Neben dem Beruf zum Doktortitel
In nur zweieinhalb Jahren: Dr. Antonia Müller promovierte berufsbegleitend über die Auswirkungen des Brexit auf die europäische Versicherungsbranche.
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Prof. Dr. Joachim Rojahn hat mehrere Promotionsverfahren begleitet (Foto/Grafik: Burcunur Czyz/Dean Lindner)
Interview: Weiterkommen nach dem Master
Mit dem Master ist für viele ein großer Meilenstein erreicht. Warum also noch neben dem Beruf promovieren? Prof. Dr. Joachim Rojahn spricht im Interview über Chancen, Herausforderungen und die Frage, für wen dieser Weg der nächste sinnvolle Schritt sein kann.
Professor Rojahn, Sie haben bereits mehrere Promotionsverfahren erfolgreich begleitet und betreuen auch aktuell Promovierende als Doktorvater. Was spricht aus Ihrer Sicht für eine berufsbegleitende Doktorarbeit?
Prof. Rojahn: Eine Promotion lohnt sich für alle, die Freude daran haben, sich intensiv in neue, bislang unerforschte Themen einzuarbeiten. Sie zeigt, dass man komplexe Aufgaben strukturiert angehen, über einen längeren Zeitraum fokussiert an einem Thema arbeiten und fundierte Entscheidungen treffen kann. Eine Promotion schärft das eigene Profil, öffnet neue Türen zu Führungspositionen und signalisiert Arbeitgebern: Hier ist jemand bereit, Neues zu entdecken und auch anspruchsvolle Projekte erfolgreich umzusetzen.
Welche persönlichen und fachlichen Voraussetzungen sollte man für eine berufsbegleitende Promotion mitbringen?
Prof. Rojahn: Wer promovieren will, braucht vor allem eine starke Motivation, viel Durchhaltevermögen – auch in besonders anspruchsvollen Phasen – und eine gute Portion Neugier. Fachlich sind solide Methodenkenntnisse wichtig, also Kenntnisse im wissenschaftlichen Arbeiten und in qualitativen oder quantitativen Forschungsmethoden. Diese Grundlagen erleichtern den Einstieg in die eigene Forschung und helfen dabei, präzise Fragestellungen zu entwickeln und sauber zu bearbeiten.
Neben der Forschungsarbeit gibt es den Job, Freunde, Familie. Welche Strategien helfen, alles unter einen Hut zu bringen?
Prof. Rojahn: Ein gutes Zeitmanagement ist unabdingbar. Wer im Zeitplan bleiben will, braucht klare Ziele, eine strukturierte Planung und sollte den wissenschaftlichen Mehrwert der eigenen Forschungsarbeit präzise herausarbeiten. Auch die Auswahl passender Methoden ist entscheidend, um effizient voranzukommen. Unterstützung gibt es zudem seitens der Hochschule: Die FOM begleitet ihre Promovierenden über die gesamte Promotionsdauer hinweg.
Neben dem Beruf
Die FOM bietet verschiedene Promotionsprogramme in Kooperation mit internationalen Partneruniversitäten an. Mit der Universidad Católica San Antonio de Murcia (UCAM) in Spanien gibt es ein dreijähriges berufsbegleitendes Promotionsprogramm mit Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften. Gemeinsam mit der University of Sopron in Ungarn realisiert die FOM ein vierjähriges berufsbegleitendes Promotionsprogramm, ebenfalls mit Fokus auf wirtschaftswissenschaftliche Fragestellungen.
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Wie sehen die konkreten Unterstützungsangebote aus?
Prof. Rojahn: Zum einen gibt es natürlich die fachliche Betreuung durch die Doktormütter und -väter. Hinzu kommen Methodenworkshops, die den wissenschaftlichen Arbeitsprozess gezielt stärken. Viele Formalitäten und Organisatorisches werden von der FOM bzw. den Kooperationshochschulen übernommen. Das entlastet und schafft Freiraum für die eigentliche Forschungsarbeit.
Welchen persönlichen Rat können Sie Berufstätigen mitgeben, die aktuell mit dem Gedanken spielen, eine Promotion zu starten?
Prof. Rojahn: Wer berufsbegleitend promovieren möchte, sollte sich bewusst machen: Eine Doktorarbeit ist ein großes Projekt, das Raum braucht. Ich würde zum Beispiel deshalb niemandem empfehlen, gleichzeitig ein Haus zu bauen oder ein Unternehmen zu gründen. Wichtig ist auch, das Promotionsvorhaben frühzeitig im sozialen Umfeld abzustimmen. Partner, Familie und enge Freunde sollten wissen, was auf einen zukommt und welche Phasen vielleicht etwas intensiver werden. Wenn das Umfeld mitzieht, wird vieles leichter. Und zuletzt: Wer neugierig bleibt, sich gut organisiert und sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzt, hat beste Voraussetzungen, die Promotion erfolgreich und mit viel Freude anzugehen.
Vielen Dank für die Einblicke!
Die Fragen stellte Sissy Niemann.
In nur zweieinhalb Jahren: Dr. Antonia Müller promovierte berufsbegleitend über die Auswirkungen des Brexit auf die europäische Versicherungsbranche.
Mehr InfosBachelor, Master, Promotion – und das berufsbegleitend. Dr. Tom Gräsner hat an der FOM studiert und macht bei Mercedes-Benz Karriere.
Mehr InfosDr. Sebastian Kuhlmann, Vorstandsmitglied der National-Bank AG, ist Absolvent des gemeinsamen Promotionsprogramms der FOM und der UCAM.
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