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FOM Studierende befragten über 2400 Menschen in Hamburg

Weihnachten im Corona-Jahr: Gesundheit und gemeinsame Zeit wichtiger als Geschenke

17.11.2020 | Hamburg

Auf den ersten Blick klingt es widersprüchlich, es beschreibt aber die besondere Gefühlslage im Corona-Jahr 2020: Einerseits stehen an Weihnachten die Gesundheit und gemeinsame Zeit für die Menschen in Hamburg an erster Stelle. Andererseits sind sie zum diesjährigen Fest aber auch ganz besonders spendabel: Im Mittel geben sie 511 Euro für Geschenke aus und liegen damit sogar über dem Bundesdurchschnitt (500 Euro). Wirklich sicher fühlt sich die Mehrheit (rund 67 %) beim Weihnachtseinkauf trotz Hygiene-Auflagen allerdings nicht – für viele sind Menschenansammlungen sogar ein Grund, jetzt häufiger als vor der Krise im Internet zu bestellen. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Umfrage der FOM Hochschule für Oekonomie & Management, bei der Studierende 2467 Hamburgerinnen und Hamburger zwischen 12 und 99 Jahren interviewt hatten. 

Insgesamt 93 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen die Gesundheit der Familie wichtiger sei als teure Geschenke. Auch auf gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie legt die große Mehrheit der Menschen in Hamburg (90 %) in diesem Jahr mehr Wert als auf großzügige Weihnachtspräsente. Nur 24 Prozent der Befragten wollen zum Schutze der Gesundheit auf Familienbesuche an den Feiertagen verzichten. 

Zeit verschenken 

Auch das Schenkverhalten ist 2020 ein besonderes: Drei von vier Befragten (77 %) planen, Zeit miteinander zu verschenken, allen voran die Generation der 40- bis 55-Jährigen (79 %). Gleichwohl wollen die Hamburgerinnen und Hamburger zum Fest mit 511 Euro mehr Geld für Geschenke ausgeben als der Bundesdurchschnitt. „Eine Erklärung für die diesjährige Schenkfreude ist sicher, dass die Menschen mit teureren Geschenken ihre Wertschätzung gegenüber den Beschenkten zeigen möchten, weil persönliche Kontakte in den Wochen und Monaten zuvor reduziert werden mussten“, so der wissenschaftliche Studienleiter Prof. Dr. Oliver Gansser. 

Weniger Gutscheine für Reisen

Bei den materiellen Geschenken sind in diesem Jahr u.a. Kosmetik und Körperpflegeprodukte (48 %), Bücher bzw. Schreibwaren (48 %) sowie Konzert- und Theaterkarten (47 %) sehr beliebt. Auch Gutscheine stehen für nahezu jeden Zweiten (47 %) weiterhin hoch im Kurs, gleichzeitig gaben jedoch mehr als die Hälfte der Hamburger Befragten (64 %) an, aufgrund der ungewissen Aussichten weniger Gutscheine für Reisen als gewöhnlich zu verschenken. Weit abgeschlagen in der Geschenke-Hitliste finden sich eher traditionelle Konsumgüter wie Heimtextilien und Lederwaren (jeweils 14 %). 

Weihnachtsumfrage 2020
Gemeinsame Zeit mit Freunden und Familie – darauf legen die Menschen in Hamburg zum diesjährigen Weihnachtsfest ganz besonders viel Wert (Foto: Konstantin Yuganov / stock.adobe.com)

Internet etwas beliebter als Einkaufszentrum

Die Corona-Pandemie zeigt auch Auswirkungen auf das Kaufverhalten in der Hansestadt: In diesem Jahr gaben die Befragten das Internet als wichtigste Einkaufsmöglichkeit (63 %) an – noch vor dem Einkaufszentrum in der Stadt (62 %). Mögliche Erklärung: Nur jeder Dritte (33 %) fühlt sich beim Geschenke-Kauf in den Geschäften sicher. 31 Prozent der Hamburger Bürgerinnen und Bürger bestellen in diesem Jahr ihre Geschenke häufiger als sonst im Internet, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Weitere Gründe für vermehrtes Online-Shopping im Vergleich zur Vorkrisenzeit sind die größere Auswahl (35 %), die einfache Handhabung (31 %) und die schnelle Lieferung (27 %). Die Unterstützung des stationären Einzelhandels ist den Menschen in Hamburg nur bedingt wichtig: Lediglich 30 Prozent der Befragten haben vor, deshalb Geschenke in der Umgebung zu kaufen, bei den 12- bis 23-Jährigen sind es sogar nur 19 Prozent. 

Zur Studie

Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Herbst 2020 rund 4.200 Studierende bundesweit mehr als 46.000 Menschen in persönlichen Interviews (telefonisch und Face-to-Face), quotiert nach Geschlecht und Alter.

Die komplette Umfrage zum Download finden Sie unter fom.de/weihnachtsbefragung2020.