FOM Studentin Anika zählt zu den besten IT-Nachwuchskräften
Anika Schepers studiert an der FOM Hochschule im Rahmen der Studienintegrierten Ausbildung. Für ihre Leistungen hat sie einen Preis gewonnen.
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Prof. Dr. Thomas Kümpel kennt die besonderen Vorteile von SiA (Grafik: Dean Lindner)
Interview: Ausbildung mit Perspektive
Mit einer Ausbildung starten, erste Studieninhalte kennenlernen und herausfinden, ob ein duales Studium der nächste passende Schritt ist: Genau das ermöglicht das NRW-Bildungsmodell der studienintegrierenden Ausbildung (SiA). Auch an der FOM können Auszubildende über SiA in ein duales Studium einsteigen und sich bereits erbrachte Leistungen anrechnen lassen. Welche Chancen dieses besondere Konzept eröffnet, erklärt Prof. Dr. Thomas Kümpel im Interview.
Professor Kümpel, Sie haben das SiA-Modell an der FOM von Beginn an mitgestaltet. Warum passt die studienintegrierende Ausbildung so gut in die heutige Zeit?
Prof. Kümpel: Vor dem Hintergrund der Informationsflut und Fülle an Möglichkeiten fällt es vielen jungen Menschen schwer, sich direkt nach der Schule auf einen bestimmten Berufs- und Bildungsweg festzulegen. Ein duales Studium kann hier eine passende Lösung sein, weil es eine Ausbildung mit einem Bachelor kombiniert. Nicht jeder weiß jedoch von Anfang an, ob dieses Modell wirklich zu ihm passt. Und genau hier setzt SiA an: SiA ermöglicht (Fach-)Abiturientinnen und Abiturienten, während ihrer betrieblichen Ausbildung akademische Inhalte kennenzulernen – und so schrittweise zu prüfen, ob sie sich zusätzlich akademisch qualifizieren möchten. Der Einstieg ins duale Studium erfolgt dann idealerweise nach dem ersten Ausbildungsjahr, ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Für mich ist SiA deshalb eine Art „duales Studium FLEX“.
Worin liegt der besondere Mehrwert von SiA?
Prof. Kümpel: In der engen Verzahnung der drei Lernorte Unternehmen, Berufskolleg und Hochschule. Auszubildende profitieren von der Praxisnähe im Betrieb, von der fachlichen Fundierung in der Berufsschule und von der akademischen Qualifizierung an der Hochschule. Genau dieses Zusammenspiel macht das Lernen besonders effizient und anwendungsorientiert. Hinzu kommen konkrete Orientierungsangebote wie Schnuppervorlesungen oder ein begleitendes Coaching durch die Berufsschulen..
Studienintegrierende Ausbildung
Die studienintegrierte Ausbildung (SiA) ist ein Bildungsmodell in Nordrhein-Westfalen, das Ausbildung, Berufskolleg und Hochschule eng miteinander verzahnt. Auszubildende mit Hochschulzugangsberechtigung können an der FOM bereits während ihrer Ausbildung erste Hochschulmodule belegen. Wer ein FOM Bachelor-Studium aufnimmt, kann sich diese Leistungen anrechnen lassen und damit Zeit sparen. Dabei sind verschiedene Wege möglich: vom parallelen Einstieg bis zum Studienstart nach der Ausbildung.
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Welche Rolle spielt die Möglichkeit, erbrachte Leistungen später anrechnen zu lassen?
Prof. Kümpel: Die Anrechnungsmöglichkeit ist ein zentraler Vorteil des SiA-Modells. Auszubildende erbringen schon in der Berufsschule ausgewählte, mit der FOM abgestimmte Leistungen auf Hochschulniveau , die bei einem späteren Studium an der FOM berücksichtigt werden – selbst dann, wenn sie erst nach der Ausbildung ihren Bachelor beginnen. Wer sich also für diesen Schritt entscheidet, startet nicht bei null. Das verkürzt den Weg zum Hochschulabschluss und macht den Bildungsweg insgesamt effizienter. Im Idealfall lässt sich so in vergleichsweiser kurzer Zeit ein Doppelabschluss erreichen.
Inwiefern profitieren auch Unternehmen von SiA?
Prof. Kümpel: SiA ist für Unternehmen vor allem deshalb attraktiv, weil es die Nachwuchsförderung um einen flexiblen Baustein ergänzt – neben etablierten Wegen wie dem klassischen dualen Studium. Das Modell ermöglicht individuelle Entwicklungswege, die sich gut an unterschiedliche Voraussetzungen und Ziele anpassen lassen. Betriebe können damit Auszubildenden früh Perspektiven eröffnen, ohne dass diese sich von Beginn an auf ein duales Studium festlegen müssen. Das stärkt die Attraktivität als Arbeitgeber und kann dazu beitragen, mehr und passendere Bewerbungen zu erhalten.
Die Fragen stellte Sissy Niemann.
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