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03.05.2017

Renommierte Unterstützung für das KCC

Charles Hampden-Turner & Fons Trompenaars engagieren sich im Beirat des KompetenzCentrums

Prof. Dr. Charles Hampden-Turner (l.) und Prof. Dr. Fons Trompenaars
Prof. Dr. Charles Hampden-Turner (l.) und Prof. Dr. Fons Trompenaars

Seit Jahren arbeiten sie zusammen und haben Titel wie „Riding the Waves of Culture“ oder „Managing People Across Cultures“ veröffentlicht. Jetzt engagieren sie sich gemeinsam im Beirat des KCC KompetenzCentrum für Corporate Social Responsibility. Die Rede ist von Prof. Dr. Charles Hampden-Turner und Prof. Dr. Fons Trompenaars. „Wir sind außerordentlich begeistert, diese beiden international tätigen Wissenschaftler in unserer Forschungseinrichtung begrüßen zu dürfen“, freuen sich die KCC-Leiter Prof. Dr. Linda O’Riordan und Prof. Dr. Piotr Zmuda über den renommierten Zuwachs. „Ihre Arbeit auf dem Gebiet der kulturellen Diversität ist beeindruckend und liefert sicherlich wertvolle Impulse für die Forschungsaktivitäten des KompetenzCentrums.“

Neues Forschungsparadigma

„Charles Hampden-Turner hat beispielsweise eine komplett neue Sicht auf die Forschung entwickelt, die am KCC weiter diskutiert und eingesetzt werden kann. Er stellt die konventionelle Forschungsvorgehensweise in Frage, bei der eine Welt unterstellt wird, in der Faktoren korreliert und untersucht werden“, erläutert Prof. Dr. Linda O‘Riordan. „Während diese Vorgehensweise in der Naturwissenschaft gut funktionieren kann, ist sie unserer Ansicht nach weniger geeignet im Bereich der Sozialwissenschaften.“ Deshalb schlägt Charles Hampden-Turner ein völlig neues Forschungsparadigma vor, um Werte zu verstehen. Es basiert auf der Dilemma-Theorie, die er während des vergangenen halben Jahrhunderts entwickelt und verteidigt hat, und hilft Entscheidungsträgern bei der Lösung des Dilemmas zwischen kurzfristigen und nachhaltigen Strategien – wie zwischen kurzfristigem Verlust und längerfristigem Gewinn oder zwischen kostenfreien Geschenken und der Prämie, die auf Grundlage des Geschenks später kassiert werden kann. Dabei können scheinbar gegensätzliche Werte involviert sein: zum Beispiel höhere Qualität – niedrigere Kosten, schnell korrigierte Fehler und Zweifel, der sich in Gewissheit wandelt. Auf die Praxis übertragen heißt das: Die Wertschöpfung eines Unternehmens hängt von den Werten und Wertvorstellungen seiner Führungskräfte und Mitarbeitenden ab. Dieser Ansatz kommt sowohl in dem aktuellen Werk von Charles Hampden-Turner und Fons Trompenaars – „Nine Visions of Capitalism“ – als auch in einem Buch zum Thema „True Value“ zum Tragen, an dem die beiden Wissenschaftler gemeinsam mit Dr. Josephus Remmé arbeiten.

Fons Trompenaars

Fons Trompenaars studierte Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Amsterdam und promovierte an der Wharton School der Universität von Pennsylvania. Thema seiner Dissertation: Unterschiede in den Organisationsstrukturen verschiedener Kulturen. 1981 begann er, für Shell zu arbeiten – zunächst in der in Rotterdam angesiedelten Personalabteilung. Ab 1985 befasste er sich in den Shell Research Laboratories in Amsterdam mit Job-Klassifizierung und Management-Entwicklung. 1989 gründete er das Center for International Business Studies, eine Beratungs- und Ausbildungsorganisation für internationales Management. 1998 folgte die Gründung des – 2015 von KPMG übernommenen – Beratungsunternehmens Trompenaars Hampden-Turner mit Charles Hampden-Turner.

Über 30 Jahre hat Fons Trompenaars Führungskräfte bei der Lösung geschäftlicher und kulturelle Dilemmata unterstützt – vor allem in den Bereichen Globalisierung, Fusion und Übernahme sowie Human Resources und Personalentwicklung. Zu seinen Kunden zählten u.a. Shell, BP, ICI, Philips, Heineken, TRW, Mars, Motorola, General Motors, Nike, Kabel und Wireless, CSM und Merrill Lynch. Darüber hinaus hat er sich als Autor vieler Bücher zu Kultur und Wirtschaft einen Namen gemacht. Der Titel „Understanding Cultural Diversity in Business“ wurde beispielsweise über 120.000 Mal verkauft und in 16 Sprachen übersetzt.

Charles Hampden-Turner

Charles Hampden-Turner gilt als Vater der „Dilemma-Theorie“, die gegensätzliche und vielfältige Standpunkte als Quelle für Innovation und Kreativität sieht. Er promovierte an der Graduate School of Business an der Harvard University und lehrte 18 Jahre an der Universität Cambridge. Als Mitbegründer der interkulturellen Beratungsfirma Trompenaars Hampden-Turner arbeitete er mit Kunden wie Shell, BP, Digital Equipment, Economic Council of Canada, BBC, Philips, Nissan, DSM, Dow Chemical, AMD, Sematech und Apple zusammen. In über 21 Büchern, von denen er viele gemeinsam mit Fons Tromenaars herausgebracht hat, befasst er sich mit menschlicher Entwicklung am Arbeitsplatz, sozialen Bewegungen, Rehabilitation, Innovation und Unternehmertum, nationalen und korporativen Kulturen sowie verschiedenen Visionen des Kapitalismus. Für ein aktuelles Projekt setzt sich Charles Hampden-Turner beispielsweise mit Stakeholder-Beziehungen als Schlüssel zur Wertschöpfung auseinander. Er ist überzeugt, dass Reichtum durch die Beziehungen zwischen Stakeholdern, Mitarbeitenden, Lieferanten, Kundinnen und Kunden, Gemeinde, Umfeld, Regierungen sowie Aktionärinnen und Aktionäre geschaffen wird.

Einblicke in die Arbeit von Charles Hampden-Turner gewinnen

Wer Einblicke in seine Arbeit gewinnen möchte, sei auf das Master-Forschungsforum am 19. und 20. Mai an der FOM Hochschule in Düsseldorf verwiesen. Dort setzt sich Prof. Dr. Hampden-Turner mit der Frage auseinander, wie Organisationen Wert systematisch und fundamental besser verstehen können.