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24.08.2017 | Berlin

Als Tutorin an der Universität von Taiyuan

Berlinerin Özden Kibri: „Vier Monate in China haben mich Geduld gelehrt“

Özden Kibri FOM China-Tutorin 2017
Özden Kibri ist nach vier Monaten Tutorentätigkeit in China seit Juni wieder zurück in Deutschland. (Foto: privat)

Man könnte meinen, dass ein eisgekühltes Getränk an einem warmen Sommerabend in Berlin die beste Abkühlung ist – stattdessen bestellt Özden Kibri stilles lauwarmes Wasser. „In China bekommt man an jeder Ecke heißes oder zumindest lauwarmes Wasser - schon den kleinen Kindern wird beigebracht, dass kaltes Wasser nicht gut für den Körper ist. Das habe ich mir, seit ich in China war, auch abgewöhnt“, sagt sie fast entschuldigend. Die Berlinerin mit türkischen Wurzeln verbrachte vier Monate als Tutorin der FOM German-Sino School of Business & Technology an der Universität von Taiyuan in China. Und das während ihres letzten Semesters im berufsbegleitenden Bachelor of Business Administration an der FOM Hochschule.

Die FOM bietet engagierten Studierenden und Absolventen mit dem Tutorenprogramm zwei Mal im Jahr die Möglichkeit, für ein Semester die Dozenten bei der Lehrtätigkeit in China zu unterstützen. „Chinesische Studierende sind sehr schüchtern und reden nicht gern. Am schwierigsten war es, sie trotzdem in den Tutorien dazu zu bringen“, amüsiert sich die junge Frau. Nach Vorgabe der deutschen Dozenten betreute sie in der Zeit von Februar bis Juni 2017 mit anderen deutschen Tutoren drei bis vier Mal in der Woche mehrere Studierendengruppen. „Wir haben Übungen mit ihnen gemacht, die Vorlesungen vor- und nachbereitet sowie die Hausaufgaben kontrolliert.“

FOM Ausland China-Tutoren 2017 Özden Kibri
Mit anderen Tutoren aus dem China-Programm auf der Chinesischen Mauer (Foto: privat)

Aber auch die Tutoren haben viel aus China mitnehmen können: Fünf bis acht Stunden in der Woche wurde chinesische Sprache, Geschichte und Kultur gelehrt und Unterricht in Tai Chi und Kalligraphie gegeben. Stolz präsentiert Özden Kibri ein paar Bogen Seidenpapier mit ihren Schriftübungen - ein Schriftzeichen steht für ihren Namen. „Die Zeit verging doch sehr schnell“, erinnert sie sich. „Natürlich haben wir am Anfang alle unsere Freunde und Familien vermisst, aber die Sehnsucht wich dem Entdeckungsdrang: Peking, Shanghai, Xian, die Chinesische Mauer.“ Özden Kibri kommt ins Schwärmen, denn die Chinesische Mauer war eines ihrer persönlichen Highlights.

In Berlin ist Kibri noch nicht wieder ganz angekommen. Bisher gab es kaum Zeit alle Erlebnisse zu verarbeiten: Im Juni zurück nach Deutschland, Anfang Juli ihre letzte mündliche Bachelor-Prüfung an der FOM. Und in ihrem Job in einer Bank in Berlin erwartete sie eine neue Herausforderung: die Mitarbeit im Projektmanagement in einer anderen Abteilung. Für die neue Aufgabe fühlt sie sich jetzt gerüstet. Denn in China hatte sie viel Zeit zum Nachdenken. „Ich bin geduldiger geworden“, resümiert Özden Kibri.

Ihre Freundin aus dem Studium hat sie auf jeden Fall angesteckt: Die arbeitet jetzt als Tutorin in China. „Ich würde so einen Aufenthalt jedem empfehlen“, versichert Özden Kibri. Als Andenken an China hat sie sich noch einmal ihr Lieblingsbuch gekauft: 'Der kleine Prinz' von Antoine de Saint-Exupéry in chinesischer Sprache. Wann sie das einmal alles lesen und verstehen können wird, weiß sie noch nicht. Aber ein Besuch in China ist für die Zukunft fest eingeplant – wenn auch nur als Touristin. Und was hat Kibri in der nächsten Zeit vor? Sie würde gern weiter studieren und den Master machen. Aber das wird wohl erst etwas zum Sommersemester 2018. Jetzt braucht sie die freie Zeit für Freunde und die Familie.