Cedric Bartelt Sopron

Summa cum laude: Cedric Bartelt schließt seine Promotion mit Bestnote ab. (Foto: Alexandra Rakaczki)

Neben Vollzeitjob und Familie zum Doktortitel

Cedric promoviert berufsbegleitend über KI im Mittelstand

Cedric Bartelt ist Head of Artificial Intelligence and Marketing beim Düsseldorfer Unternehmen TWK-ELEKTRONIK GmbH (TWK). Sein Karriereweg verlief nicht geradlinig – führte ihn aber nach einer Ausbildung über ein Bachelor- und Master-Studium an der FOM Hochschule bis zur berufsbegleitenden Promotion an der ungarischen University of Sopron (UOS). In weniger als drei Jahren schloss er seine Dissertation über die Implementierung von generativer KI in mittelständischen Unternehmen mit Bestnote ab.

„Ich muss gestehen: Ich habe die 8. Klasse wiederholt", sagt Cedric und lacht. Und auch sein Abitur sei keine Glanzleistung gewesen. Heute dagegen hat der gebürtige Duisburger eine Promotion mit summa cum laude abgeschlossen. Wie passt das zusammen? Für Cedric ist die Antwort klar: Entscheidend sei nicht, wie geradlinig ein Weg beginne, sondern ob man ein Thema finde, für das man wirklich brenne. Bei ihm waren das Mittelstand, Künstliche Intelligenz und im speziellen Marketing. Nach seiner Schulzeit absolvierte er zuerst eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation in einer B2B-Agentur und wechselte dann auf die Unternehmensseite, in die Marketingabteilung seines heutigen Arbeitgebers TWK.

KI als roter Faden im Bachelor- und Master-Studium
Inspiriert von Kollegen mit akademischen Laufbahnen startete er damals in den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang „Marketing & Digitale Medien" an der FOM – fachlich und finanziell unterstützt von seinem Arbeitgeber. Schon in seiner Bachelorarbeit beschäftigte er sich mit den Einsatzmöglichkeiten von KI im Online-Marketing mittelständischer Unternehmen. Im anschließenden FOM Master-Studiengang „Marketing & Communication" führte er das Thema fort und untersuchte das Potenzial cloudbasierter KI-Anwendungen als Schlüsseltechnologie für den Einsatz in B2B Marketingprozessen.

Für die Promotion bekommt er volle Unterstützung
Seine Masterarbeit war nur wenige Monate alt, als ChatGPT an den Start ging. Aus seiner Forschung wurde ein Thema, das die Praxis mit voller Wucht erreichte. Für Cedric stand fest: Dieses Thema muss ich weiterverfolgen. Vom damals neuen Promotionsprogramm der FOM in Kooperation mit der UOS in Ungarn hatte er gehört. Trotzdem zögerte er zunächst. Noch einmal vier Jahre in eine Promotion investieren – neben seinem Vollzeitjob in Leitungsposition bei TWK, mit Ehefrau und kleiner Tochter zuhause? Sein Arbeitgeber traute ihm auch diese Herausforderung zu. Genauso wie seine Frau. „Sie war eigentlich die treibende Kraft und hat mir während der gesamten Promotionszeit den Rücken freigehalten.“ Gleichzeitig sei klar gewesen: „Wenn es zu viel wird für die Familie, dann höre ich umgehend auf. Das waren wichtige Punkte, warum alles so gut geklappt hat“, so Cedric.

 

Cedrics Plan für die Zukunft

Ich will weiter PS auf die Straße bringen. Bei meinem Arbeitgeber möchte ich eine KI-Abteilung aufbauen. Auch über eine Habilitation habe ich bereits nachgedacht.

Cedric Bartelt privat

Dr. Cedric Bartelt, Absolvent des Kooperationsprogramms mit der University of Sopron (UOS)

Turbo-Start beim Kick-off in Ungarn
Und mit gut „klappen“ meint der heute 32-Jährige nicht nur seinen Abschluss mit summa cum laude. Sondern die klare Struktur und intensive Betreuung beim gesamten Kooperationsprogramm. Schon beim einwöchigen Kick-off in Sopron legten Cedric und die Mitpromovierenden aus der ersten Kohorte bereits einige Prüfungsleistungen ab. Besonders mit zwei der insgesamt neun Mitpromovierenden setzte er sich das Ziel, frühzeitig Publikationen zu erarbeiten, die direkt auf die Promotion einzahlten. „Das war auch stramm, aber so konnten wir viel Zeit gewinnen“, sagt Cedric. Besonders schätzte er die freie Themenwahl: So konnte er seine Dissertation über die Entwicklung eines Implementierungsframeworks für den unternehmensweiten Einsatz von generativer KI im deutschen Mittelstand eng mit seinem beruflichen Alltag verbinden.

Vom Studenten zum Lehrenden
Begleitet wurde er während der gesamten Promotionszeit von Betreuern an beiden Hochschulen. Die Veranstaltungen fanden teils an der UOS in Sopron, teils virtuell an der FOM in Essen und teils virtuell statt – flexibel genug, um sie mit Vollzeitjob und Familie zu vereinbaren. Parallel sammelte Cedric Lehrerfahrung an der FOM und konnte damit im Rahmen des Promotionsprogramms zusätzliche Credits erwerben. So war er als Dozent für das Modul „Digitale Transformation“ tätig, aktuell unterrichtet er „Cross Media Management“ und ist im kommenden Semester als Lehrender im neuen Modul „Vision Lab“ tätig.

 

Kooperationsprogramm mit der University of Sopron

Promovieren in Ungarn

Die FOM Hochschule bietet gemeinsam mit der University of Sopron ein vierjähriges Promotionsprogramm, das dich von der Vorbereitung auf das „Complex Exam“ bis zur eigenen Forschungsarbeit und Dissertation begleitet. Dabei profitierst du während der gesamten Promotionszeit von einer individuellen Betreuung und einem engen Austausch mit deinen betreuenden Professorinnen und Professoren.

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Erfolgreicher Abschluss nach nur drei Jahren
Ende Mai 2026 folgte schließlich die einstündige Disputation vor Ort an der University of Sopron: 20 Minuten Präsentation, dann Diskussion mit den Gutachtern. Per Video waren Cedrics Ehefrau, seine Mutter, Freunde und die Geschäftsführung sowie Teammitglieder von TWK zugeschaltet. In Ungarn ist es üblich, dass bei der abschließenden mündlichen Prüfung, der öffentlichen Verteidigung auch Publikum anwesend ist. Besonders nervös war Cedric trotzdem nicht. „Denn in dem Moment ist man ja die versierteste Person in diesem Fachbereich. Für mich war es ein angenehmer Austausch auf Augenhöhe, den ich sehr genossen habe.“ Diesen schönen Moment mit der höchsten Bewertungsstufe summa cum laude erlebte er früher als gedacht. Cedric und zwei weitere Absolventen schlossen ihre Promotion vorzeitig ab – nach drei statt der vorgesehenen vier Jahre.


Cedric will weiter „PS auf die Straße bringen“
Nach knapp neun Jahren berufsbegleitendem Studium genießt der 32-Jährige nun wieder mehr Familienzeit. Und dass er nicht mehr ständig auf die Uhr blicken muss. Stillstand ist trotzdem nicht geplant. Beruflich möchte er bei TWK eine KI-Abteilung aufbauen, wissenschaftlich denkt er bereits weiter – in Richtung weiterer Studien für eine Habilitation. Oder, wie Cedric es selbst formuliert: Die PS auf die Straße bringen.

Von Michaela Strassmair

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