Gina Merz Mannheim Master

Die Mannheimer FOM Absolventin Gina Merz erhielt den "BestMasters" Award für ihre Abschlussarbeit (Foto: privat)

Abschlussarbeit mit „BestMasters“ Award von Springer ausgezeichnet

Frauen in männerdominierten Handwerksberufen: Wie gehen sie mit Konflikten und Widerständen um?

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. So steht es in unserem Grundgesetz. Doch welche Bedeutung hat dieses Grundrecht im Handwerk? Was erleben Frauen, die in männerdominierten Handwerksberufen tätig sind? Und wie schaffen sie es, selbst bei fehlendem Respekt nicht den Spaß an ihrer Arbeit zu verlieren? Diesen Fragen ging die Mannheimer FOM Absolventin Gina Merz im Rahmen ihrer Master-Thesis auf den Grund. Und wurde gleich zweifach belohnt: mit der Traumnote 1,0 und einer Veröffentlichung ihrer Arbeit im renommierten Wissenschaftsverlag Springer.

Mit dem Master-Studium „Wirtschaftspsychologie“ an der FOM Hochschule in Mannheim hatte sich Gina Merz einen persönlichen Wunsch erfüllt. „Nach dem Abitur entschied ich mich für ein Duales Studium. Seitdem arbeite ich in der Industrie – und das sehr gern. Obwohl ich es für meine Aufgaben im Projekteinkauf bei einem Energietechnologieunternehmen nicht zwingend brauche, hat mich das Master-Studium immer gereizt“, berichtet die 26-Jährige. Sie meldete sich an der FOM an und arbeitete parallel zum Studium in Vollzeit weiter. „Das berufsbegleitende Studium war schon eine organisatorische Herausforderung, die ohne gutes Zeitmanagement nicht zu schaffen gewesen wäre. Aber die regelmäßigen Vorlesungstermine haben mir geholfen, den Tag zu strukturieren“, sagt sie und fügt lachend hinzu: „Am anstrengendsten war die Zeit der Master-Thesis, da konnte und musste ich meine Zeit komplett selbst einteilen – und es war nicht einfach, die Balance zwischen Beruf, Studium und Freizeit hinzubekommen.“

 

Thema mit großer Relevanz

 

Auf das Thema ihrer Abschlussarbeit brachte sie ihr Freund. Er ist selbst Handwerker, arbeitet als Meister im Familienbetrieb und kennt die Problematik, dass Frauen in seiner Branche oft nicht ernst genommen und zum Teil sogar respektlos behandelt werden. Gina Merz: „Für die Thesis führte ich qualitative Interviews mit Frauen durch, die u.a. als Tischlerin, Dachdeckerin, Schornsteinfegerin oder Kraftfahrzeugtechnikerin arbeiten. Sie alle waren begeistert von ihren Jobs, obwohl sie schon mit diversen Situationen konfrontiert waren, in denen ihnen zum Beispiel von männlichen Kollegen, Vorgesetzen, aber auch von Kundinnen und Kunden die Fachexpertise abgesprochen wurde.“

 

Handwerk als Leidenschaft

 

Für ihre Master-Thesis konzentrierte sich Gina Merz auf die Frage, welche Copingmechanismen, also welche Bewältigungsstrategien Handwerkerinnen entwickeln, um mit fehlender Anerkennung sowie Konflikten umzugehen und den Spaß an ihrer Arbeit zu erhalten. „Einige meiner Interviewpartnerinnen haben aus diesem Grund schon den Job gewechselt, denn ein unterstützendes berufliches Umfeld ist einer der relevanten Faktor für die Handwerkerinnen im Umgang mit konfliktären Situationen. Und sie reagieren, unter anderem auch abhängig davon, wie lange sie schon im Beruf stehen, sehr individuell auf negative Erlebnisse. Eines haben aber alle gemeinsam: Das Handwerk ist ihre Leidenschaft – und die lassen sie sich nicht von anderen nehmen. Dafür empfinde ich großen Respekt.“


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„Kluge psychologische Forschung mit praktikablen Ergebnissen“

 

Prof. Dr. Gernot Schiefer, Betreuer und Erstgutachter der Abschlussarbeit, lobt nicht nur das ausgezeichnete methodische Vorgehen seiner Master-Studentin, sondern auch die Relevanz ihres Themas: „Der Fachkräftemangel im Handwerk ist groß und die Gewinnung weiblicher Handwerkerinnen notwendig. Frau Merz zeigt sehr anschaulich auf, welche Widerstände und Konflikte Frauen in einem männerdominierten Handwerk erleben und wie es ihnen gelingt, Bewältigungsmechanismen zu entwickeln. Die Master-Arbeit ist ein herausragendes Beispiel, wie kluge psychologische Forschung zu fundierten und zugleich praktikablen Ergebnissen führen kann.“ Er empfahl die Thesis für den „BestMasters“ Award des Verlags Springer – mit Erfolg. Gina Merz: „Meine Master-Thesis ist als Buch veröffentlicht worden. Das ist ein sehr gutes Gefühl und eine große Wertschätzung meiner Arbeit. Vielleicht wird zu diesem Thema ja weiter geforscht. Schön wäre es, wenn das Buch Frauen ermutigt, einen Handwerksberuf zu erlernen und Handwerksunternehmen dazu bringt, Frauen einzustellen.“

 

Text: Silke Fortmann

 

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