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DAX30 Digital Monitor 2020 zu Digital Leadership

Bei jedem zweiten DAX30-Unternehmen ist die Digitalisierung im Vorstand noch nicht verankert

Das isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule hat in Kooperation mit dem Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship der Universität Duisburg-Essen erstmals die Studie „DAX30 Digital Monitor“ veröffentlicht. Im Fokus steht die Frage: Wo und wie ist die Digitalisierung in Vorstand und Aufsichtsrat in den DAX30-Unternehmen positioniert? Der DAX30 Digital Monitor 2020 untersucht, ob digitale Kompetenzen und eine zugehörige digitale Führungsverantwortung an der Spitze der DAX30-Unternehmen verankert sind.

03.11.2020

Per Analyse der Geschäftsberichte aus dem Jahr 2019 fand das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Dirk Stein (FOM Hochschule) und Prof. Dr. Tobias Kollmann (Universität Duisburg-Essen) heraus, dass die Hälfte der DAX30-Unternehmen die Verankerung der Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene noch nicht institutionalisiert haben. Wo sie auf Vorstandsebene zu beobachten ist, wird diese „nur“ in Doppelfunktion mit anderen Aufgaben verbunden (z.B. mit der/dem CEO oder CTO). Einen eigenständigen Chief Digital Officer (CDO), die oder der explizit die Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz auf Vorstandsebene als eigenes Ressort repräsentieren würde, konnte bei keinem der untersuchten Unternehmen beobachtet werden.

Digitalisierung adäquat auf Top-Management Ebene verankert? 

Prof. Dr. Dirk Stein, isf Institute for Strategic Finance, FOM Hochschule (Foto: Heike Stachowiak)

Bei etwas mehr als 40 Prozent der DAX30-Unternehmen konnte keine Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz im Aufsichtsrat für die Arbeitgeberseite festgestellt werden. Auf Arbeitnehmerseite lag sie im Aufsichtsrat sogar nur bei 13 Prozent. Die explizite Verankerung der Digitalisierung als Vergütungskomponente auf Vorstandsebene zeigten die Geschäftsberichte von nur 23 Prozent der DAX30-Unternehmen. Prof. Dr. Dirk Stein, isf Institute for Strategic Finance an der FOM Hochschule, fasst zusammen: „Das Thema Digitalisierung ist in den Führungsetagen der DAX30-Unternehmen noch nicht angekommen. Digitalisierungsverantwortung und -kompetenz muss noch stärker verankert werden.“

Prof. Dr. Tobias Kollmann, Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship, Universität Duisburg-Essen (Foto: netCAMPUS/Prof. Kollmann)

Managementaufgabe Digitalisierung

Um den Spagat aus realem Kerngeschäft und digitalen Innovationsgeschäften zu meistern, benötigen Unternehmen neben einer Implementierung digitaler Technologien auch das notwendige Wissen rund um digitale Geschäftsprozesse und -modelle. Dieser Mix aus technologischen und managementorientierten Kompetenzen muss zudem mit den handelnden Akteurinnen und Akteuren in der Unternehmensführung verbunden sein, damit neben der Prozess-, Produkt- und Plattform-Entwicklung auch die gesamte Organisation und die übergeordnete Strategie des Unternehmens auf die digitalen Herausforderungen eingestellt wird. Hierbei gilt wie so oft, dass diese digitalen Beeinflussungen zunächst von der Spitze eines Unternehmens gemeistert werden müssen. Prof. Dr. Tobias Kollmann, Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, ergänzt: „Digitalisierung ist leider nicht nur ein Knopf in einem IT-System, den man einfach drücken kann, sondern es geht um Köpfe in den Führungsetagen, die eine zugehörige Kompetenz haben müssen.