsstandort Marl. Mit der größten Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Deutschlands und zwei weiteren Kliniken sei die Gesundheitsbranche für Marl ein wichtiger Faktor. „Auch die rund 100 Ärzte und 25 Apotheken sowie zahlreichen Akteure der Interessenvertretung machen Marl zu einem Gesundheitsstandort. Dieser wird Anfang 2017 durch das neue Gesundheitszentrum Marl weiter ausgebaut“, so Prof. Dr. Matusiewicz. Daraus resultiere ein Bedarf an Experten des Gesundheitswesens, die über theoretisches Know-how und praktisches Wissen verfügen.

Anschließend sprach Prof. Dr. Lux in seinem Vortrag „Zukunfts-und Entwicklungsperspektiven in der Pflege“ über die beruflichen Perspektiven von aktuell Pflegenden. Dabei beschrieb er zunächst den Status Quo in der Pflege und ging auf Probleme und Herausforderungen wie den Pflegekräftemangel ein. Im Zuge dessen zeigte er auf, welche Chancen sich durch eine Akademisierung von Pflegekräften eröffnen und diskutierte neue Aufgaben- und Berufsfelder. Auch die Möglichkeit einer Neustrukturierung der Pflegeberufe insgesamt schloss er in seine Überlegungen mit ein.

Prof. Dr. Suermann de Nocker sprach in seinem Vortrag über die Zukunfts- und Entwicklungsperspektiven in der Sozialwirtschaft. Er identifizierte die Sozialwirtschaft aufgrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse als stark wachsende Branche. Ein Beleg dafür seien die privaten Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen, die den Sektor als Markt begreifen und vermehrt Fuß in der Sozialwirtschaft fassen. Er sieht, ebenso wie Prof. Dr. Matusiewicz, einen hohen Personalbedarf an Fachkräften, die in der Sozialwirtschaft zuhause sind und Managementaufgaben wahrnehmen können. Es gehe in Zukunft in Gesundheitseinrichtungen nicht mehr primär um Verwaltung, sondern vermehrt um Management.

Hintergrund des Themenabends war die geplante Einführung der berufs- und ausbildungsbegleitenden Bachelorstudiengang Gesundheits- und Sozialmanagement am dortigen Hochschulzentrum zum kommenden Wintersemester.