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Von der Musicaldarstellerin zur Marketing-Expertin

Essener FOM Studentin nutzt Pandemiezeit für ihre akademische Laufbahn

„Mein großer Kindheitstraum war es, einmal am Broadway aufzutreten, denn dann hat man es wirklich geschafft“, schwärmt die 23-jährige Franziska Heck. Ganz aufgegeben hat die ausgebildete Musicaldarstellerin ihren Traum noch nicht – nur ein wenig auf Halde gelegt, denn wegen der Pandemie fand ihr buntes Leben auf Tour mit Auftritten in ganz Europa ein plötzliches Ende. Einfach aufgeben kam für die junge Essenerin jedoch nicht infrage, sie begriff die Zwangspause als eine neue Chance, begann im Familienunternehmen zu arbeiten und startete den berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Marketing & Digitale Medien an der FOM Hochschule in Essen.

18.08.2021 | Essen

Franziska Heck in der Hauptrolle

Vor zwölf Jahren besuchte Franziska zum ersten Mal ein Musical – „Tanz der Vampire“. Die bunten Kostüme und die auf der Bühne tanzenden Akteure verzauberten die damals 11-Jährige so sehr, dass sie den Entschluss fasste, selbst Musicaldarstellerin zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, belegte sie noch während der Abizeit Gesangs- und Tanzkurse, besuchte nach einer Aufnahmeprüfung schließlich die Musicalschule in München. „Es ist ein ganz besonderer Reiz, für eine bestimmte Zeit jemand anderes zu sein und in eine andere Rolle zu schlüpfen“, berichtet Franziska. Die erfolgreiche Teilnahme an einer Audition für das Musical „Conni“ bescherte ihr gleich die titelgebende Hauptrolle.

Ein Leben „auf Achse“

Mit ihrem Ensemble ging es für sie als „Conni“ auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Das muss man einfach mal gemacht haben! Auch wenn es sehr stressig sein kann, ohne richtiges Zuhause nur unterwegs zu sein. Trotzdem ist es eine außergewöhnliche und aufregende Erfahrung.“ Dass ein Tour-Leben nicht nur aus den gängigen Rock’n’Roll-Klischees besteht, musste Franziska frühzeitig erfahren. Ständig auf Achse zu sein, bedeutet vielmehr, weite Strecken auf engem Raum in einem Tour-Bus zurückzulegen: „Teilweise wusste ich gar nicht, wo wir sind. Wir hatten so lange Fahrtzeiten; sind sieben Stunden am Stück gefahren und bekamen wenig Schlaf.“

Bunte Kostüme und tanzende Darstellerinnen und Darsteller begeisterten die FOM Studentin bereits als Kind (Foto: Dieter Schnöpf)

Kehrtwende während Corona

Corona bescherte Franziska und ihrem Tour-Ensemble das Aus. Die Musicaldarstellerin beginnt mitten in der Corona-Pandemie beim Unternehmen ihrer Eltern, dem medizinischen Dienstleister LipoClinic, in der Marketingabteilung auszuhelfen und steuert dort die Inhalte der Social-Media-Kanäle. Was anfänglich als Aufgabe nebenher beginnt, wird zunehmend größer. So beschließt die Quereinsteigerin sich akademisch weiterzubilden, um die umfangreiche Aufgabe mit dem nötigen Fachwissen zu stemmen. Dabei kam es ihr sehr gelegen, dass einige Kolleginnen und Kollegen in ihrem Unternehmen bereits bei der FOM studierten. „Ich bin sehr froh, dass ich mich für das Studium entschieden habe. Die Dozierenden kommen alle aus der Praxis und vermitteln die Inhalte sehr gut, sodass ich alles, was ich abends in der Vorlesung lerne, sofort am nächsten Tag anwenden kann.“

Nach dem Abitur war Franziska ein Jahr lang mit dem Musical "Conni" auf Tour (Foto: Dieter Schnöpf)
Musicaldarstellerin Franiska Heck studiert berufsbegleitend "Marketing & Digitale Medien" an der FOM (Foto: Privat)

Studieren mit Erfolgstagebuch

Und auch die Erfahrungen, die Franziska während ihrer Musical-Zeit sammeln konnte, helfen ihr heute im Studienalltag. Das Lampenfieber vor ihren Auftritten hat sie schon lange abgelegt – also wird auch vor Prüfungen und Klausuren nicht mehr gebibbert. Die Zeit beim Musical lehrte sie, dass eine ordentliche Vorbereitung die Grundlage für eine gute Performance ist – und das gilt eben auch für ihr Studium. Die nötige Disziplin musste sie sich selbst beibringen, doch nun strukturiert und plant Franziska ihre anstehende Woche bereits am Wochenende. „Es kam vor, dass ich vor der Arbeit um 7 Uhr noch für Prüfungen gelernt habe, doch mit Selbstorganisation und einem groben wöchentlichen Fahrplan geht das.“ Doch dürfe auch der Spaßfaktor nicht zu kurz kommen, um diesen Spagat zu meistern. Und dazu zähle auch, kleine Erfolge zu feiern. „Das mag etwas albern klingen, aber ich führe ein kleines Erfolgstagebuch. Abends schreibe ich mir auf, was ich tagsüber geschafft habe. Im Alltagsstress wird das sonst zu schnell vergessen.“

Unverhofft kommt oft: Master-Studium?

Ohne die Corona-Pandemie wäre es für Franziska Heck wahrscheinlich anders gelaufen. Sie hätte ihre Tour beendet und danach weiter an Auditions teilgenommen. Nun möchte sie erst einmal ihr Bachelor-Studium abschließen. Wer weiß, ob sie einen Weg zurück zum Musical findet. Vorstellen kann sie es sich: Ihr Standbein mit dem Tanzbein zu verbinden und Marketing für Musicaldarsteller und Darstellerinnen anzubieten, ist für sie eine Option. „Das erworbene Wissen mit der ursprünglichen Leidenschaft zu verbinden, ist eine attraktive Vorstellung. Allerdings kann es auch sein, dass ich sogar erst noch ein Master-Studium dranhänge“, überlegt die FOM Studentin. Sicher ist sie sich da noch nicht, aber schließlich spiele das Leben auch nicht immer so, wie geplant.

Fragen zum Studium an der FOM beantwortet das Team der FOM Studienberatung telefonisch unter 0800 1959595 oder per E-Mail an studienberatung@fom.de