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Leben und arbeiten im Land des Lächelns: Bremer FOM Absolvent verbrachte fast fünf Jahre in Tokio

„Es war eine tolle und vor allem prägende Zeit!“

25.11.2021 | Bremen

Futuristische Wolkenkratzer, grell leuchtende Reklametafeln und verrückte Themenrestaurants gehören genauso zum Stadtbild wie buddhistische Tempelanlagen, märchenhafte Gärten und historische Teehäuser: Die Rede ist von Tokio – kaum eine andere Metropole vereint Tradition und Moderne wohl so extrem wie die japanische Mega-City. „Tokio ist unglaublich faszinierend und die Menschen dort sind außerordentlich höflich und hilfsbereit“, weiß Maximilian Nause aus eigener Erfahrung. 2016 ist der 31-Jährige in die einwohnerstärkste Stadt der Welt gezogen, wenige Wochen nach seinem Bachelor-Abschluss an der FOM Hochschule in Bremen – vor ein paar Monaten ist er in die Heimat zurückgekehrt. 

Maximilian Nause hat sich schon immer für fremde Kulturen interessiert, wollte unbedingt in einem internationalen Umfeld arbeiten. Asien hatte er bereits mehrfach bereist, vor allem China hatte es ihm angetan: „Während meiner Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen habe ich in unseren chinesischen Niederlassungen ein Praktikum absolviert. Ich war mir eigentlich sicher, dass es irgendwann beruflich dorthin gehen würde – auch, weil ich damals nebenberuflich Mandarin an einer Abendschule studierte“, schmunzelt der 31-Jährige. Doch es kam etwas anders: Als ihm sein Arbeitgeber Leschaco – ein weltweit agierender Logistikdienstleister – eine Stelle im regionalen Headquarter in Tokio anbot, musste Maximilian Nause nicht lange überlegen. „Ich sollte dort den regionalen Vertrieb eines Produkts verantworten. In meiner vorherigen Position hatte ich bereits den COO in allen Belangen rund um den asiatischen Großraum unterstützt, daher passte die Stelle perfekt. Zu verdanken hatte ich diese tolle Chance aber auch meinem berufsbegleitenden Bachelor-Studium“, so der Logistik-Experte, der nach seiner Ausbildung „Business Administration“ an der FOM in Bremen studierte. „Besonders gefallen hat mir die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis: Ich konnte das Studienwissen unmittelbar im Berufsalltag anwenden, davon habe ich extrem profitiert. Schon während des Studiums durfte ich Personalverantwortung übernehmen, Module wie ‚Leadership‘ haben mir dabei sehr geholfen!“

Leben im Großstadt-Dschungel: Die Mega-City Tokio ist die einwohnerstärkste Stadt der Welt (Foto: MartinZizlavsky - stock.adobe.com)

Fremd, aber freundlich

Das Abenteuer Tokio begann für Maximilian Nause im September 2016, nur wenige Wochen nach seinem Bachelor-Abschluss. Gemeinsam mit seiner Freundin – mittlerweile Frau – ging es von der beschaulichen Hansestadt in den gigantischen Großstadtdschungel. „Alles war unglaublich beeindruckend: die vielseitige Kultur, das Wechselspiel von Tradition und Moderne… Doch gerade am Anfang war unser neues Leben eine echte Herausforderung, allein schon durch die hohe Sprachbarriere“, erinnert sich der Bremer zurück. „Im Arbeitskontext wurde Englisch gesprochen, doch im normalen Alltagsleben kamen wir damit nicht weit – wobei ich ergänzen muss, dass die Internationalisierung im Zuge der Olympischen Spiele 2020 deutlich vorangeschritten ist.“ Um sich besser orientieren zu können, besuchten die Auswanderer einen Sprachkurs, und auch der Arbeitgeber unterstützte, wo er nur konnte: „Die Wohnungen in Tokio sind sehr beengt und man muss weite Fahrtwege in Kauf nehmen. Wir durften eine zentrumsnahe Wohnung nach europäischen Standards beziehen, in der wir uns schnell wohlgefühlt haben.“ Nie vergessen werde er ein Erlebnis kurz nach dem Umzug, als seine Frau und er Dokumente in einer Visa-Agentur abgeben wollten: „Wir konnten das Gebäude nicht finden und haben einen Passanten nach dem Weg gefragt. Er bestand darauf, uns bis vor die Bürotür im zweiten Stock zu begleiten!“ 

Maximilian Nause im Schneidersitz vor einer meterhohen Statue
Maximilian Nause vor einer buddhistischen Statue (Foto: Privat)
Maximilian Nause für einem traditionellen japanischen Gebäude
Maximilian Nause verschlug es nur wenige Wochen nach seinem Bachelor-Abschluss nach Japan (Foto: Privat)

Fettnäpfchen und Verpflichtungen

Generell habe der FOM Absolvent die Menschen in Tokio als sehr hilfsbereit, höflich und rücksichtsvoll erlebt. Nause: „Schon vor Corona gehörte der Mundschutz zum Alltag. Weniger aus Eigenschutz, sondern als respektvolle Geste den Mitmenschen gegenüber.“ In Japan lauerten aber auch einige Fettnäpfchen, berichtet der Bremer – insbesondere in Bezug auf das ausgeprägte Hierarchiebewusstsein: „Das fängt schon bei der richtigen Begrüßung an: Wie tief muss ich mich verbeugen? Wie übergebe ich meine Visitenkarte? Im privaten Kontext hat man hier einen kleinen ‚Ausländerbonus‘, aber im Geschäftsleben muss die Etikette von Beginn an sitzen!“ Schwierig sei es auch gewesen, echte Freundschaften mit Einheimischen zu knüpfen, die Kontakte blieben eher oberflächig. „Eine Einladung zu sich nach Hause ist für die Menschen in Japan mit kulturell bedingten Verpflichtungen verbunden. Zum Beispiel, dass man sich fortan regelmäßig etwas schenken muss – Geschenke haben in Japan einen hohen Stellenwert, als Ausdruck der Dankbarkeit und als Zeichen des Respekts. Daher sind die Einheimischen, was neue Kontakte angeht, eher zurückhaltend. Wir haben aber trotzdem viele internationale Bekanntschaften gemacht und mittlerweile Freunde auf der ganzen Welt!“

Maximilian Nause läuft auf einen Tempel zu
Fast fünf Jahre verbrachte Maximilian Nause im Land des Lächelns (Foto: Privat)

Neue Herausforderungen in der Heimat

Fast fünf Jahre verbrachten der FOM Absolvent und seine Frau in Tokio, hin und wieder plagte natürlich auch das Heimweh. „Wir waren aber immer mal wieder in Deutschland und konnten unsere Familien und Freunde sehen. Grundsätzlich hätten wir uns sehr gut vorstellen können, noch länger in Japan zu bleiben!“ Jetzt sei es jedoch an der Zeit gewesen, zurückzukommen und sich einer neuen beruflichen Herausforderung zu stellen: Der Logistik-Experte übernimmt ab Januar 2022 in der Bremer Hauptzentrale eine Stelle mit globaler Produktverantwortung – und damit gleichzeitig die Personalverantwortung für 75 Angestellte. In seiner neuen Position möchte er seine Mitarbeitenden motivieren, es ihm gleichzutun, internationale Erfahrungen zu sammeln und in fremde Kulturen einzutauchen, sollte sich die Chance ergeben: „Japan war für mich eine tolle und vor allem prägende Zeit, daher kann ich das nur jedem ans Herz legen.“ Auch er selbst habe schon, neben seiner neuen beruflichen Aufgabe, das nächste „Abenteuer“ ins Auge gefasst – wenn auch nicht in fernen Ländern, sondern in der Bremer Heimat: „Ich möchte an der FOM noch einen berufsbegleitenden Master machen!“